Ob Tanzvideos, KI-Bilder, verrückte Challenges oder neue Memes: Social-Media-Trends entstehen heute schneller als jemals zuvor. Ein Video kann innerhalb weniger Stunden Millionen Menschen erreichen und dafür sorgen, dass plötzlich Tausende auf der ganzen Welt dieselbe Idee ausprobieren.

Doch warum verbreiten sich manche Trends so schnell? Und warum machen so viele Menschen mit, obwohl manche Trends sogar gefährlich werden können?

Ice Bucket Challenge - Wenn ein Trend etwas Gutes bewirken kann

Ein Beispiel dafür, dass Social Media auch positive Auswirkungen haben kann, ist die ALS-Ice-Bucket-Challenge aus dem Jahr 2014. Menschen überschütteten sich mit einem Eimer Eiswasser, filmten die Aktion und nominierten anschließend weitere Personen. Gleichzeitig wurden Spenden für die Erforschung und Unterstützung von ALS gesammelt.

Der Trend wurde weltweit bekannt und zeigte, welche Kraft soziale Medien besitzen können. Millionen Menschen beschäftigten sich mit einer Krankheit, die zuvor nur wenige kannten.

Auch heute entstehen immer wieder Trends, die Menschen verbinden. Spendenaktionen, kreative Projekte oder gemeinsame Aktionen können durch soziale Medien eine Reichweite erreichen, die früher kaum möglich gewesen wäre.

Warum verbreiten sich Trends so schnell?

Ein wichtiger Grund für die schnelle Verbreitung ist der Aufbau moderner Plattformen. Algorithmen entscheiden, welche Videos Nutzer*innen sehen. Besonders erfolgreich sind Inhalte, die starke Gefühle auslösen: Überraschung, Freude, Neugier oder auch Empörung.

Viele Trends funktionieren nach einem einfachen Prinzip:
  1. Eine Person macht etwas vor
  2. Andere kopieren die Idee
  3. Der Algorithmus zeigt die Videos noch mehr Menschen
  4. Immer mehr Nutzer machen mit

Wenn Freund*innen, Mitschüler*innen oder bekannte Personen an einem Trend teilnehmen, entsteht der Wunsch, ebenfalls ein Teil davon zu sein. Dieses Gefühl wird als FOMO („Fear Of Missing Out“) bezeichnet – die Angst, etwas zu verpassen. Die Suche nach Anerkennung, z. B. durch Likes, nette Kommentare und hohe Aufrufzahlen kann diesen Effekt noch einmal verstärken.

Neue Trends im Jahr 2026

Im Vergleich zu früher gibt es heute weniger einzelne Trends, die wirklich jeder kennt. Stattdessen entstehen viele kleinere Trends gleichzeitig. Während früher ein Trend wie die Ice-Bucket-Challenge fast überall auftauchte, erreichen heutige Trends oft nur bestimmte Gruppen.

Ein großer Bereich sind KI-Trends. Nutzer*innen erstellen Bilder, in denen sie aussehen wie Filmfiguren, historische Personen oder künstliche Versionen ihrer selbst. Solche Trends können kreativ sein und zeigen neue Möglichkeiten, wie Menschen mit Technik umgehen.

Gleichzeitig entstehen dadurch neue Probleme. KI-Bilder können täuschend echt aussehen und es wird schwieriger zu erkennen, welche Inhalte wirklich passiert sind und welche künstlich erstellt wurden. Auch sogenannte „Glow-Up“- und Selbstoptimierungs-Trends sind weiterhin beliebt. Menschen zeigen Veränderungen ihres Aussehens, ihres Körpers oder ihres Lebensstils. Solche Inhalte können motivieren, aber auch unrealistische Erwartungen erzeugen.

Bild von medienzeit-elternblog.de // Das Bild wurde mit ChatGPT und DALLE von Open AI erstellt

Wenn Trends gefährlich werden

Nicht jeder virale Trend ist harmlos. Manche Challenges entstehen aus dem Wunsch, besonders mutig zu wirken oder möglichst viele Aufrufe zu bekommen. Es entsteht so eine Art Teufelskreis, in dem sich die Teilnehmenden immer wieder versuchen zu „übertreffen“.

So beispielsweise bei der Blackout-Challenge. Dabei versuchen Teilnehmer*innen, durch Sauerstoffmangel eine kurze Bewusstlosigkeit zu erreichen und filmen sich dabei. Mediziner*inne warnen vor den möglichen Folgen, da solche Aktionen zu schweren Verletzungen, bleibenden Schäden oder sogar zum Tod führen können.

Bei manchen Fitness- oder Ernährungstrends werden extreme Methoden verbreitet, die wissenschaftlich nicht belegt oder sogar gefährlich sein können. Dazu gehören beispielsweise extreme Diäten oder gefährliche Trainingsmethoden.

Das Problem dabei ist nicht nur der einzelne Trend. Durch den Algorithmus siehst du bestimmte Inhalte oft immer wieder. Dadurch kann der Eindruck entstehen, dass ein Verhalten normal oder ungefährlich sei, obwohl Expert*innen davor warnen und die Verhaltensweisen eigentlich nur auf Social Media existieren.

Der Einfluss auf uns

Social Media beeinflusst uns also auf viele Arten. Einerseits bietet es Möglichkeiten, kreativ zu sein, neue Menschen kennenzulernen und Informationen zu erhalten. Andererseits können ständiger Vergleich und der Druck, online erfolgreich zu sein, belastend werden. Mehr zum Thema Vergleich findest du auch in dieser Artikelreihe von uns.

Problematisch kann es werden, wenn die digitale Anerkennung wichtiger wird als die eigene Meinung. Manche fühlen sich unter Druck gesetzt, bestimmte Kleidung zu tragen, bestimmte Körperideale zu erreichen oder bei jedem Trend mitzumachen.

Diese Fragen solltest du dir vor der Teilnahme an einer Challenge stellen:
  • Ist dieser Trend wirklich sicher?
  • Mache ich mit, weil ich Spaß daran habe, oder nur wegen Aufmerksamkeit?
  • Würde ich das auch tun, wenn niemand es im Internet sehen würde?

Ein erfolgreicher Trend braucht keine Gefahr. Oft sind die besten und die erfolgreichsten Ideen diejenigen, die kreativ sind, Menschen verbinden und niemandem schaden.

Unsere Website verwendet technisch notwendige Cookies. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.