30.03.2017

Vorsicht Suchtgefahr?! – Bist du mediensüchtig?

Handy mit Pflaster

Vielleicht bist du manchmal genervt, wenn du Nachrichten nicht sofort beantworten kannst, dein Lieblingsspiel nicht funktioniert oder deine Eltern dein Smartphone einkassiert haben. „Du bist ja schon süchtig“ haben sie bestimmt schon einmal zu dir gesagt, wenn du mal wieder zu lange im Internet warst. Was hier so locker dahingesagt ist, stellt aber ein ernsthaftes Problem dar. Doch was ist eigentlich Mediensucht und was kann man dagegen tun?

Was ist Mediensucht?

Mediensucht ist keine offiziell anerkannte Suchtkrankheit. Für eine Sucht müssen nämlich immer bestimmte Kriterien erfüllt sein, damit man sie als Erkrankung bezeichnen kann. Eine solche Liste an Kriterien gibt es aber für Mediensucht noch nicht. Häufig spricht man daher von einer exzessiven Mediennutzung. Darunter versteht man den zwanghaften Drang sich regelmäßig und exzessiv mit Medien zu beschäftigen. Dabei kann der Umgang mit Medien nicht mehr kontrolliert werden und das eigene Verhalten wird verharmlost. 

Bin ich süchtig?

Bemerkbar macht sich die Mediensucht häufig daran, dass normale Lebensgewohnheiten und Interessen sowie freundschaftliche Kontakte vernachlässigt werden und die Leistung, zum Beispiel in der Schule, abnimmt. Selbst Essen und Schlafen werden hinten angestellt. Das Real Life wird immer mehr durch die virtuelle Welt ersetzt. Auch Entzugserscheinungen sind erkennbar, wenn eine Internet- oder Mediennutzung nicht möglich ist. Häufig breitet sich schlechte Laune oder Nervosität aus, der Betroffene reagiert gereizt, bekommt Schweißausbrüche oder einen erhöhten Herzschlag. Folgen können Schlafstörungen und Faulheit sein, bis hin zu einem Gefühl der Sinnlosigkeit des Lebens und Depression.

Achtung Suchtpotential!

Vor allem Online-Rollenspiele und Strategiespiele weisen ein erhöhtes Suchtpotential auf, da in der Online-Welt trotzdem etwas passiert, auch wenn sich der einzelne Spieler ausloggt. Auch die Social Media- oder Smartphone-Nutzung kann suchtähnliche Erscheinungen hervorrufen. Wenn dir jemand schreibt, oder ein Bild von dir geliked wurde, werden nämlich in der Regel Glückshormone ausgeschüttet, was dich dazu verleitet, häufig auf dein Smartphone zu schauen. Besonders gefährdet sind vor allem Personen, die viel Bestätigung brauchen, stressanfällig oder sozial isoliert sind.

Was kann man als Betroffener tun?

Je nach Sucht, zum Beispiel nach einem Online-Spiel oder deinem Smartphone, kannst du verschiedene Tricks anwenden, um deine Mediennutzung in den Griff zu bekommen.

  • Führe eine Art Tagebuch über deinen Medienkonsum und überlege dir, was du früher im echten Leben gerne gemacht hast und vielleicht gerne wieder machen würdest.
  • Lege Zeiten fest, an denen du das Medium nutzen darfst und versuche sie einzuhalten.
  • Nimm dein Smartphone nicht mit ins Bett und lasse es beim Essen in der Tasche.
  • Verwende eine Armbanduhr, statt der Uhr auf deinem Smartphone, damit du nicht mehr so häufig darauf schaust.
  • Packe dein Smartphone in deinen Rucksack oder in deine Tasche statt in die Hosentasche, wenn du unterwegs bist.
  • Bitte Freunde oder Eltern dich zu unterstützen: Sie sollen dich erinnern, dass Smartphone weg zu legen oder weniger zu spielen.
  • Mit der Handysektor Real Life Challenge kannst du spielerisch auf dein Smartphone verzichten und dir mit Freunden gegenseitig Aufgaben stellen.
  • Wenn du deine Mediennutzung nicht mehr alleine in den Griff bekommst, kannst du eine Anlaufstelle aufsuchen, die eine spezifische psychosoziale Beratung oder eine Psychotherapie für Betroffene anbietet.

Wenn du häufig am Smartphone bist oder andere Medien nutzt, bedeutet das noch nicht, dass du automatisch süchtig bist. Allerdings gibt es ja auch noch so viele andere Dinge die man tun kann: Unternimm etwas mit Freunden und genieße dein Real Life, so wirst du ganz bestimmt nicht mediensüchtig! 

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