Dein Handy klingelt, du schaust wer anruft und plötzlich steht da eine unbekannte Nummer auf dem Display. Eine Nummer, mit einer Ländervorwahl, die du noch nie gesehen hast, oder vielleicht sogar aus Deutschland. Du gehst ran – und jemand behauptet, von deiner Bank, der Polizei oder einem bekannten Unternehmen zu sein. Solche Anrufe können mehr sein als einfach nur nervig: Sie können Teil eines Betrugsversuchs sein.
Was sind Scam Calls?
Als Scam Calls bezeichnet man Anrufe von Betrüger*innen. Meistens wollen sie Geld, aber auch auf persönliche Daten wie deine Adresse oder Kontonummer und auf Login-Daten für Konten oder Apps haben sie es abgesehen.
Sehr oft wird dabei Druck aufgebaut: Du musst jetzt sofort irgendetwas tun. Etwa weil angeblich irgendein Paket nicht zugestellt werden kann. Oder die Polizei gerade anruft und etwas dringend braucht. Oder jemand aus deiner Familie scheinbar gerade einen Unfall hatte. Das alles ist natürlich Quatsch. Aber: Es führt oft dazu, dass man nicht hinterfragt, was gerade passiert – und aus der Panik heraus die Dinge macht, die die Betrüger*innen einem sagen.
Welche Arten von Scam Calls gibt es?
Es gibt verschiedene Arten von Scam Calls. Drei Arten, die häufig vorkommen, sind:
Falsche Identität
Diese Anrufe sind meist Betrug, bei dem die Anrufenden ihre Identität fälschen. Sie geben sich als Bankmitarbeiter*innen, technischer Support oder Polizist*innen aus.
Robocalls
Unter Robocalls versteht man Aufnahmen, die an sehr viele Telefonnummern gleichzeitig verschickt werden. Hier spricht also kein Mensch mit dir, sondern ein Roboter. Das Ziel ist, dass du zurückrufst. Denn bei diesem Rückruf versuchen dann die Betrüger*innen, an deine Daten zu kommen.
Ping-Anrufe
Hier klingelt das Telefon häufig nur sehr kurz und der Anruf wird sofort wieder beendet. Dadurch sollst du neugierig werden und zurückrufen. Der Rückruf kostet dann allerdings oft Geld – und ist damit auch eine Betrugsmasche.
Warum bekomme ich Scam-Anrufe?
Dass du einen Scam-Anruf bekommst, bedeutet nicht automatisch, dass dich jemand gezielt ausgesucht hat. Denn mittlerweile arbeiten Betrüger*innen häufig mit automatisierten Systemen, die sehr viele zufällige Telefonnummern nacheinander anrufen.
Vielleicht haben die Betrüger*innen deine Telefonnummer aber auch aus dem Internet geklaut. Manchmal kann es zum Beispiel sein, dass Unternehmen Opfer von einem Cyberangriff werden. Dabei erbeuten die Betrüger*innen dann Telefonnummern und E-Mail-Adressen, die sie anrufen und anschreiben können. So kann deine Nummer theoretisch überall da geklaut werden, wo du sie angibst – also auch bei WhatsApp, TikTok, Snapchat und Co., wenn diese Opfer von einem Cyberangriff werden.
Achtung: Wenn du deine Nummer öffentlich postest, zum Beispiel auf TikTok, Snapchat oder anderen Plattformen, können dich darüber auch Betrüger*innen anrufen.
Was kannst du gegen Scam-Anrufe tun?
Eine einzige Maßnahme kann Scam Calls nicht vollständig verhindern. Du kannst aber dafür sorgen, dass du weniger davon bekommst und Betrugsversuche schneller erkennst.
1. Unbekannte Nummern nicht automatisch zurückrufen
Wenn du einen Anruf von einer unbekannten Nummer verpasst hast, musst du nicht zurückrufen. Besonders bei ungewöhnlichen oder ausländischen Nummern solltest du vorsichtig sein. Wenn es blöd läuft, kosten die Rückrufe dann sogar Geld.
2. Keine persönlichen Daten herausgeben
Gib am Telefon niemals leichtfertig Passwörter, PINs, deine Adresse oder andere persönliche Informationen weiter. Egal, als welche Person sich der*die Anrufer*in ausgibt.
3. Bei Druck einfach auflegen
Wenn dich jemand unter Zeitdruck setzt, ist das immer ein Warnsignal. Lege am besten sofort auf und recherchiere im Internet, ob du eine offizielle Telefonnummer von dem Unternehmen oder der*m Anrufer*in findest. Wenn du hier anrufst, kannst du nachfragen, ob das gerade ein Scam Call war oder sie tatsächlich etwas von dir benötigen.
4. Nummer blockieren und als Spam melden
Wenn du einen betrügerischen Anruf erhalten hast, kannst du die Nummer auf deinem Smartphone blockieren und als Spam melden. So kann dich die Nummer nicht mehr erreichen. Außerdem wird sie von deinem Mobilfunkanbieter geprüft und vielleicht sogar gesperrt.
5. Deine Telefonnummer nicht an jede*n weitergeben
Überlege bei Webseiten, Gewinnspielen oder Apps, ob deine Telefonnummer wirklich benötigt wird. Je weniger Personen und Unternehmen deine Nummer erhalten, desto weniger kann sie auch verloren werden.
6. Bei Betrugsversuchen Hilfe holen
Wenn du bereits deine persönlichen Daten weitergegeben hast oder sonst etwas passiert ist: Erstmal durchatmen. Hole dir dann am besten sofort Unterstützung, etwa von deinen Eltern oder anderen erwachsenen Personen, denen du vertraust. Ihr könnt dann gemeinsam überlegen, was ihr macht. Unterstützung bekommt ihr bei Betrug auch von der Polizei.
Das Wichtigste zum Mitnehmen: Sei vorsichtig!
Bei unbekannten Telefonnummern auf deinem Display musst du nicht drangehen. Wenn du im Gespräch merkst, dass es sich um einen Scam-Call handelt: Beende das Gespräch. Du musst mit niemanden telefonieren, wenn du das nicht möchtest, und kannst auch mitten im Gespräch einfach auflegen.
Scam Calls funktionieren vor allem deshalb, weil sie dein Vertrauen ausnutzen oder dich in Panik versetzen sollen. Hab das im Kopf, wenn dich mal wieder „Polizist*innen“ oder andere scheinbar wichtig Personen anrufen. Überprüfe das lieber nochmal unter einer Telefonnummer, die du im Internet selbst recherchierst. Und: Gib keine persönlichen Daten von dir heraus!