31.10.2016

Messaging? Aber sicher!

Gezeichneter Briefumschlag

Fast jeder, der ein Smartphone hat, nutzt auch Messaging-Dienste wie WhatsApp, Telegram & Co. Sicher gehörst auch du dazu und schickst ab und zu mal persönliche Nachrichten an deine Freunde. Deswegen sollte die Übertragung sicher sein und kein Fremder sollte deine Nachrichten lesen können. Aber welcher Messenger ist wirklich sicher und was tun die Anbieter für den Datenschutz? 

WhatsApp, Snapchat, Facebook, Telegram, Skype, ... – die Liste an Messaging-Apps ist nahezu endlos. In vielerlei Hinsicht ähneln sich die Messenger-Dienste, teilweise weisen sie aber auch große Unterschiede auf. Nicht alle Messenger sind sicher – auf der langen Liste der Anbieter gibt es leider auch einige schwarze Schafe!

Sicherheitsaspekte von Messenger-Apps

Welche Aspekte und Funktionen muss eine App zum Austausch von Bildern, Texten, Videos und Sprachnachrichten eigentlich aufweisen um wirklich sicher zu sein? Handysektor erklärt dir die wichtigsten Features eines sicheren Messengers gemäß den Empfehlungen der Electronic Frontier Foundation!

  1. Verschlüsselte Übertragung der Nachrichten: Deine Nachrichten sollten zwischen deinem Smartphone bis zum Smartphone des Empfängers verschlüsselt sein – eine sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Wenn die Nachrichten nicht verschlüsselt sind, machst du es Hackern sehr einfach, deine Nachrichten mitzulesen.
  2. Verschlüsselung gegenüber dem Anbieter: Auch der Anbieter sollte keine Möglichkeit haben, deine Nachrichten zu lesen. So haben auch Geheimdienste keine Möglichkeit, über die Diensteanbieter an deine Nachrichten zu gelangen. 
  3. Unbekannte Kontakte: Können dir alle möglichen Personen Nachrichten schicken, ohne dir ihre Identität preisgeben zu müssen? Dann ist dies ein schlechtes Zeichen. Du solltest außerdem die Möglichkeit haben, fremde Kontakte zu blockieren. Außerdem solltest du Personen melden können, wenn sie sich unangemessen verhalten.
  4. Offenlegung des Codes: Ist der Programm-Code für die App frei verfügbar und kann einer externen Prüfung unterzogen werden? So können Sicherheitsexperten checken, ob der Messenger keine Fehler enthält oder sogar ein Hintertürchen, um die Nachrichten trotzdem lesen zu können. 
  5. Sicherheit der Nachrichten: Sind alte Nachrichten noch sicher, falls ein Schlüssel mal geknackt oder gestohlen wird? Mit einer speziellen Verschlüsselungstechnik sind deine Nachrichten doppelt gesichert und bleiben auch geheim, wenn ein Schlüssel in falsche Hände gerät.

Mehr zu sicherer Kommunikation gibt es im Clip von Planet Schule

Wie sicher ist WhatsApp?

WhatsApp ist derzeit der meistgenutzte Messaging-Dienst! Doch wie sicher ist er eigentlich? Mittlerweile hat WhatsApp sein Versprechen von einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eingelöst. Anrufe und Nachrichten sind nun zwischen den Geräten verschlüsselt und können auch vom Anbieter nicht eingesehen werden. Außerdem hast du die Möglichkeit zu überprüfen, ob die Konversation zwischen dir und deinem Chatpartner gesichert ist. Dafür müsst ihr einfach die Sicherheitsnummern vergleichen oder den QR-Code scannen, den ihr bei den Kontaktinformationen des anderen findet.

Es gibt jedoch auch Sicherheits-Nachteile: Der Code der App ist nicht öffentlich. Experten können also nicht einfach prüfen, ob es nicht doch noch irgendwo ein Hintertürchen gibt, über das die Nachrichten mitgelesen werden können. Zudem kann WhatsApp Metdaten auslesen, also z. B. wann und wie oft du mit welchen Nutzer geschrieben hast.

Insgesamt erhalten nur wenige Messenger Bestnoten im Bereich der Sicherheit, darunter Threema oder Signal und auch die Secret Chats in Telegram sowie einige unbekanntere Dienste. Gerade die größten und bekanntesten Dienste wie zum Beispiel WhatsApp, Snapchat, Facebook oder Skype haben noch Nachholbedarf, um die Kommunikation richtig sicher zu machen.

Das Problem mit den App-Berechtigungen 

Doch Sicherheitsfunktionen sind nicht alles, wenn es darum geht, einen guten Messenger zu finden – auch der Datenschutz spielt eine wichtige Rolle. Viele Messengerdienste verlangen Zugriff auf Daten und Funktionen auf deinem Smartphone: Kamera, Dateien und Fotos, Mikrofon, Standort und vor allem dein Adressbuch. Und hier wird es problematisch: Dadurch gibst du automatisch die Kontaktdaten deiner Freunde weiter und verstößt so wohl gegen die informationelle Selbstbestimmung der Personen, nach der jeder selbst entscheiden darf, was mit seinen Daten passiert.

Gerade WhatsApp hat trotz vieler Verbesserungen im Bereich Sicherheit immer noch große Probleme beim Datenschutz. Das Auslesen der Telefonnummern deiner Freunde und die Datenweitergabe an Facebook sorgt aktuell für viele Diskussionen und manche Rechtsexperten empfehlen sogar, den Dienst nicht mehr zu nutzen.

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