05.06.2017

Sexting – Spaß oder Verbrechen?

Sexting (c) Pro Juventute

(c) Pro Juventute

Vielleicht klingt es für dich aufregend Nacktbilder von dir zu verschicken, vielleicht hast du sogar schon einmal deinem Freund oder deiner Freundin ein erotisches Bild von dir geschickt. Vielleicht schüttelst du aber auch einfach nur den Kopf über diesen Trend, der sich Sexting nennt. Doch was versteckt sich hinter diesem Phänomen? Und warum kann Sexting gefährlich werden?

Was ist eigentlich Sexting?

„Sexting“ setzt sich aus „Sex“ und dem englischen Wort „texting“ (eine Nachricht versenden) zusammen. Dabei geht es allerdings nicht um Sex, sondern  um Menschen, die sich nackt oder leicht bekleidet selbst fotografieren oder ablichten lassen und diese Bilder anschließend über das Smartphone verschicken. 

Auch immer mehr Jugendliche machen bei diesem aufregenden Trend mit. Doch Sexting kann auch gefährlich werden, zum Beispiel dann, wenn ein Bild von dir in falsche Hände gerät. 

Am Beispiel von Lisa und Tom erfährst du, welche Folgen Sexting haben kann.

Wieso kann Sexting gefährlich werden?

Die Gründe für das Verschicken von erotischen Bildern sind vielfältig. Mancher sucht nach Selbstbestätigung, für andere ist es ein Liebesbeweis für den Freund oder die Freundin.

Bevor du ein solches Bild von dir versendest, solltest du dir jedoch über die Folgen bewusst sein. Der Empfänger kann die Bilddatei nämlich abspeichern und weiterschicken und du verlierst die Kontrolle über die Verbreitung deiner Aufnahmen. Innerhalb kürzester Zeit kann dein Bild dann über deine Clique und die Klasse in der gesamten Schule verbreitet werden, wie in diesem englischsprachigen Video gezeigt wird. Auch wenn du solche Bilder über Snapchat verschickst, kannst du nicht sicher sein, dass sie automatisch gelöscht werden. Dein Gegenüber kann einen Screenshot machen und das Bild abspeichern. 

Besonders gefährlich wird Sexting dann, wenn eine Person ihr Opfer mit den freizügigen Bildern erpresst. Das nennt sich Sextortion. Die Täter wollen damit häufig ein Treffen erzwingen oder noch mehr freizügige Bilder erhalten.  

Ist Sexting strafbar?

Wenn du freiwillig ein Bild von dir versendest, ist das nicht strafbar. Kritisch wird es dann, wenn dich jemand zwingt erotische Bilder von dir zu verschicken. Dann kann man von Nötigung oder Erpressung sprechen – und das ist strafbar. Wichtig ist auch, dass alle, die auf dem Bild zu erkennen sind, einverstanden mit der Aufnahme sind, ansonsten verletzt du das Recht am eigenen Bild. Strafbar ist übrigens auch das Weiterleiten von Bildern! Mehr dazu liest du in unserem Artikel Ist Sexting strafbar?

Was tun, wenn du intime Bilder erhältst?

  • Zunächst solltest du schauen, wer auf dem Bild zu sehen ist: Ist es die Person, die das Bild verschickt hat, oder jemand anderes?
  • Wenn es nicht die Person ist, die das Bild verschickt hast, solltest du den Betroffenen darüber informieren, dass sein/ihr privates Bild verbreitet wird.
  • Sprich die Person, die es versendet hat, darauf an und sage ihr, dass das Versenden solcher Bilder strafbar ist. Bitte die Person, das Bild zu löschen.
  • Auch wenn es hart klingt: Du solltest Anzeige bei der Polizei erstatten.
  • Lösche danach das Bild von deinem Smartphone.
  • In jedem Fall: Versende das Bild nicht weiter!
  • Spreche mit einem Erwachsenen über den Vorfall.
  • Außerdem: Wenn du nicht möchtest, dass die Person dir weiterhin Bilder schickt, kannst du sie natürlich auch blockieren. Wenn du das Bild in einem sozialen Netzwerk wie Facebook oder Instagram erhältst, kannst du den Nutzer oder den Inhalt melden.
  • Wenn Bilder von dir versendet werden, ohne dass du es möchtest: Wende dich an eine Vertrauensperson, zum Beispiel an deine Eltern oder eine Lehrkraft. Gemeinsam könnt ihr die Leute bitten, das Bild zu löschen oder sogar Anzeige gegen denjenigen erstatten, der das Bild weitergeleitet hat.

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