Bauchschmerzen beim Telefonieren

Musstest du schon mal dringend telefonieren – zum Beispiel, um einen Arzttermin auszumachen – und hast das die ganze Zeit herausgezögert, hattest Herzrasen oder hast dich sonst unwohl gefühlt? Du bist nicht allein: besonders junge Menschen leiden an Telefonangst. 44 % der 16- bis 29-Jährigen haben schon mal einen notwendigen Anruf aufgeschoben, 61 % der jungen Erwachsenen bekommen lieber eine Text-Nachricht als angerufen zu werden.

Warum junge Menschen Angst vorm Telefonieren haben

Telefonangst kann sich durch Herzrasen, Zittern, Stottern, Übelkeit oder einen „leeren Kopf“ äußern – Symptome, die an soziale Phobie erinnern.

Besonders junge Menschen, die mit Smartphones aufgewachsen sind, leiden häufig unter Telefonangst. Der Grund: fehlende Übung. Wer selten zum Hörer greift, fühlt sich unsicherer und weniger selbstbewusst. Früher war das Telefonieren die einzige Möglichkeit, über Entfernungen hinweg zu kommunizieren. Demnach ist es für Ältere selbstverständlich, zu telefonieren. Heutzutage gibt es aber viele andere Kommunikationswege. Während man bei E-Mails und Chatnachrichten lange Zeit zum Überlegen und Formulieren hat, muss man bei Anrufen spontan sein. Damit steigt die Angst vor Ablehnung, Kränkung oder Versagen. Ebenso bedeutet dies einen gewissen Kontrollverlust und die Konfrontation mit einer unbekannten Situation und einer fremden Person. Auch die fehlende Sichtbarkeit von Emotionen und Reaktionen am anderen Ende erschwert die Kommunikation und führt zu Unsicherheit.

Hand tippt an einem alten Telefon

Tipps, um Telefonangst zu überwinden

  1. Vorbereitung: Einstiegssatz überlegen und Stichpunkte notieren.
  2. Üben: Regelmäßiges Telefonieren schafft Routine und reduziert die Angst.
  3. Atmen: Bewusst in den Bauch atmen, Ausatmung länger als Einatmen. Das beruhigt.
  4. Lächeln: Hebt die Laune und erleichtert den Anruf.
  5. Nervosität nutzen: Sie kann die Konzentration steigern.
  6. Realitätscheck: Am anderen Ende sitzt auch nur ein Mensch – vielleicht mit eigener Telefonangst. Kleine Fehler fallen meist gar nicht auf.
  7. Notizen während des Gesprächs: Stift und Zettel bereithalten, um nichts zu vergessen.
  8. Worst-Case-Szenario durchspielen: Relativiert die Angst und nimmt Druck: Wie schlimm ist das Worst-Case-Szenario wirklich?
  9. Nachfragen und Paraphrasieren: Verständnis und Interesse zeigen und Zeit gewinnen, eine Antwort zu formulieren.

Wichtig: Die schlechteste Strategie ist, gar nicht zu telefonieren – das verstärkt die Angst nur. Am besten ist es, die Situation vorzubereiten, sie durchzuführen und hinterher festzustellen: „War ja gar nicht so schlimm“.

Wie geht’s dir beim Telefonieren? Hast du auch Angst und vermeidest es oder bist du da ganz entspannt? Schreib uns doch gerne auf Instagram.

Artikel vom 06.01.2026.