Ein Geburtstag der Oma, das Schulfest oder eine Veranstaltung im Verein oder Sport – bestimmt machen deine Eltern bei solchen Gelegenheiten gerne Fotos von dir. So sammeln sich über die Jahre viele tolle Erinnerungen. Doch vielleicht willst du nicht bei allen Fotos, dass sie an Verwandte und Freund*innen deiner Eltern verschickt werden. Dazu hat uns auch eine Community-Frage erreicht:

Was kann ich machen, wenn mich meine Eltern fotografieren, die Fotos in die Familiengruppe stellen und ich das nicht will?

Zu dem Recht am eigenen Bild haben wir vor Kurzem schon eine Community-Frage beantwortet. Die findest du hier. Aber was ist eigentlich, wenn deine eigenen Eltern ohne dein Einverständnis Bilder verschicken? Wir erklären dir, was du wissen musst!

Dürfen meine Eltern Bilder von mir verschicken, obwohl ich das nicht möchte?

Auch Kinder haben Persönlichkeitsrechte – und damit auch das Recht am eigenen Bild und das Recht auf Privatsphäre. Bis du 18 Jahre alt bist, sind deine Eltern für dich verantwortlich und entscheiden in bestimmten Punkten auch für dich. Aber: Du hast ein Recht auf Beteiligung. Daraus entsteht beim Recht am eigenen Bild eine sogenannte Doppelzuständigkeit. Das heißt, dass sowohl deine Eltern als auch du in die Entscheidung mit einbezogen werden.

Für die Entscheidung, ob ein Foto verschickt werden darf oder nicht, ist wichtig, dass du einsichtsfähig bist. Das heißt, dass du zum Beispiel verstehst, was es bedeutet und welche Folgen es hat, wenn ein Bild verschickt wird. Ein 1-jähriges Kind hat diese Einsicht vermutlich noch nicht, ein 17-jährige Person dagegen sehr wahrscheinlich. Ab wann genau ein Kind reif genug ist mitzuentscheiden, ist aber total unterschiedlich. Häufig spricht man von einem Alter ab etwa sieben oder acht Jahren.

Deswegen müssen deine Eltern anerkennen, wenn du nicht möchtest, dass ein Bild von dir verschickt wird. Das heißt, sie dürfen ohne deine Zustimmung das Foto nicht verschicken. Bist du jünger und noch nicht einsichtsfähig, dürfen deine Eltern das für dich entscheiden.

Was kann ich tun, wenn meine Eltern das trotzdem tun?

Manchmal machen Eltern Bilder von dir und verschicken sie trotzdem oder sie fragen dich gar nicht, weil sie es vielleicht einfach vergessen. Wenn du das schon mal erlebt hast, haben wir deshalb folgende Tipps für dich:

  • Sprich deine Eltern an und erkläre ihnen, dass du das nicht möchtest. Du kannst dabei auch das Recht am eigenen Bild und die Kinderrecht erwähnen.
  • Du kannst deinen Eltern auch diesen Artikel zeigen oder mit ihnen gemeinsam das Video auf dieser Seite
  • Gehe mit ihnen diese Checkliste zum Posten von Bildern durch und erkläre ihnen, was die Punkte für dich bedeuten.

Was mache ich, wenn meine Eltern meinen Wunsch nicht ernstnehmen und nicht berücksichtigen?

Vielleicht verstehen deine Eltern nicht immer sofort, warum dir etwas wichtig ist. Manchmal sagen sie vielleicht auch Dinge, die sich so anfühlen, als könnte man dagegen gar nichts sagen. Oder die dich verletzen. Was aber wichtig ist: Du hast diese Recht und deswegen ist es auch völlig in Ordnung, wenn du darauf bestehst, dass sie eingehalten werden!
Damit es dir vielleicht etwas leichter fällt, Argumente gegen die Sätze deiner Eltern zu finden, haben wir dir hier ein paar Ideen aufgeschrieben:

„Das ist doch nicht so schlimm.“

Wische hierhin, um zu erfahren, was du sagen kannst.

Das kannst du sagen:

Mir ist es aber wichtig, dass ich weiß, was mit den Bildern passiert. Man kann mich darauf sehen, was ich mache, im Hintergrund sind Informationen über mich zu finden und so weiter. Das sind Informationen, die ich nicht mit jedem teilen möchte. Wenn andere Men-schen die Bilder haben, weiß ich nicht, was sie mit den Bildern machen. Und ich möchte nicht, dass andere Menschen Bilder haben, die mir zum Beispiel jetzt oder später mal peinlich sind.

„Das muss dir doch nicht peinlich sein.“

Wische hierhin, um zu erfahren, was du sagen kannst.

Das kannst du sagen:

Dann versetze dich doch mal in meine Lage. Wie würdest du dich fühlen, wenn andere Menschen Fotos von dir haben, mit denen du dich nicht wohl fühlst? Was peinlich ist, ist für jeden unterschiedlich. Deshalb möchte ich das nicht.

„Stell dich nicht so an.“

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Das kannst du sagen:

Ich stelle mich nicht an. Ich setze mich für Dinge ein, die mir wichtig sind.

„Das sehen doch nur Oma und Opa / Tante und Onkel / meine Freund*innen / … .“

Wische hierhin, um zu erfahren, was du sagen kannst.

Das kannst du sagen:

Das sind aber mehr Menschen, als ich möchte. Außerdem wissen wir nicht, ob die das Foto noch jemand anderem zeigen. Und: Hast du dir die Privatsphäre-Einstellungen für das Netzwerk durchgelesen? Was dürfen die alles mit dem Foto machen, wenn du es darüber teilst?

„Aber ich bin stolz auf dich und möchte das anderen zeigen!“

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Das kannst du sagen:

Dann lass uns doch gemeinsam ein Fotobuch gestalten. Da können wir gemeinsam dar-über sprechen, welche Bilder wir benutzen, und es das nächste Mal Oma und Opa / Tante und Onkel / deinen Freund*innen / … zeigen.

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