Knutschen und mehr mit Schauspielerkollegen? Wie läuft das ab?

Ob auf Netflix oder einfach im Free-TV: Kaum eine Serie oder ein Film kommt ohne intime Szenen aus. Liebesgeschichten entwickeln sich und die Darsteller landen oft gemeinsam im Bett. Dabei kommt nackte Haut und wildes Knutschen nicht zu kurz. Doch ist das eigentlich alles echt was wir da sehen? Wie werden solche Szenen gedreht?

Die Choreografie macht's

Was in Serien und Filmen nach echten intimen Momenten aussieht, ist vorher meist genau geplant. Bei Netflix gibt es am Set beispielsweise Intimitätskoordinatoren. Die sprechen vor Liebes-Szenen mit den Darstellerinnen und Darstellern genau ab, wie das ganze nacher wirken soll und was dazu getan werden kann. Ähnlich wie bei einer Tanz-Choreografie kann dazu sehr viel einstudiert werden. Wohin kommt deine Hand? Wie finde ich das Küssen okay? Wo muss das Bein hin, dass man den Po nicht ganz sieht? Solche Choreografien werden vor dem richtigen Dreh oft geübt. Außerdem geht es dabei auch immer darum: Was ist okay für die Darstellerinnen und Darsteller? Gibt es etwas, womit sie sich nicht wohlfühlen und wie kann das geändert werden? 

nackt im Bett

Aufklebe-Slips und Penis-Tütchen

Nacktheit spielt bei Sex-Szenen eine große Rolle und von vielen bekannten Schauspielerinnen und Schauspielern konnte man schon den nackten Hintern begutachten. Doch sind die bei Sex-Szenen wirklich komplett nackt? Die Antwort ist: Nein. Dazu gibt es spezielle Hilfsmittel. Frauen tragen beispielsweise häufig eine Art Slip zum Aufkleben, den man dan von Hinten und von der Seite nicht sehen kann. Für Männer gibt es eine Art Tütchen, das man oben Zuschnüren kann. Da werden für intime Szenen dann die besten Stücke reingepackt, zugeschnürt und fertig. 

Wer schaut zu?

Damit Sex- und Kuss-Szenen so echt und persönlich wie möglich wirken, wird am Set versucht, den Darstellenden eine möglichst authentische Umgebung zu schaffen. Das heißt, es sind nur die nötigsten Personen da und nicht die gesamte Film-Crew schaut zu. Außerdem sind die Intimtätskoordinatorinnen oder Koordinatoren vor Ort und reichen – wenn leicht bekleidet gedreht wird – direkt danach Bademäntel. 
Übrigens: Sex-Szenen in Filmen und Serien sind keine Pornos! Mehr zum Thema Pornografie gibt's hier und im Video.

Wohlfühlen ist das A und O

Früher wurden Schauspielerinnen und Schauspieler bei intimen Szenen oft allein gelassen, sie sollten einfach mal machen. Doch da waren und sind Probleme eigentlich vorprogrammiert: Man wird vielleicht an Stellen angefasst, an denen man das nicht okay findet oder das Knutschen wird zu wild. So können intime Szenen sehr schnell sehr unangenehm werden. Glücklicherweise gehören Intimitätskoordinatorinnen und Koordinatoren an immer mehr Sets einfach dazu. Sie stellen sicher, dass sich die Darstellenden wirklich wohl mit dem fühlen, was sie machen und was sie von sich zeigen. Denn nur so kann eine wirklich gute Szene entstehen.
Das ist im Film nämlich gar nicht so anders als im echten Leben: Das wichtigste ist, dass man sich wohl und sicher fühlt.

Artikel vom 06.05.2020.