Du möchtest im Internet kein Profilfoto verwenden, auf dem du zu sehen bist? Das scheint erstmal kein Problem: Auf Google kannst du einfach nach einem Foto von deinem Lieblingsauto suchen. Aber Vorsicht: Möchtest du das Bild als dein Profilbild nutzen, kann das Probleme geben. Denn irgendjemand hat das Foto ja geschossen. Diese Person ist Urheber*in und ihre Rechte an dem Bild sind durch das Urheberrecht geschützt.

Ziel des Urheberrechts: Geistige Schöpfungen schützen

Aber was ist überhaupt ein*e Urheber*in? Der*die Urheber*in ist die Person, die beispielsweise ein Bild geschossen, einen Text geschrieben, eine Software entwickelt oder ein Lied komponiert oder gesungen hat. Nur diese Person darf dann entscheiden, was mit ihrem „Werk“, also etwa dem Bild, dem Text, der Software oder der Musik, passiert. So soll verhindert werden, dass beispielsweise andere Personen mit den Werken der Urheber*innen Geld verdienen und diese wiederum leer ausgehen. Auf Englisch nennt man das Copyright. Was genau ein Werk ist, kann sehr verschieden sein – wichtig ist, dass es sich um eine eigene geistige Schöpfung handelt. Das heißt, dass die Person ihr Werk selbst erfunden und gestaltet hat.

Willst du selbst kreativ werden und mit anderen Bildern, Videos oder Musikstücken arbeiten, dann empfehlen wir dir einen Blick in einen weiteren Artikel von uns, in dem wir beschreiben, wie du diese Medien aus dem Netz richtig verwendest.

Was besagt das Urhebergesetz?

Nach dem Urheberrecht darfst du nichts veröffentlichen, was jemand anderes erstellt hat, ohne diese Person um Erlaubnis zu fragen. Nutzt du etwa ein Foto von Google als Profilbild, begehst du deshalb eine Urheberrechtsverletzung.

Das Urheberrecht gilt, sobald ein Werk entsteht – es muss also nicht beantragt werden. Die Rechte von Urheber*innen und Verwerter*innen, also beispielsweise Personen, die die Werke teilen möchten, sind im Urheberrechtgesetz festgehalten.

Was muss ich bei Musik beachten?

Gehst du auf eine Internetseite, auf der Musik kostenlos zum Download angeboten wird, sagt dir ja schon der gesunde Menschenverstand, dass das nicht sein kann. Die Musiker*innen möchten ja auch ihr Geld verdienen. Deshalb ein einfacher Merkspruch: Zahle ich nicht für die Musik, dann ist das Herunterladen in fast allen Fällen verboten. 

Ausnahmen gibt es bei GEMA-freien Musikdatenbanken. Dort gibt es häufig bestimmte Musikstücke oder Soundeffekte, die du dir kostenlos herunterladen und für private Zwecke nutzen kannst. Häufig musst du dann aber auf die Künstler*innen oder die Datenbank verweisen. Wie du solche Seiten finden kannst und was du dort genau beachten musst, beschreiben wir dir im Artikel „Musikdatenbanken – Musik, Sounds und Soundeffekte zum kostenfreien Download“.

Mittlerweile gibt es auch sehr viele Musik-Streaming-Dienste, für die du einen monatlichen Beitrag zahlst und dafür urheberrechtlich geschützte Musik anhören darfst. Oft kann man sich bei diesen Anbietern sogar kostenfreie Accounts anlegen, muss dann aber auch Werbung hören und hat nicht so viele Auswahlmöglichkeiten wie in den Bezahlmodellen. Musik über solche Streaminganbieter zu hören ist legal, da die Musiker*innen für jeden Klick Geld bekommen. Hier haben wir verschiedene Musikstreamingdienste getestet.

Kopfhörer vor gelben Hintergrund

Rechte kaufen: So kannst du Fotos, Musik und Co. nutzen

Zum Recht der Urheber*innen gehört, dass sie entscheiden können, einer Person zu erlauben, ihr Werk zu benutzen. Sonst könnte im Radio keine Musik laufen, du könntest im Kino keinen Film sehen oder Programme wie Word oder Excel nicht benutzen. Meistens nehmen die Urheber*innen für diese Nutzung der Werke Geld, damit sie davon leben können.

Allerdings wäre es ziemlich umständlich, wenn die Künstler*innen sich selbst darum kümmern müssten – dann hätten sie vermutlich keine Zeit mehr, um Songs zu schreiben oder Filme zu drehen. Deswegen gibt es Organisationen, die das für die Urheber*innen übernehmen.

Die GEMA ist die „Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte“. Sie wird von den Künstlern beauftragt und sammelt das Geld für das Abspielen von Songs und Musikstücken ein. Veranstaltest du zum Beispiel eine Disco, musst du einen Beitrag an die GEMA zahlen, die dieses Geld wieder an die Künstler*innen auszahlt. Das nennt man Tantiemen. Neben der GEMA gibt es zum Beispiel noch Verwertungsgesellschaften für Bild-Kunst und für Texte.

Creative Commons: Diese Werke darfst du nutzen

Möchtest du kein Geld dafür bezahlen, hast du aber noch eine andere gute Option: Die Creative Commons (CC). Hier haben sich die Urheber*innen dazu entschieden, ihre Werke kostenlos zur Verfügung zu stellen – du darfst sie also unter bestimmten Voraussetzungen benutzen, ohne extra fragen zu müssen oder Geld zu bezahlen. Solche Voraussetzungen können sein, dass du die Werke nicht bearbeiten darfst oder die Namen der Künstler*innen nennen musst. Informiere dich aber gut, welche Voraussetzungen es gibt und ob das Werk wirklich durch die Creative Commons freigegeben ist. Genauere Informationen zu den CC-Lizenzen findest du im Beitrag „Lizenzen – Bilder und Videos aus dem Netz richtig verwenden“.

altes, rostiges Auto

Viele CC-Bilder findest du in Bilddatenbanken. Wir stellen dir einige davon in unserer Sammlung von Bilddatenbanken vor. Dort findest du ganz sicher, was du brauchst. Die Bilder in diesem Artikel stammen übrigens auch von einer dieser Seiten.

Was passiert, wenn ich gegen das Urheberrecht verstoße?

Du feierst eine Party mit lauter Musik und nimmst dafür Eintritt? Oder du bearbeitest ein Video, sodass ein Song im Hintergrund läuft und teilst das auf YouTube oder TikTok? Es könnte passieren, dass dich die Urheber*innen abmahnen lassen. Das bedeutet, du bekommst Post von Anwält*innen und musst dann eine Strafe bezahlen. Es kann auch sein, dass die Polizei dein Handy oder deinen Laptop einsammelt und schaut, ob du noch in anderen Fällen gegen das Urheberrecht verstoßen hast. Viel Geld dafür bezahlen und das Smartphone ist auch noch weg? Das muss nicht sein. Informiere dich deshalb lieber vorher über das Urheberrecht und halte dich daran.

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