Diese Woche haben unzählige Stars und Influencer einen Screenshot in ihren Social Media Posts oder Stories gezeigt. Darauf zu sehen: Ihr Profil in der neuen App "Vero– True Social". Brauchen wir die App jetzt wirklich alle? Das haben wir für dich gecheckt.

Die App Vero ist ein soziales Netzwerk, das so ähnlich funktioniert wie Facebook oder Instagram. Du kannst dir ein Profil anlegen und von Fotos über Musik oder Status-Updates so ziemlich alles teilen, was du möchtest. Dabei musst du vor jedem Posting auswählen mit wem du den Post teilen willst. Nur mit engen Freunden, auch mit Bekannten oder auch mit (unbekannten) Followern. Neben dem etwas dunkleren Design unterscheiden sich die Funktionen von Vero nicht besonders von den alten Bekannten Instagram oder Facebook. Einen großen Unterschied soll es aber geben.

True Social – Eine App ohne Werbung und Algorithmen

Zunächst einmal verspricht Vero, dass du in der App nicht mit Werbung überschwemmt wirst. Etwas, das sich viele Nutzer anderer sozialer Netzwerke schon lange wünschen. Außerdem gibt die App vor nicht mitzuentscheiden, was den Nutzern angezeigt wird.

Wusstest du das?

Bei Facebook und Instagram entscheiden mittlerweile Algorithmen, was uns angezeigt wird und was im Feed untergeht. So kann es passieren, dass dir manchmal Posts als Erstes angezeigt werden, die schon mehrere Tage alt sind. Außerdem werden dir auf Insta oder Facebook Posts von Freunden, mit denen du weniger in Kontakt stehst, oft gar nicht angezeigt.

Auch mit der Werbung auf den bekannten sozialen Netzwerken ist es so: Dein Verhalten und deine Interessen werden genau ausgewertet und du bekommst zu dir passende Werbung angezeigt. Vero will das anders machen. Hier werden dir alle Posts chronologisch – das heißt in der Reihenfolge in der sie gepostet wurden – angezeigt. Da es in Vero keine Werbung gibt, muss die App auch nicht dein Verhalten und deine Interessen beobachten.

Die Schattenseiten von Vero

Vero steht allerdings bereits aus verschiedenen Gründen in der Kritik. Die fünf wichtigsten Kritikpunkte:

1. Account löschen

Es ist  ziemlich schwer, den eigenen Vero Account zu löschen. Hierzu muss man eine Anfrage an das Vero Support Team senden. Wann und ob der Account wirklich zuverlässig gelöscht wird, ist aber bisher unklar. 

2. Das Kleingedruckte in den AGB

Das kennen wir leider schon von vielen anderen sozialen Netzwerken: man erlaubt Vero die Nutzung der geposteten Inhalte. Das heißt, Vero kann deine geposteten Bilder theoretisch ohne dafür zu bezahlen weiterverwenden.

3. Deine Handynummer

Um dich bei Vero zu registrieren, musst du deine Handynummer rausrücken. Diese wird dann für die Bestätigung deines Smartphones genutzt.

4. Der Gründer

Gründer und Geschäftsführer der App ist Ayman Hariri, ein libanesischer Milliarden-Erbe. Er steht vor allem in der Kritik, weil er vor Vero auch stellvertretender Geschäftsführer eine riesigen Baufirma in Saudi Ararbien war, die Mitarbeiter extrem schlecht behandelt hat. So wurden Mitarbeiter angeblich unter schlimmsten Bedingungen in dreckigen Lagern untergebracht und kaum mit Wasser oder Nahrung versorgt. Zudem soll die Firma diesen Mitarbeitern über viele Monate einfach kein Gehalt gezahlt haben.  

5. Vero soll bald Geld kosten

Die App gibt vor, nur für die "ersten Nutzer" kostenlos zu sein und dann jährlich Gebühren zu verlangen. Damit wird natürlich erreicht, dass sich jetzt viele Nutzer anmelden, um kostenlos dabei zu sein. Ob die App allerdings jemals Geld kosten wird oder ob das nur ein geschickter Trick ist, um Nutzer anzulocken, kann bisher keiner sagen. 

Warum Influencer uns zu Vero locken wollen

Warum wollen denn jetzt alle Stars und Influencer, dass wir uns bei Vero anmelden? Das kann zwei Gründe haben:

1. Wenn es keine Werbeanzeigen mehr auf Vero gibt, wird es für Unternehmen richtig spannend, Influencer für Werbung zu bezahlen. Die können dann Produkte auf Vero vorstellen und damit natürlich richtig viel Geld verdienen. Wird Vero erfolgreich, könnte das vielen Influencer Geld in die Taschen spülen. Klar, dass viele sich daher den Erfolg von Vero wünschen.

2. Es ist gut möglich, dass Vero Influencer dafür bezahlt hat, Werbung für die App zu machen. Die App Vero gibt es nämlich schon seit 2015, bisher hat sich aber niemand dafür interessiert. Die plötzliche Werbung vieler Stars und Influencer ist da doch irgendwie verdächtig.
 

“Von uns hat sich bisher keiner bei Vero angemeldet und wir haben nicht das Gefühl, etwas zu verpassen.”

Handysektor Redaktion

Meinungen aus der Handysektor Redaktion:

Von uns hat sich bisher keiner bei Vero angemeldet und wir haben nicht das Gefühl, etwas zu verpassen. Aktuell hat die App noch viele Probleme und ist überlastet, sodass man ohnehin nicht viel erleben kann. Ob aus Vero das nächste große soziale Netzwerk wird? Wir wissen es nicht und warten lieber mal ab, wie sich der Hype um die App entwickelt. Vero jetzt schon alle unsere Daten zu geben und den Account dann nicht mehr löschen zu können wollen wir nämlich definitiv nicht.