Pornografie

Der Konsum von Pornografie gehört für nicht wenige Jugendliche heutzutage zur sexuellen Entwicklung mit dazu. Studien haben herausgefunden, dass zwei Drittel aller Jugendlichen unter 18 Jahren bereits pornografisches Material gesehen haben.

Doch bei nackten Menschen, die miteinander schlafen, handelt es sich nicht automatisch um Pornografie. Vielmehr kommt es auf die Darstellung der sexuellen Handlung an: Wenn es nur darum geht, sexuelle Handlungen vorzuführen, um den Zuschauer zu erregen und die Personen dabei austauschbar sind, dann handelt es sich vermutlich um Pornografie. Faustregel: Darstellungen von Sexualität, die im frei empfangbaren Fernsehen gezeigt werden dürfen, sind keine Pornografie!

Pornografie wird häufiger von Jungen als von Mädchen konsumiert. Dies zeigt sich auch darin, wie die beiden Geschlechter Pornografie bewerten: Mädchen sehen sich eher erotische Filme oder Bilder an und haben eine Grenze, wenn es sich um pornografische Angebote handelt. Pornografie verbinden sie dann auch mit Ekelgefühlen. Für Jungs hat Pornografie dagegen in vielen Fällen eine erregende Wirkung. Bei den meisten Jungs entsteht aber Ekel oder Ablehnung, wenn Pornos in den Bereich der Gewalt abgleiten. Dies mag zwar für die Mehrzahl der Jungen und Mädchen gelten, aber keinesfalls empfinden alle Jungen Erregung oder alle Mädchen Ekel, wenn es um Pornos geht.

Pornografie im Web und mobil

In den letzten Jahren ist das Internet die erste Anlaufstelle für Pornografie geworden. Nie war es leichter an kostenloses pornografisches Material zu kommen als heute. Dabei bleibt der Nutzer größtenteils anonym und hat jederzeit die Möglichkeit neue Inhalte zu betrachten.

Auch auf vielen Handys und Smartphones von Jugendlichen finden sich pornografische Filmchen oder Bilder. Dank moderner Technik können diese einfach und in Sekundenschnelle weiterverbreitet werden. (Achtung: Lies hierzu auch den Absatz Was ist erlaubt?)

Doch häufig kommen Jugendliche auch ganz unabsichtlich mit pornografischem Material in Berührung: Manchmal reicht schon ein harmlos aussehender Link und schon ist man ungewollt auf einer Pornoseite. Auch wer auf seinem Handy eine Übertragungsanfrage erhält und neugierig akzeptiert, kann plötzlich einen Porno auf seinem Handy haben. Wenn du das nicht möchtest, dann schließe die Webseite einfach ganz schnell wieder und nehme keine unbekannte Übertragungsanfrage auf deinem Handy an.

Ist Pornografie etwas Schlimmes?

Ob Pornografie gut oder schlecht ist muss jeder selbst entscheiden. Wer zum ersten Mal pornografisches Material sieht, wird schnell merken, ob es eher erregend oder verängstigend und erschreckend ist. In jedem Fall muss man sich aber klar machen, was Pornografie ist:

Pornografie hat häufig nichts mit echter Sexualität zu tun. Das zeigt sich schon am immer gleichen Aufbau der Filme. Doch Sex ist viel mehr als nur das Abhaken einer ToDo-Liste, sondern entsteht immer wieder neu, wenn sich zwei Menschen näher kommen.

Pornofilme sind also keine Dokumentarfilme, die realitätsnah zeigen, was Sexualität ist, sondern eher Fantasyfilme, die all das zeigen, was sexuell vorstellbar ist. Wie Fantasyfilme haben aber auch Pornos nicht viel mit der Wirklichkeit zu tun.

Pornografie taugt deshalb nur bedingt als Aufklärungshelfer. Wer mehr über Liebe und Sexualität erfahren möchte, sollte sich deshalb keine Pornos als Vorbild nehmen! Viel besser ist es, ein gutes Gefühl für seinen eigenen Körper zu haben und Sexualität in dem Tempo zu entdecken, wie es für einen selbst am besten passt.

Illustration aus "Let's talk about Porno" von <a href="http://klicksafe.de">Klicksafe.de</a>

Was ist erlaubt?

Neben der persönlichen Einstellung zum Thema Pornografie gibt es auch eine ganz klare rechtliche Situation:

Pornografisches Material darf in Deutschland nicht für Kinder und Jugendliche zugänglich gemacht werden. Wenn also jemand einer minderjährigen Person einen Porno zuschickt oder auch nur zeigt, so macht er sich strafbar.

Übrigens: Wenn du noch unter 18 Jahren bist und deinem/r ebenfalls minderjährigen Freund/in aus der Klasse einen Porno zeigst, ist das natürlich auch strafbar. Denn damit hast du ihm/ihr pornografisches Material zugänglich gemacht.

In der Videoreihe "Truth be told" von klicksafe berichtet Ilija über seine Erfahrungen mit Pornografie:


Links

  • Was weißt du alles über Pornographie und Sex im Web? Mach den Test mit dem Online-Quiz Let's talk about Porno
  • Die Informationsplattform Loveline.de richtet sich speziell an Jugendliche und beschäftigt sich mit Liebe, Partnerschaft und Sexualität und bietet einen Beratungschat
  • Die Informationsplattform Sextra.de bietet einen großen Beratungsbereich
  • Wenn dich Bilder aus einem Video nicht mehr loslassen oder du nicht weiß, wohin du dich mit Fragen oder Sorgen wenden kannst, dann empfehlen wir dir das Kinder- und Jugendtelefon, die sogenannte „Nummer gegen Kummer“
  • Das Thema Pornografie wird in unserem Flyer Voll Porno noch einmal kurz und prägnant zusammengefasst!

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