Nora, Marius und Kim aus der Handysektor Redaktion erzählen, welche Spiele sie geprägt haben.

Marius: World of Warcraft

World of Warcraft erschien in Deutschland im Februar 2005. Schnell verbreitete sich die Kunde über DAS neue Spiel auch unter meinen Gaming-Freunden. Als ich im gleichen Jahr meine Konfirmation hatte, war auch endlich genug Geld für einen eigenen Rechner, WoW und das erste Monatsabo da. Rechner aufgebaut, WoW installiert, gefühlte 3 Jahre gepatcht (Deutsche Internetleitungen waren auch damals nicht auf weltweitem Standard) und dann konnte es endlich los gehen.
Ich loggte mich zum ersten mal in die Welt von Azeroth, erstellte mir im simplen Charaktereditor schnell einen männlichen Taurenkrieger und verschwand zusammen mit ihm in dieser neuen, riesigen und von Millionen Spielern bevölkerten Welt. Erkunden, questen, looten, leveln, Handwerken nachgehen, Ruf bei Fraktionen steigern und und und. Noch nie bot ein Spiel so viel Umfang und Abwechslung wie World of Warcraft, zumindest in der damaligen Zeit. Es war also kein Wunder, dass ich über viele Jahre, tausende Spielstunden und mehr als einem halben Dutzend Addons hinweg, jede freie Minute in Azeroth verbrachte. Ich könnte hier sicher zahlreiche Geschichten aufzählen, die das Spiel damals für mich zu etwas besonderem machten: Das erste eigene Reittier, der erste Raid mit 39 anderen Spielerinnen und Spielern, das erste Item von epischer Seltenheit oder einfach nur Unfug mit Freunden oder anderen Gildenmitgliedern treiben. Jeder, der damals spielte, hat hier sicher seine eigenen lieb gewonnenen Erinnerungen.
Diese Nostalgie ist wohl auch verantwortlich für den erfolgreichen Start von WoW Classic, dem Grundspiel ohne Addons, Ende August 2019. Jeder, so zumindest meine Einschätzung, versucht noch ein mal diese Gefühle von früher wachzurufen, auch wenn sie oft in Form von  „Ah stimmt ja! So war das damals“-Momenten auftreten.

Nora: Siedler II die nächste Generation

Im Jahr 2006 kam “Siedler II die nächste Generation” raus. Ein Strategiespiel, bei dem man Städte aufbauen und sein Gebiet erweitern musste – und natürlich: andere Stämme besiegen. Ich habe viele Stunden damit vebracht perfekte Produktionsketten zu bauen, damit meine Siedler genug Nahrung, Waffen und Bier hatten, um die Gegner zu besiegen. Und manchmal fehlten mir einfach genug Ressourcen und ich musste mir wieder andere Wege überlegen, um zu gewinnen. Richtig cool fand ich auch, dass es das Spiel jetzt in 3D gab. Man konnte ganz nah ranzoomen, um zu sehen, was die Siedler machen oder rauszoomen und den Überblick behalten. Und das wird mit der Zeit trotzdem immer schwieriger, weil man sein Land immer erweitert und immer mehr Häuser und Wege baut.
Vor kurzem habe ich das Spiel mal wieder gespielt – zum ersten Mal im Multiplayer-Modus. Und ich war direkt wieder voll drin und wusste noch genau was ich zuerst aufbauen muss und wovon ich direkt besser mehr bauen sollte, damit ich nicht irgendwann keine Bretter zum Bauen oder keine Nahrung für meine Bergarbeiter habe. Irgendwann haben wir jedoch dauerhaft in dem Modus gespielt, in dem das Spiel beschleunigt wird, damit es nicht langweilig wird. Aber es hat mich wieder richtig angefixt und wenn ich das nächste Mal einen komplett freien Samstag habe, zocke ich vielleicht wieder mal.

Kim: Sims

Lange Zeit habe ich Sims nur bei einer Freundin gespielt, da ich das Spiel selbst nicht hatte. Wir haben uns einen 30 Minuten Wecker (eine Eier-Uhr aus der Küche) gestellt und uns immer abgewechselt. In einem großen Haus lebten dann unsere vier Sims. Wir beide und die jeweiligen "Dreamboys". Ich weiß noch wie aufgeregt wir beide waren, als plötzlich die Aktion "Küssen" zur Verfügung stand! Für uns standen neben der perfekten Behausung vor allem die Beziehungen der Sims untereinander im Vordergrund. Ja – irgendwann bekamen wir sogar kleine Sims-Babys!
Als ich das Spiel dann irgendwann auch selbst Zuhause spielen konnte, wurde ich zur Architektin. Legendär ist natürlich der Sims-Cheat, den damals so ziemlich jeder verwendet hat. Mit einer Tastenkombination und dem wort "rosebud" konnte man sein Geld vervielfachen. Nur so war das Bauen und Einrichten der Traumhäuser überhaupt möglich! Damals gab es noch noch nicht besonders viele Optionen, das Leben der Sims, deren Aussehen oder Charakter zu beeinflussen. 
Ich habe vor ein paar Monaten mal überlegt, mir eine aktuelle Sims Version zu holen. Fürchte aber, alle Eier-Uhren der Welt könnten mich dann nicht mehr zum Aufhören bewegen.