Ohne es zu merken lebst du vielleicht in einer Blase! Der Filterblase, auch "Filter Bubble" genannt. Wir klären auf, was dahinter steckt.

Eine Suchmaschine zu bedienen ist ziemlich einfach, oder? Ein oder zwei Suchbegriffe und schon kann die Suche losgehen. Doch im Hintergrund wird eine gigantische Maschine angeworfen. Bis zu 200 Faktoren beeinflussen das Suchergebnis. Standort, IP-Adresse und alles was Google über dich weiß, tragen dazu bei, dass das Ergebnis zu dir passt. Willkommen in der Filter Bubble!

Filter Bubble – Was ist das?

Die Filter Bubble beschreibt das Phänomen, dass Webangebote und Suchmaschinen ihre Nutzer in eine "Blase" packen. Sie geben dir nur die Informationen, die du vermeintlich haben willst. Andere Informationen werden dir vorenthalten.

Internetaktivist Eli Pariser, der diesen Begriff erfunden hat, erklärte das am Beispiel Ägypten. Wenn du nach Ägypten suchst, dann bietet dir die Suchmaschine vielleicht Reiseportale und zeigt schöne Urlaubsbilder, weil du davor oft nach Reisezielen gesucht hast und auf Buchungsportalen unterwegs warst. Wenn dein Nachbar Ägypten in Google eingibt, bekommt er an oberste Stelle in der Trefferliste womöglich Informationen zur aktuellen Situation in Ägypten, weil er davor viel auf Nachrichtenseiten gesurft hat.

Auch wir haben das in einem kleinen Experiment ausprobiert. Rund 20 Leute sollten nach drei verschiedenen Suchbegriffen suchen. Der erste und der zweite Treffer waren bei unseren Probanden meistens noch sehr ähnlich, aber bereits ab dem dritten Treffer gab es erhebliche Unterschiede zwischen den Suchergebnissen! Obwohl wir nach gleichen Begriffen suchen, erhalten wir unterschiedliche Suchergebnisse!

Unser Tipp:

Probiere es doch mal aus! Such dir einen Begriff auf, z.B. "Smartphone". Suche auf deinem Smarthone nach dem Begriff und mach einen Screenshot von deinen Ergebnissen. Bitte deine Freunde, Eltern usw. nach dem gleichen Begriff zu suchen und einen Screenshot zu machen. Vergleiche dann die Ergebnisse. 

Seifenblase

Praktisch oder nicht?

Es ist natürlich ganz praktisch, dass eine Suchmaschine die für dich relevanten Treffer ganz oben anzeigt. Das Problem ist aber, dass die Suchmaschine festlegt, was relevant ist und nicht du selbst. Basierend auf insgesamt etwa 200 Faktoren wie deiner IP-Adresse, Standort, vorherigen Suchbegriffen, deinem Browserverlauf und deinem vermeintliches Alter und Geschlecht, zeigt dir die Suchmaschine passende Treffer. Wenn du mit deinem Google-Konto eingeloggt bist, machst du es der Suchmaschine besonders leicht, da alle Informationen einem Konto zugeordnet werden können – sogar zwischen unterschiedlichen Browsern und Geräten!

“In einer Filterblase bist du nicht mehr erreichbar für gegensätzliche Meinungen, Themen und wichtige Informationen, weil dir meist nur das angezeigt wird, was deiner Meinung sowieso schon entspricht.”

Filter Bubble in Instagram und YouTube

Und nicht nur Google bietet dir personalisierte Ergebnisse an. Auch auf Instagram, YouTube und in anderen sozialen Netzwerken bekommst du in deinem News-Stream häufig nur Posts, Artikel und Videos zu sehen, die zu deinen vorherigen Angaben passen und die deiner Meinung entsprechen. Wenn du Posts oder Videos einer Person häufig likest, bekommst du zukünftig eher deren Posts angezeigt und andere Kontakte werden weniger häufig dargestellt. Manche Menschen befürchten, dass das negative Auswirkungen auf die Meinungsbildung haben könnte. Auf jeden Fall erreichen uns dann nicht mehr alle Posts und Videos der Plattformen, sondern nur die, die uns vermutlich gefallen. 

Instagram Feed Filterblase

Kann man der Filter Bubble entkommen?

Mit diesen fünf Tipps kannst du die Filter Bubble immer dünner werden lassen, auch wenn du vermutlich nie ganz ausbrechen kannst:

  1. Lösche regelmäßig deinen Browserverlauf und deinen Suchverlauf. In den meisten Browsern geht das über die Tastenkombination Strg-Shift-Entf. Auf Smartphones und Tablets gibt es in den Einstellungen eine Löschmöglichkeit.
  2. Surfe hin und wieder im privaten Browsermodus. Die Seiten, die du aufgerufen hast werden so nicht gespeichert. Wenn du deinen Browser aufrufst, findest du im Menü die Möglichkeit neues Inkognito-Fenster oder privates Fenster.  
  3. Deaktiviere Ad-Tracking* auf deinem Smartphone oder Tablet.
  4. Insbesondere beim Smartphone oder Tablet kannst du deine Standortdienste abschalten. So kann nicht auf Schritt und Tritt verfolgt werden, wo du dich aufhältst. Der Standort verrät nämlich sehr viel über dich und deine Gewohnheiten
  5. Auch auf die App-Berechtigungen solltest du achten. Viele Apps greifen auf deine Daten zu und speichern diese. Passend zu diesen Informationen, bekommst du dann Werbung. 

Wie du App- und Ad-Tracking ausschalten kannst, zeigen wir dir in diesem Video.