Oft kann es einem schwer fallen loszulassen. Doch es geht nicht nur ums Weglegen. Auch das Abmelden oder Kündigen eines Accounts oder Abos kann zur Herausforderung werden. Was das alles so kompliziert macht und welche Rolle sogenannte Dark Patterns dabei spielen, erfährst du in diesem Artikel.
Dark Patterns beschreiben Mechaniken, die von Social Media Plattformen und Gerätehersteller*innen genutzt werden, um die Nutzer*innen möglichst lange online zu halten oder zu einem bestimmten Verhalten zu verleiten. Dafür werden erlernte Verhaltensmuster genutzt, die wir aus unserem Alltag kennen. Wir haben zum Beispiel durch jahrelange Erfahrung gelernt, dass ein farbig hinterlegter Text meist ein Button ist, den wir anklicken oder antippen können. Und dieses Gelernte nutzen wir, um Aktionen auszuführen, die wir vielleicht gar nicht ausführen wollen.
Beispiele für Dark Patterns
Hervorgehobene Buttons
Die psychologischen Hintergründe werden schon seit Jahrzehnten erforscht. Schon in den 50er Jahren hat man herausgefunden, dass Menschen mit zu viel Auswahl nicht gut zurechtkommen, weil dadurch ein hoher kognitiver Aufwand erforderlich ist. Das bedeutet, dass wir uns dann viel Zeit zum Nachdenken und Abwägen nehmen müssen. Das ist uns im Alltag aber oft zu viel. Deswegen klicken wir lieber schnell etwas an – oft das, was uns als erstes ins Auge springt.
Versteckte Funktionen
Verstecke Kosten
Du kennst bestimmt versteckte Zusatzkosten, die erst am Ende eines Kaufvorgangs sichtbar werden. Dadurch wirkt ein Angebot zunächst günstiger, als es tatsächlich ist. Erst kurz vor dem Bezahlen erscheinen dann zum Beispiel Versandkosten, Bearbeitungsgebühren oder kostenpflichtige Zusatzleistungen. Ein Flugticket scheint zuerst sehr billig, wird im letzten Schritt aber deutlich teurer.
Forced Continuity
Bei diesem Dark Pattern geht ein kostenloses Probeabo automatisch in ein kostenpflichtiges Abo über, wenn du nicht rechtzeitig kündigst. So ein Trick wird häufig bei Streamingdiensten oder in Fitnessstudios genutzt. Viele Nutzer*innen übersehen Fristen oder vergessen die Kündigung im Alltag. So entstehen Kosten, obwohl ursprünglich nur ein Test geplant war.
Weitere Beispiele für Dark Patterns
- Einen Haken setzen müssen, um etwas nicht zu erlauben (z.B. Newsletter abbestellen).
- Druck durch erfundene Knappheit: „Nur noch für kurze Zeit verfügbar! Jetzt schnell zugreifen!!!“
- Confirmshaming: Es gibt dann zwar die Möglichkeit, etwas abzulehnen, aber stattdessen wird dir vermittelt, dass du dich dann schämen müssest.