Challenges sind nicht nur auf TikTok beliebt: Doch sind sie dort besonders gefährlich?

Ob auf YouTube, Instagram oder TikTok: Immer wieder verbreiten sich Challenges in Social Media. Dabei spielt oft eine Rolle wie beeindruckend, lustig oder kreativ die Challenges sind. Ganz wichtig ist außerdem: der Mitmach-Charakter. Je mehr Leute mitmachen, desto schneller verbreitet sich eine Challenge. Dazu ist es natürlich wichtig, dass eine Challenge für viele Leute machbar ist, also dass man nicht erst unzählige verrückte Gegenstände kaufen muss. Doch noch ein Faktor spielt eine Rolle…

Alles für die Likes?

Für viele Menschen spielt es bei der Nutzung von Social Media eine Rolle Aufmerksamkeit zu bekommen. Apps wie TikTok sind dafür hervorragend geeignet, denn man sieht genau wie viele Aufrufe ein Clip hat, wie viele Likes oder Kommentare es gibt und ob man neue Follower dazugewinnt. Auch Challenges können für viel Aufmerksamkeit sorgen. Für Aufmerksamkeit spielen zwar Kreativität und Spaß auch eine Rolle, doch auch besonders krasse Challenges erhalten häufig viel Aufmerksamkeit. Daher verbreiten sich leider auch Challenges, die geschmacklos oder gefährlich sind.

Von geschmacklos bis gefährlich

Über Geschmack lässt sich streiten, über Gefahren für sich selbst und andere aber nicht. Meistens kommt bei gefährlichen Challenges sowieso beides zusammen.
So zum Beispiel bei der Kulikitaka-Challenge. Hier wird eine Art kurzer Tanz auf einen Song aufgeführt und dann eine oder mehrere Kühe erschreckt, in dem man wild auf sie zurennt.
Wow, friedlichen Fluchttieren für einen TikTok-Clip Angst einjagen. Geschmacklos: Check.
Doch wenn Kühe in Panik verfallen treten sie auch manchmal die Flucht nach vorne an. Rennt eine Herde Rinder über einen TikToker, geht das nicht immer gut aus. Gefährlich für den TikToker: Check. Doch auch für die Kühe oder Landwirte kann das gefährlich werden. Denn eine panische Herde kann Zäune durchbrechen, entlaufen oder auf befahrene Straßen gelangen. Das alles für ein paar Likes auf TikTok?

Kühe Kulkitika Challenges

Eine Gefahr für andere werden

Doch es gibt auch Challenges, bei denen man zunächst immerhin nur sich selbst gefährdet. So verbreitete sich beispielsweise die Herausforderung, Waschmittel-Pods zu essen. Dass Seife und dementsprechend auch Waschmittel nicht zum Verzehr geeignet ist, sollte klar sein. So landeten einige Teenager bereits mit Vergiftungen im Krankenhaus. Ähnliches geschieht bei einer Challenge, bei der Allergie-Medikamente in einer Überdosis eingenommen werden. Doch wer glaubt man trüge bei solchen Challenges nur die Verantwortung über sich selbst, sollte nochmals nachdenken. Denn jede und jeder der gefährliche Challenges weiterverbreitet, wird zum Teil des Problems: zum Vorbild, dem vielleicht nachgeeifert wird. Nur weil man selbst das Wachmittel nur eklig fand und unbeschadet davon kam, heißt das nicht, dass es Nachahmern nicht schlimmer ergeht.

Likes

Ist deswegen Panik angesagt?

Natürlich gibt es auf TikTok und anderen Plattformen auch völlig ungefährliche, lustige und kreative Challenges. Und sogar welche, für den guten Zweck! Doch gerade in den klassischen Medien hört man eben eher von den gefährlichen. Das hat neben der warnenden Funktion leider noch zwei Effekte:
1. Gefährliche Challenges verbreiten sich manchmal dann noch schneller, weil mehr Leute darauf aufmerksam werden.
2. Erwachsene und Eltern haben ein sehr kritisches Bild von Plattformen wie TikTok und verbieten zum Beispiel dann die Nutzung komplett. Dabei sind manche Warnungen auch wirklich überzogen. So wurde beispielsweise Anfang des Jahres vor der angeblichen „Skull-Breaker-Challenge“ gewarnt und zwar tausende Male. Diese Challenge war aber eigentlich gar kein großes Thema auf TikTok und wurde nur künstlich so aufgebauscht. Nachlesen kannst du das hier.

Schon gewusst?

Die Inhalte auf TikTok werden immer wieder  durch Moderatorinnen und Moderatoren geprüft. Geschaut wird dabei, ob sie den Community-Richtlinien entsprechen. Tierquälerei oder die Darstellung gefährlicher Aktionen lehnt TikTok dabei ganz klar ab. Solche Inhalte werden also – wenn entdeckt oder durch andere Nutzer gemeldet – entfernt. Verstoßen Nutzer öfter gegen die Community Richtlinien kann ihr Konto z.B. durch TikTok gesperrt werden. Die Einstellung "Alles für die Klicks" lohnt sich also nicht... denn so kann man den eigenen Account schnell gesperrt bekommen. 

Das kannst du tun:

Es wird immer wieder Menschen geben, die verrückte und leider auch gefährliche „Challenges“ in Social Media hochladen werden. Doch gegen die Verbreitung solcher Inhalte kannst du aktiv werden.
 

5 Tipps für Dich

  1. Teile keine gefährlichen oder geschmacklosen Challenges
  2. Nimm selbst an keinen gefährlichen oder geschmacklosen Challenges teil
  3. Frag dich bevor du an einer Challenge teilnimmst: Ist das gefährlich oder geschmacklos gegenüber anderen? Leider gibt es nämlich auch Challenges, die zum Beispiel Menschen mit Behinderung diskriminieren.
  4. Wenn Freunde von dir über gefährliche oder geschmacklose Challenges sprechen: Sag deine Meinung!
  5. Informiere dich selbst, bevor du Panik über vermeintliche Challenges verbreitest.

 

Artikel vom 16.11.2020.

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