Ob beim Lernen, beim Suchen nach einem Rezept oder beim Planen der nächsten Woche: KI kann uns bei vielen Dingen im Alltag helfen. Vielleicht nutzt du sie sogar selbst. Aber wusstest du, dass KI auch auf SocialMedia eine wichtige Rolle spielt – selbst dann, wenn du sie gar nicht bemerkst?

KI ist mehr als nur Content-Designer

Mit Künstliche Intelligenz kannst du zum Beispiel Postings erstellen. Egal ob SmartSplit und AIAlive auf TikTok, KI-Snaps auf Snapchat oder Restyles auf Instagram: KI-Tools in den Apps können deine Fotos zum Leben erwecken, dir den Videoschnitt abnehmen und bieten scheinbar endlose kreative Gestaltungsmöglichkeiten.

Und auch die integrierten Chatbots wie Snapchats MyAI oder Meta AI auf Whatsapp und Instagram sind in den Apps klar zu erkennen. Wir können ihnen bei technischen Problemen oder Fragen einfach schreiben und erhalten schnell und unkompliziert eine Antwort. Und auch bei persönlichen Fragen zum nächsten Geburtstagsgeschenk können wir sie um Rat bitten.

Aber im Hintergrund erledigt KI auf Social Media bereits viel mehr als das, was du siehst. Sie bewertet, sortiert und wählt die Posts aus, die dir angezeigt werden. Denn Algorithmen wählen den Content für dich nicht mehr nur danach aus, was du likes, teilst und kommentierst. Auch künstliche Intelligenz entscheidet mit, welcher Content dir angezeigt wird. Und auch zur Sicherheit auf Social Media wird KI eingesetzt. Sie überprüft dann zum Beispiel, ob Posts und Kommentare den Community-Richtlinien entsprechen, und entfernt unangemessene oder verbotene Inhalte. Trotzdem schaffen es Social Bots oft, dir sketchy DMs zu senden oder ganze Kommentarspalten zuzuspamen. Und auch solche Bots funktionieren mit KI.

Ist KI auf Social Media jetzt Helfer oder Gefahr?​

KI ist also zum einen ein hilfreiches Werkzeug, damit du kreative Posts erstellen kannst, und hilft dir im Alltag. Sie hat aber auch einen Einfluss darauf, welchen Content du siehst.

Bots können die öffentliche Meinung beeinflussen

Damit stellt sich die Frage, ob es dabei nicht auch Gefahren geben kann … und die Antwort ist ganz klar: ja. Das zeigt das Beispiel der Bots: Wenn Bots Kommentarspalten fluten, kann der Eindruck entstehen, dass die meisten Menschen diese Meinung teilen. Dabei ist das gar nicht unbedingt so – es handelt sich ja um Bot-Kommentare.

Deepfakes können falsche Informationen verbreiten

Außerdem erstellt KI nicht nur schönen, witzigen oder spannenden Content, sondern auch sogenannte Deepfakes. Das sind Fake-Videos von Menschen. So können bekannten Personen wie Politiker*innen oder Promis Worte in den Mund gelegt werden, die sie nie gesagt haben. Über Social Media verbreiten die sich dann schnell als Fake News. Besonders kritisch daran ist: je besser die KI ist, desto schwieriger ist es für uns, solche Fake Inhalte zu erkennen. Besonders, wenn man im Alltag ganz normal durch den Feed scrollt, ohne sich viele Gedanken zu machen. Denn: Der erste Eindruck, den man dann gewonnen hat, bleibt bestehen. Sowohl Deepfakes als auch Bots sind oft nur durch sehr genaues Überprüfen zu erkennen.

Was KI noch nicht kann: Comedy oder ernst gemeint?

Sogar dann, wenn sie eigentlich gezielt helfen soll, schafft KI aktuell noch Probleme. Denn sie erkennt oft nicht die Unterschiede zwischen einem ernst gemeinten und einem sarkastischen Kommentar, genauso wie zwischen Comedy und Beleidigungen oder Hassrede. Oft werden deshalb auch Inhalte gelöscht oder weniger angezeigt, die zum Beispiel darüber informieren sollen – einfach weil sie Wörter enthalten, die den Communityrichtlinien nicht entsprechen. Ob das Wort „Cannabis“ in einem Werbepost, einer Nachricht oder in einem Aufklärungsvideo genannt wird, macht aber einen großen Unterschied.

Warum ist KI auf Social Media wichtig für mich?

Die Entscheidung darüber, was du den ganzen Tag so siehst, solltest du nicht ganz aus der Hand geben. Denn was du siehst, formt deine Meinung. Und wenn du dich nur über Social Media mit gewissen Themen auseinandersetzt, entscheiden letztendlich dein Algorithmus und damit die KI, was du dazu siehst. So entsteht das Risiko, irgendwann nur noch sehr ähnlichen Content zu sehen und in einer Meinungs-Bubble zu stecken, ohne es zu bemerken.

Und jetzt?!

Dass KI einen festen Teil unseres Alltags ausmacht, können wir nicht ändern. Aber wir sollten uns zumindest darüber bewusst sein, was sie auf Social Media alles steuert und wie sie uns so beeinflussen könnte. Wir können lernen, bewusster mit Social Media umzugehen: Quellen checken, uns auch woanders informierenund nicht alles sofort glauben, was uns im Feed begegnet. Denn nur weil ein Video echt aussieht oder einBeitrag oft geteilt wird, muss er noch lange nicht stimmen.

Gerade deshalb sollten wir darauf achten, uns unsere Meinung auch außerhalb von Social Media zu bilden: In Gesprächen mit der Familie, Freunden oder in der Schule – jedenfalls mit echten Menschen.

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