Endlich mal alles fragen, was man sich sonst nicht auszusprechen traut. Anonymität im Netz macht’s möglich!

Mit Anonymität im Netz ist gemeint, dass man eine Person im Internet nicht erkennen kann, da man beispielsweise mit einem Nickname oder Avatar angemeldet ist. Die Wissenschaftler Widemalm und Hjärthag haben herausgefunden, dass jugendliche Nutzer in anonymen Internetforen selbstbewusster auftreten und viel offener über ihre Gefühle sprechen. Irgendwie logisch: Wenn man sich unsichtbar fühlt und niemand weiß, wie man heißt und aussiehst, traut man sich auch viel mehr. Hast du selbst auch schon einmal gemerkt, dass sich Menschen online offener verhalten und Dinge schreiben, die sie anderen nie ins Gesicht sagen würden? Dieses Phänomen nennt man „Online Disinhibition Effect“, auf Deutsch „Online Enthemmungs-Effekt“.

Anonym ist nicht gleich anonym

Anonymität ist Teil des Internets. Du kannst weitestgehend selbst bestimmen, welche Informationen du über dich preisgibst und welche nicht. Allerdings ist anonym nicht gleich anonym, denn es gibt unterschiedliche Stufen von Anonymität. (Tipp: Diese Grafik findest du in groß auch bei den Infografiken in unserer Mediathek.)

Infografik Formen der Anonymität

Mit dem Schlagwort „Anonymität im Netz“ verbinden wir eher negative Gedanken wie zum Beispiel Cybermobbing. Doch wenn man genau hinschaut, entdecken wir viele Vorteile, anonym im Internet unterwegs zu sein.

Mädchen mit Lichterkette als Maske

Deine Vorteile durch Anonymität im Netz

Das Netz bietet dir zahlreiche Möglichkeiten, Anonymität für dich zu nutzen. Egal, ob auf Tellonym, Ask.fm oder in Online-Games. Hier könnt ihr alles anonym loswerden, was euch auf der Seele brennt oder mit eurer Identität spielen.

In Foren und Beratungsplattformen

Du findest auf Ask.fm eine Diskussionsrunde über Sex und willst auch gerne mehr dazu wissen. Das ist die perfekte Möglichkeit, anonym zu diesem Thema Fragen zu stellen, ohne dabei rot zu werden. Dir ist online etwas blödes passiert und du weißt nicht, wie du damit umgehen sollst? Kein Problem – auf Juuuport.com kannst du dir von erfahrenen Jugendlichen Rat holen. Nimm deinen Mut zusammen und unterhalte dich auch mal im Real Life über Themen, die dich beschäftigen!

In Games

Du willst einfach mal wissen, wie es ist, für kurze Zeit ein anderer Mensch zu sein? In vielen Online-Games kannst du anonym in andere Rollen schlüpfen und dich ausprobieren und andere Leute kennenlernen. In vielen Online-Spielen kannst du dir einen Avatar anlegen und so – wenn du magst– mit einem völlig anderen Aussehen mit anderen Leuten zocken oder ins Gespräch kommen. 

Auf Tellonym

Du willst wissen, wie du bei anderen ankommst? Auf Tellonym können andere dir Feedback geben. Aber Achtung: Leider nutzen viele die anonyme Nachrichtenfunktion auch für Beleidigungen und Hate. 

Also nutze die Anonymität für dich! Mache anderen eine Freude, indem du ihnen sagst, was du an ihnen magst. Stell’ offen Fragen oder hol dir frei heraus Rat. Erfahre dadurch mehr über dich, dein Umfeld und die Welt. Mach was draus!

Junge verbirgt sich anonym

Die Netiquette gilt trotz Anonymität

Bei all der Anonymität sollten wir aber eines nicht vergessen: Den respektvollen Umgang miteinander. Nicht selten liest man Beleidigungen oder verletzende Kommentare. Auch wenn du nicht weißt, wer dein Gegenüber genau ist, solltest du dir bewusst darüber sein, dass es sich um eine Person aus dem realen Leben handelt, die ähnliche Gefühle und Sorgen hat wie du. Halte dich also online an die Netiquette, egal ob anonym oder nicht. 

Netiquette? Was ist das?

Auch im Netz gibt es einige Verhaltensregeln, die sogenannte Netiquette. Mit diesen Regeln legen verschiedene Medienangebote und Plattformen den gewünschten Umgang der User miteinander fest. So wollen die Anbieter wie YouTube, Snapchat und Co. vermeiden, dass sich auf den Kanälen Hass, Beleidigungen und Drohungen verbreiten. Eine Netiquette legt also fest, wie man sich verhalten soll und sichert so den respektvollen Umgang im Netz.

Dieser Beitrag entstand im Rahmen einer Koopertion von Handysektor mit der Universität Hohenheim. Der Beitrag wurde von den Master-Studierenden Sonja Sartor, Kathrin Amthor und Dominique Weinmann konzipiert und von der Handysektor Redaktionsleitung redigiert.