Herzschlag, Kalorienverbrauch oder die zurückgelegte Strecke. Mit Apps lässt sich aber noch viel mehr messen und das kann auch gefährlich werden.

Was viele Smartphones automatisch machen: Sie zählen deine Schritte. Eine entsprechende App, zum Beispiel Apple Health, Samsung Health oder Google Fit, ist meistens bereits vorinstalliert. Trägst du dein Smartphone bei dir, zählt es automatisch deine Schritte.

Apps für Alles

Wem bloßes Schrittezählen zu langweilig ist, der trackt einfach mehr. Mit einem Fitness-Armband kann man mittlerweile zum Beispiel auch den Puls messen. In Ernährungs-Apps kann man aufs Gramm genau eintragen, was man am Tag gegessen hat. Man erfährt dann, wie viele Kalorien man aufgenommen hat. Es gibt auch Apps, die nur aufzeichnen, wieviel man am Tag gerunken hat. Klar, Wasser trinken ist gesund und wichtig. Trinkt der Nutzer nicht genug, kriegt er eine Erinnerung von der App. In anderen Apps kann man eine Art Stimmungstagebuch führen: Man trackt einfach, wie man sich so fühlt. Auch wie lange, gut oder tief man schläft lässt sich mit Apps tracken. Für Mädchen gibt’s noch mehr: Apps helfen dabei herauszufinden, wann man das nächste Mal seine Tage bekommt oder ob man gerade fruchtbar ist. Dann gibt es natürlich noch Apps für Menschen mit bestimmten Bedürfnissen oder Krankheitsbildern, zum Beispiel für Diabetiker oder Asthmatiker.

Kalorienzählen mit Apps

Licht und Schatten der Datensammler

Klar, solche Apps können hilfreich sein. Ein Schrittzähler kann motivieren, sich mehr zu bewegen. Ein Kalorienzähler kann jemandem der zu- oder abnehmen möchte, dabei helfen. Über Pulsmessungen und Stimmungstagebücher kann man herausfinden, was einen stresst oder runterzieht und solche Situationen meiden.

Was ganz nebenbei passiert: Die Apps sammeln unmengen an Daten über dich.  Je mehr du trackst, desto mehr wissen sie über dich, kennen dich ganz genau. Was, wenn diese Daten nicht sicher verwahrt werden?

Gefährliche Ausmaße des Datensammelns

Die App Strava, mit der man seine sportlichen Aktivitäten wie Laufen oder Radfahren aufzeichnen kann, hat im Januar 2018 für einen Skandal gesorgt. In einer Daten-Karte wurden die Wege aller bisher von Strava-Nutzern getrackten Aktivitäten hochgeladen. Man konnte auf der Karte sehen, welche Orte und Routen Sportler gerne benutzen. Woran dabei niemand gedacht hat: Auch Soldaten nutzen die Strava App und zeichnen ihren Weg auf, wenn sie zum Joggen gehen. Das wurde zum großen Problem: Geheime Militärbasen wurden auf der Strava-Karte plötzlich erkennbar, denn genau um diese Basen herum joggten Soldaten immer wieder. Das kann gefährlich werden, wenn solche Infos in die falschen Hände geraten.

Schon davon gehört?

Die App Strava hat im Januar 2018 eine Datenkarte veröffentlich, auf der man genau sehen konnte, wo Strava Nutzer gerne Joggen, Radfahren und Co. Die Gefahr? Auch in entlegenden Gegenden konnte man Laufstrecken entdecken, die immer gleich aussehen. Dabei handelt es sich um Militärstützpunkte. Soldaten die immer wieder um ihre Basen gejoggt sind, haben so unabsichtlich genau verraten, wo sich auch geheime Stützpunkte befinden. Mehr Infos und Bilder gibt's hier. 

Es kann auch peinlich werden

Vor einigen Jahren zum Beispiel für einige FitBit Nutzer. In der App kann man alle körperlichen (sportlichen) Tätigkeiten eintragen. Auch Sex konnte man so tracken und angeben, wie anstrengend, lang und so weiter es war. Denn: Hier verbrennt man auch Kalorien und das wollten einige Nutzer scheinbar unbedingt aufzeichnen. Wer seinen FitBit Account allerdings nicht sicher eingestellt hatte, für den konnte es peinlich werden. Beim Googeln nach Namen der Nutzer konnten völlig Fremde nämlich auf deren Profil stoßen. Dort waren dann alle getrackten Aktivitäten für Jedermann zu sehen. Das eröffnete tiefe und bestimmt auch ungewollte Einblicke ins Liebesleben von fleißigen Trackern.

Gefahr durch Tracking Apps

Diese Lücke ist zwar mittlerweile geschlossen (und zur Sicherheit lässt Fitbit Sex gar nicht mehr tracken), zeigt aber, dass man sich beim Nutzen von Apps immer genau anschauen sollte, wo die eigenen Daten landen. Denn irgendwie ist es doch auch gruselig, wenn eine App einen plötzlich genau kennt. Wer auf Nummer sicher gehen will, macht’s oldschool: Schließlich lässt sich fast alles auch mit Stift und Papier tracken.