Ende 2019 gingen die diskriminierenden TikTok-Moderationsregeln durch die Medien. Was muss man darüber wissen?

Eine Recherche der Plattform Netzpolitik.org hat Ende 2019 aufgedeckt, dass TikTok bewusst den Content mancher Nutzerinnen und Nutzer eingeschränkt hat. Dazu gehörte vor allem der Content von Personen, die nicht der Norm entsprechen – z.B. Menschen mit einer Behinderung, mit Übergewicht oder queere Menschen, die ihre Sexualität offen auf der Plattform zeigen.
Videos von entsprechenden Leuten wurden zum Beispiel nicht auf der ForYou-Page ausgespielt oder wenn, dann nur innerhalb des eigenen Landes. Viral gehen, wirklich erfolgreich werden, das konnten sie damit nicht.

Als Schutz vor Mobbing?

Als rauskam, wie TikTok die Inhalte dieser Menschen beschränkt, war das ein ziemlich großer Skandal. Völlig zurecht: Denn Inhalte von Menschen aus diesen Gründen einzuschränken ist einfach nur diskriminierend. TikTok gab an, diese Moderationsregeln zum Schutz vor Mobbing anzuwenden. Die Logik: Menschen, die nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen, werden schnell zur Zielscheibe von Mobbing. Wenn nur wenige andere Nutzerinnen und Nutzer die Videos sehen, dann kommt es eher nicht zu Mobbing auf der Plattform.

Pride Füße am Boden

Nett gemeint, aber falsch gedacht?!

Klar, Cybermobbing ist scheiße. Und jede Plattform sollte ihr Möglichstes dafür tun, es zu verhindern. Aber doch nicht, indem man Gruppen von Menschen einfach von der Bühne schubst, ihre Videos beschränkt und sie so nahezu unsichtbar macht. Darauf wurde TikTok dann auch deutlich aufmerksam gemacht. Die Antwort: Neue Gemeinschaftsrichtlinien seit Januar 2020, die übersichtlicher und inklusiver sein sollen. Das heißt, dass TikTok alle Menschen willkommen heißen will – egal wie sie aussehen, woher sie kommen oder auf wen sie stehen.

Rollstuhl Diskriminierung TikTok

Update 2020: Neue Richtlinien

Natürlich muss es auf einer so erfolgreichen Plattform wie TikTok Regeln geben. Es muss Inhalte geben, die TikTok schnell sperren und löschen kann. Dazu gehören zum Beispiel Clips, in denen andere beleidigt oder bedroht werden, in denen Gewalt oder sexuelle Handlungen gezeigt werden. Was auf TikTok alles nicht erlaubt ist und entsprechend gesperrt wird, ist in den Gemeinschaftsrichtlinien genau festgehalten. Die werden auch regelmäßig erneuert und erweitert und sind für alle hier einzusehen.

Schon gewusst?

Die Gemeinschaftsrichtlinien gelten für alle, die TikTok nutzen. Sie sind von TikTok ziemlich gut lesbar und übersichtlich gestaltet. Reinschauen lohnt sich. Sollte dir ein Clip auf TikTok auffallen, der gegen die Richtlinien verstößt: Melden! Hier gibt’s eine Anleitung dazu.

Artikel vom 10.11.2020.

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