Hass = Klicks?

Hast du schon einmal von dem Begriff Rage Farming oder Rage Bait gehört? Auf deutsch übersetzt heißt das so viel wie „Wutköder“. Doch was genau beschreibt der Begriff überhaupt? Welche Probleme kommen durch Rage Farming auf? Und wie solltest du darauf reagieren? Das erklären wir dir in diesem Artikel.

Klicks mit Hass auf Social Media

Liest man Kommentare auf Social Media Angeboten, wie TikTok, Instagram, YouTube oder Threads, fällt einem schnell etwas auf: Der Ton ist häufig ziemlich rau und andere Nutzer*innen regen sich über das Thema des Beitrags unglaublich auf. Das ist kein Zufall, sondern wird von vielen online aktiv genutzt, um mehr Reichweite und mehr Interaktionen zu gewinnen. Mit provokanten oder polarisierenden Themen sollen die User*innen in Rage versetzt werden. Sie sollen also wütend werden und sich aufregen.

Das bestätigt sogar eine Studie aus dem Jahr 2021, die von Forschenden der Yale-University in den USA durchgeführt wurde. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse kannst du auch in dieser Pressemitteilung der Yale Universität nachlesen. In der Studie wurde nachgewiesen, dass Beiträge auf Social Media mehr Likes und Aufrufe bekommen, wenn diese Emotionen, wie Wut und Empörung, hervorrufen.

Wer benutzt Rage Farming?

Diese Taktik kann von vielen Menschen genutzt werden. Sowohl von Privatpersonen als auch von Unternehmen oder politischen Parteien. Dabei reicht es oft aus, wenn die Schlagzeile kontrovers ist. Der Inhalt eines Artikels muss damit gar nicht wirklich übereinstimmen oder kann sogar die Schlagzeile wieder abschwächen.  

Aber das ist nicht alles. Personen, die Rage Farming betreiben, gehen oft noch einen Schritt weiter und verbreiten bewusst falsche Aussagen oder Artikel, die wie Fakten dargestellt werden, aber keine sind. Dadurch können Fake News und Verschwörungstheorien schneller verbreitet werden.

Wie du Falschinformationen erkennst und wie du darauf reagieren solltest, erfährst du übrigens in diesem Artikel von Klicksafe! Schau dir gerne auch unsere Infografik zum Thema Fake News an.
 

Wie kannst du mit Rage Farming umgehen?

Besonders wenn es um menschenverachtende Inhalte und Falschinformationen geht, ist es wichtig nicht wegzuschauen. Das heißt nicht, dass du dich mit aufregen sollst. Das würde nur noch mehr Klicks und Aufmerksamkeit erregen. 

  1. Rage Farming erkennen

Am wichtigsten ist es, dass du weißt, dass Rage Farming auf Social Media bewusst eingesetzt wird. Mit diesem Bewusstsein kannst du beispielsweise Überschriften kritisch hinterfragen und erkennen, wann es sich um Rage Farming handelt, und wann nicht.

  1. Selbstreflexion

Wenn wir provokante Inhalte sehen, kitzelt es uns schon oft in den Fingerspitzen – wir wollen reagieren. Du solltest dich aber zuerst fragen, ob eine Reaktion überhaupt konstruktiv wäre oder einfach nur für mehr Reichweite des Beitrags sorgt. Ein Beitrag ist immer konstruktiv, wenn es darum geht auf Falschinformationen hinzuweisen oder Minderheiten zu schützen. In Kommentaren auf solche Problematiken einzugehen, ist sogar wichtig!

  1. Konzentration auf Positives

Da viele nur auf Negatives reagieren, ist es umso wichtiger auch mit positiven und konstruktiven Meldungen zu interagieren. Damit werden diese Diskussionen gepusht.
 

Artikel vom 22.01.2024.