Wir erklären dir, was hinter der dunklen Seite des Internets steckt.

Hast du schon mal vom Darknet gehört? Immer wieder taucht der Begriff auf. Ob in Serien, in Rap-Songs oder in Krimis: Dabei geht es im Zusammenhang mit dem Darknet meist um illegale Geschäfte: Drogen, Waffen, geheime Chats. Und es stimmt: auch das gibt’s im Darknet. Doch das Darknet ist nicht nur „böse“. Gut zu wissen, wie es funktioniert.

Der Eisberg

Die Eisberg-Metapher kennt fast jeder: Auf hoher See sieht man von einem Eisberg nur einen kleinen Teil über dem Wasser. Ein riesiger Teil verbirgt sich unterhalb der Wasseroberfläche, doch den kann man zum Beispiel von einem Schiff aus nicht sehen.
Diese Metapher lässt sich auf viele Bereiche im Leben anwenden und eben auch aufs Internet.
Der Teil über dem Wasser ist der Teil des Internets, den wir kennen, einfach finden und sehen können. Alles, was du zum Beispiel über eine Google-Suche findest. Ja: Auch der Teil ist schon ziemlich groß!

eisberg im wasser

Unter der Wasseroberfläche

Diesen Teil des Internets kannst du nicht so einfach finden und das mit gutem Grund. Der Teil unter der Wasseroberfläche nennt sich DeepWeb. Im DeepWeb befinden sich zum Beispiel riesige Datenbanken, die zugangsgeschützt sind und nicht einfach so gefunden werden sollen. Ein kleiner Teil des DeepWebs ist auch das Darknet. Ins Darknet kannst du also nicht einfach so durch einen Google-Suche oder deinen gewöhnlichen Browser gelangen – denn das funktioniert nur oberhalb der Wasseroberfläche.

Abtauchen ins Darknet

Wie kommt man nun also ins Darknet? Dazu braucht man einen speziellen Browser, den sogenannten Tor-Browser. Mit diesem Browser kann man auch Seiten oberhalb der Wasseroberfläche ansteuern, aber eben auch abtauchen ins Darknet. Vorteil des Tor-Browser ist die Anonymität. Wenn du mit Tor surfst, werden keine Daten über dich gesammelt, wie es bei anderen Browsern der Fall ist. Deshalb nutzen einige Menschen den Browser auch fürs normale Internet. Um dann allerdings eine Seite im Darknet zu finden benötigt man entweder eine Einladung oder eben die genaue Adresse. Denn über Google findet man Seiten aus dem Darknet nicht.

Eisberg Darknet

Ist das Darknet die dunkle Seite des Eisbergs?

Nein. Es stimmt zwar, dass das Darknet von vielen Nutzerinnen und Nutzern für illegale Geschäfte genutzt wird, aber das ist nicht alles. Die Anonymität, die das Darknet bietet, ist auch für andere wichtig. Zum Beispiel für Menschen, die nicht in einer Demokratie leben und für diejenigen, für die die Äußerung der eigenen Meinung gefährlich werden kann. Sie können sich über das Darknet mit anderen Menschen austauschen und müssen dabei keine Angst haben, überwacht und beobachtet zu werden. Das Darknet ist so zum Beispiel für Aktivistinnen und Aktivisten wichtig. Sie können sich darüber vernetzen und sogar Interviews geben und dafür sorgen, das brisante Informationen an die Öffentlichkeit gelangen.

Wir entscheiden, wohin wir tauchen!

Das Darknet bietet eigentlich nur die Funktion, sicher und anonym im Netz unterwegs zu sein. Wie man das nutzt, kann jeder selbst entscheiden. Das Darknet ist nicht grundsätzlich kriminell – wird aber von manchen Nutzerinnen und Nutzern für illegale Unterfangen genutzt. Andere Menschen nutzen das Darknet allerdings um sich für Gutes einzusetzen. Schlussendlich haben also wir Menschen in der Hand, was wir aus dem Darknet machen.

Artikel vom 30.09.2020.

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