Eine zweite Runde Nostalgie mit Kim, Nora und Flo und Marius.

Flo: Mafia

2004 erschien das Actionspiel Mafia. Über eine Computerspielzeitschrift bin auch auf das Spiel aufmerksam geworden und war sofort vom coolen Setting dieser Mafiageschichte in den 30er Jahren angetan. Diese riesige Stadt mit den stilechten Autos hat mich fasziniert, so dass ich mir schnell die Demo-Version installiert und durch die Stadtviertel gebraust bin. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir auch die alte Jazz-Musik, die aus den Autoradios ertönt ist und zur großartigen Atmosphäre beigetragen hat. 
Da ich erst 14 Jahre alt war, waren meine Eltern erwartungsgemäß nicht so sehr begeistert von diesem Game. Allein der Name „Mafia” hat sie schon abgeschreckt – hinzu kam, dass das Spiel erst ab 16 Jahren freigegeben war. Alle Zeichen standen also auf Verbot… und das musste ich verhindern: Wie ein echter Mafiosi habe ich dann einen „Deal” vorgeschlagen: Ich würde in Mafia nur durch die Stadt fahren und die Gangster-Missionen links liegen lassen. Aber ihr ahnt es schon: Kaum war ich allein zu Hause wurde die erste Mission gestartet. Und auch wenn Gewalt und Waffen im Spiel sehr dominieren, so geht es doch auch um Freundschaft und Vertrauen sowie Schuld und Vergebung. Letztendlich kann ich sagen: Kaum eine Geschichte hat mich so sehr gefesselt und ist mir so eindrucksvoll in Erinnerung geblieben wie die von Mafia!

Kim: Anno 1602

Noch heute muss ich bei manchen klassichen Musikstücken an Anno 1602 denken: Denn die spielen da als Hintergrundmusik. In Anno geht es darum mit einem begrenzten Vorrat eine oder mehrere Inseln zu besiedeln und darauf ein neues Leben aufzubauen. Geld verdient man durch Steuern der Bewohner, doch die wollen auch versorgt werden. Dazu muss man zu Beginn erstmal die Versorgung an Nahrung und Baumaterial sicherstellen. Doch die Wünsche der Bürger werden immer anspruchsvoller und so auch die Anforderungen des Spiels. Rückblickend habe ich ziemlich viel durch Anno gelernt: Wofür man Erz verwendet und welche Schritte bei der Verarbeitung zu Werkzeug eingehalten werden müssen zum Beispiel. Darüber habe ich im Spiel nämlich oft geflucht: so viele verschiedene Betriebe bauen – nur für Werkzeug! Ohne Anno hätte ich auch bis heute keine Ahnung was Infanterie, Kavallerie oder Kanoniere eigentlich sind. Denn ja: Ich habe auch mal Krieg geführt. Vor kurzem habe ich mir das Spiel nochmal geholt und bin direkt für ein paar Stunden in die Anno Welt versunken. Neben Anno 1602 gibt es die Reihe auch aus anderen Jahrhunderten – da warten dann dementsprechend auch neue Herausforderungen. Vielleicht wage ich mich in Zukunft mal in die Zukunft...

Nora:

Wenn ich an mein Gamer-Life als Kind und als Jugendliche zurückdenke, dann muss ich zugeben: Einen großen Teil der Spiele, an die ich mich erinnere, habe ich gar nicht selbst gespielt. Ich habe viel zugeschaut: Mein großer Bruder hat Spiele gespielt, die ich (noch) nicht spielen durfte. Es gab eben noch keine Let’s Plays oder Gaming YouTuber – Spiele kannte man nur von Freunden. Als ich auf dem Gymnasium war, hatte eine Freundin Age of Empires. Das fand ich ziemlich cool. Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, warum ich mir das damals nicht auch selbst gewünscht habe. Vor kurzem war ich bei einer befreundeten Familie zu Besuch und wir kamen auf die Idee mal wieder eine (W)Lan-Party zu machen. Wir waren zu sechst, Altersspanne: 13 bis 39. Und die Wahl der „Erwachsenen” viel auf Age of Empires. Da habe ich das Spiel zum ersten Mal alleine richtig durchgespielt und hatte sehr viel Spaß! Letztes Wochenende habe ich zum ersten Mal Minecraft gespielt – und mir erstmal Tutorials auf YouTube dazu angeschaut. Aber ehrlich gesagt: Ich hätte mehr Bock auf eine gemeinsame Gaming-Session mit Freunden, die mir ihre Tipps und Tricks verraten: Ich glaube ich veranstalte bald mal eine digitale Gaming Session.

Marius: Mass Effect

Das erste Mass Effect wurde weltweit im November 2007 auf der Xbox 360 veröffentlicht. Ich war gerade 16 Jahre alt und hätte es theoretisch direkt spielen dürfen, war jedoch schon immer ein Computer- und Playstation-Spieler, weswegen mir dieses Action-Rollenspiel bis zu seinem Windows-Release im Juni 2008 verwehrt blieb. Als ich es dann endlich in meine Finger bekam, wurde ich mit Überlichtgeschwindigkeit in die virtuelle Milchstraße katapultiert. In der hier dargestellten Zukunft hat die Menschheit, dank antiker Alientechnologie, das Weltraumreisen gemeistert und ist der jüngste Teil eines Verbunds aus verschiedenen, interstellar reisenden Rassen. Der Spielcharakter „Commander Sheppard“ (m/w) erlebt über den Verlauf der Trilogie ein episches Weltraumabenteuer mit einer tiefgreifenden Story, vielschichtigen Charakteren, einem mal mehr (Teil 2+3), mal weniger (Teil 1) packendem Gameplay und einem Soundtrack, der bei mir noch heute Gänsehaut auslöst ("Leaving Earth“ alleine entführt mich jedes mal aufs Neue mit seiner Tragik in die tiefen des Weltraums)."
Ein wichtiges Merkmal der Reihe waren schon immer die Entscheidungsmöglichkeiten. So konnte man z.B. einer Reporterin ein Interview geben oder ihr einfach deftig eine zimmern, wenn man Lust hatte böse zu spielen. Auch die Interaktionsmöglichkeiten mit Sheppards Begleitern waren für mich damals einzigartig. Ich konnte mich mit meinen Crewmitgliedern anfreunden, oder sogar Beziehungen mit ihnen eingehen (unabhängig von Rasse oder Geschlecht).Oder natürlich gemein zu ihnen sein.
Für mich persönlich erreichte die Reihe ihren Höhepunkt mit dem zweiten Teil. Die Geschichte wurde vertieft und erweitert, das Gameplay ausgereifter und abwechslungsreicher als noch im ersten Teil und die Begleiter, egal ob neu (Legion, Mordin Solus) oder wiederkehrend (Tali’Zorah, Garrus), wuchsen mir in keinem anderen Spiel so sehr ans Herz wie hier. 
Abgesehen vom Ende des dritten Teils, bei dem alle vorherigen Spielentscheidungen über den Haufen geworfen wurden und man sich einfach zwischen drei verschiedenen Enden entscheiden konnte (R.I.P. Marauder Shields), ist für mich die Mass Effect-Trilogie eine fast perfekte, unglaublich immersive Space-Opera. 
Auch der furchtbare vierte Teil „Mass Effect Andromeda“, der abseits der Hauptgeschichte in der namensgebenden Andromeda Galaxie spielt, kann die Erinnerungen an die großartige Ursprungstrilogie nicht trüben.
In diesem Sinne: „You can fight like a Krogan, run like a leopard, but you’ll never be better than Commander Shepard“