Was passiert bei Cyberstalking und was kann man dagegen tun?

Jemanden online stalken – das hat, so wie das Wort oft verwendet wird, vermutlich schon fast jeder mal gemacht. Wir verstehen im Alltag darunter meistens, dass man sich zum Beispiel das Insta-Profil einer Person genauer anschaut, um möglichst viel über Interessen und Hobbys rauszufinden. Meistens, damit man sich vielleicht später besser kennenlernen kann, gleich Gesprächsthemen hat… oder weil man die Person einfach toll findet. Wir sprechen da also eher von online Infos über jemanden finden, was meist ziemlich harmlos ist. Bei Cyber-Stalking geht es allerdings um etwas anderes, denn hier werden Grenzen überschritten und es kommt zur Belästigung.

Was passiert bei Cyberstalking?

Cyberstalking kann unterschiedliche Formen annehmen. Es kann zum Beispiel sein, dass eine Person ständig versucht, mit dir in Kontakt zu treten oder über dich Bescheid zu wissen. Klar, das findest du irgendwann heraus und blockierst diese Person in sozialen Netzwerken. Doch dann würde sich die Person Fake-Accounts anlegen und dir immer wieder Abo-Anfragen schicken und dich unter falschem Namen anschreiben.
Oder die Person würde in Kontakt mit deinen Freunden treten, ihnen online folgen, um Infos über dich zu bekommen.

Stalkerin

Doch dabei bleibt es meistens nicht. Es kommt oft auch vor, dass die online gesammelten Infos genutzt werden und es zu Belästigung kommt. Dazu kann ständiges Anrufen oder Anschreiben gehören, aber auch Versuche, dich im real Life zu treffen. Wenn Stalker deine Adresse hat, können sie beispielsweise auch versuchen, online etwas auf deinen Namen zu bestellen. Du bekommst dann die Rechnung.

Schon gewusst?

Ein YouTuber in Deutschland ist seit Jahren von schlimmen Cyberstalking betroffen. Seine Adresse und sein Klarname wurden online veröffentlicht. Leute machen sich einen Spaß daraus, zu seinem Haus zu fahren und ihn durch lautes Rufen oder Klingeln zu belästigen. Außerdem wird häufig auf seinen Namen Pizza oder irgendwelcher Kram aus dem Netz bestellt. Auf den Kosten bleibt er selbst sitzen und kommt dadurch immer wieder in Probleme.

Manche Cyberstalker gehen noch weiter und legen Fake-Accounts in deinem Namen an. Darauf veröffentlichen Sie dann Gerüchte über dich oder Bilder, die eigentlich nicht für die Öffentlichkeit gedacht sind. Besonders wenn der oder die Ex zum Cyberstalker wird, besteht diese Gefahr. Schließlich hat die Person bereits viele Infos von dir und ist wahrscheinlich auch in Besitz einiger Fotos. Die Grenzen zu Cybermobbing sind oft fließend, denn vielen Cyberstalkern geht es auch darum, Kontrolle über ihre Opfer zu bekommen, sie bloßzustellen, zu unterdrücken oder ihnen Angst zu machen. Manche Cyberstalker erhoffen sich so auch, die Liebe und Zuneigung ihrer Opfer (zurück) zu gewinnen.

Cyberstalking im Dunkeln

Was kann man gegen Cyberstalking tun?

Das Nachstellen, also Stalking, ist sowohl online als auch offline eine Straftat und kann mit Geldstrafen oder bis zu 10 Jahren Gefängnis bestraft werden. Es handelt sich dabei also nicht um einen blöden Scherz und das sollten Cyberstalker wissen.

Wenn du von Cyberstalking betroffen bist, kannst du zunächst dafür sorgen, dass der Stalker nicht an dich rankommt. Du kannst deine Profile privat stellen und den Stalker überall blockieren. Auch deine Freunde kannst du bitten, keinen Kontakt vom Stalker zuzulassen. Doch alles kontrollieren kannst du natürlich nicht. Daher ist es wichtig, dass du dir Hilfe holst und Vertrauenspersonen einweihst. Du kannst dich an Eltern, Vertauenslehrkräfte, Schulsozialarbeiter wenden oder auch direkt zur Polizei gehen.

Um etwas gegen den Stalker in der Hand zu haben, kannst du durch Screenshots Beweise sichern. Speichere also belästigende Nachrichten und Ähnliches ab und zeige sie im richtigen Moment, z. B. bei der Polizei. Die kann dann gegen den Cyberstalker vorgehen und du hast hoffentlich bald wieder deine Ruhe.

Digitale Hilfe

Du kannst dir erste Hilfe auch digital oder per Telefon Hilfe holen.
Bei den Scouts von Juuuport wirst du beispielsweise von anderen, extra ausgebildeten Jugendlichen beraten.
Auch die netten Menschen bei der Nummer gegen Kummer sind für dich da.
​​

Artikel vom 24.08.2020.