Können deine Social-Media-Profile zum Problem bei der Einstellung werden?

Man kennt das ja: Beim Feiern mit Freunden hat man ein bisschen über die Stränge geschlagen, tanzt und gröhlt auf dem Tisch und macht dabei vielleicht nicht den professionellsten Eindruck. Die Party ist so gut, das möchte man mit der Welt teilen! Also ab geht’s: Insta-Story, ein Posting und vielleicht ein kleines TikTok vor dem Toilettenspiegel. Am nächsten Tag lacht man sich mit Freunden über die Ereignisse schlapp. Besonders cool: Das Video, das ein Kumpel zusammengeschnitten und auf YouTube gestellt hat. Gleich mal die lustigsten Erinnerungen kommentieren.
Und das kennt man auch: Jemanden, der das sieht und gar nicht cool findet. Ganz oft sind das Eltern oder Lehrkräfte, die dann sagen: „Wenn du dich mal irgendwo bewerben willst, wirst du das bereuen.“ Aber die haben auch keine Ahnung vom Internet, oder etwa doch…?

Kann deine Partynacht zum Karrierekiller werden?

Darauf gibt es keine einfache Antwort. Es ist jedenfalls so, dass siche jede/r vierte Personaler/in Social-Media-Profile anschaut und Personen wegen einzelner Postings schon nicht eingestellt hat oder nicht mit in die engere Auswahl genommen hat. Ob die Personalabteilung, bei der du dich bewirbst, das genau so macht? Die Chance beträgt zumindest mal 25%. Ob du dieses Risiko eingehen willst, musst du selbst entscheiden.

Mädchen tippt am Laptop

Es geht nicht nur um Partykram

Personalverantwortliche schauen sich auch nach anderen Infos auf deinen Social-Media-Profilen um. Dabei steht vor allem dein fachliches Wissen und deine Äußerungen zum Unternehmen, bei dem du dich bewirbst oder ähnlichen Unternehmen, im Vordergrund. Allerdings achten auch einige Personaler, genau genommen ein Drittel, auf deine Hobbys.
Politische Ansichten sind für immerhin 16% der Personalverantwortlichen bei ihrer Online-Recherche nach dir interessant. Rassistische Kommentare oder beleidigende Videos von dir? Wird sowas gefunden, wirst du eher nicht zum Bewerbungsgespräch eingeladen.

Punkten mit Social Media

Social Media gehört für die meisten Menschen mittlerweile zum Alltag. Sucht also jemand aus der Personalabteilung nach dir und du tauchst gar nicht auf, kann das auch komisch wirken. Cool wäre es auf jeden Fall aber, wenn bei der Suche nach dir nicht als erstes deine Party-Eskapaden oder das peinliche Schmink-Tutorial von vor 5 Jahren auf den Bildschirmen deiner zukünftigen Kolleginnen und Kollegen erscheint. Also nutz‘ Social Media doch um einen positiven Eindruck von dir zu vermitteln!

Personen im Bewerbungsgespräch

Das kannst du tun:

  • Viele Personalverantwortliche suchen nach Bewerbern auf beruflichen Netzwerkseiten. In Deutschland werden vor allem die Plattformen Xing und Linkedin genutzt. Hier kannst du dir kostenlos ein Profil anlegen und mit deinen Kompetenzen punkten. Achte dabei aber darauf, dass dieses Profil dazu da ist, dich als ernstzunehmende und professionelle Person darzustellen. Hierhin gehören wichtige Fakten aus deinem Lebenslauf, berufliche Erfahrungen und ein ansprechendes Bewerbungsbild.
  • Nutze Social Media um gut anzukommen. Du bewirbst dich als Tischlerin und hast einen YouTube-Kanal? Wie wär’s mit einem „DIY-Hocker“ Tutorial? Damit zeigst du, dass du dich wirklich für den Beruf interessierst und auch in der Freizeit Erfahrungen sammelst. Du möchtest ins Marketing? Dann poste doch mal dein cooles Kunst-Projekt, bei dem du ein Werbeplakat gestaltet hast. Journalismus wäre dein Traum? Okay easy, schon mal an einen Blog gedacht?
  • Deine Hobbys sind cool – nicht nur weil sie dir Spaß machen, sondern weil sie auch etwas über dich aussagen können, wenn du sie im Bewerbungsgespräch richtig kommunizierst. Du fährst in der Freizeit gerne Rennrad oder trainierst auf einen Langstreckenlauf? Na, das spricht doch ganz klar für dein Durchhaltevermögen! Aufwändige Make-Up-Looks sind deine Leidenschaft? Nutze das um dein künstlerisches Talent und deine Liebe zum Detail zu präsentieren. Selbst wenn du einfach nur gerne auf Partys unterwegs bist, kannst du das im Bewerbungsgespräch zu deinen Gunsten kommunizieren. Spricht dich eine Personalerin darauf an, kannst du sagen: „Stimmt, es sind einige Partybilder von mir auf Instagram. Ich bin gerne unter Leuten und knüpfe schnell neue Kontakte. So habe ich auch gelernt, andere Menschen schnell einschätzen zu können und komme problemlos mit jedem ins Gespräch. Ich denke diese Eigenschaften wären doch auch bei der Stelle im Vertrieb hilfreich“.

Artikel vom 23.06.2020.