Die SMS war lange Zeit neben Telefonaten eine der beliebtesten Arten, um über das Handy zu kommunizieren. Doch nun wird sie immer mehr von kostenlosen Messenger-Diensten an den Rand gedrängt und immer weniger SMS werden versendet. Werden WhatsApp & Co. bald den Markt beherrschen und die SMS komplett verdrängen? Wir sagen es dir!

Nach neuesten Zahlen aus einer Bitkom-Studie ist die Zahl der verschickten SMS im letzten Jahr zum ersten Mal seit langer Zeit gesunken. Und zwar ziemlich deutlich: Von 59,8 Milliarden SMS im Jahr 2012 auf 37,9 Milliarden im letzten Jahr. Bedeutet das nach 22 Jahren das Aus für die SMS und das Ende des Goldesels für die Mobilfunkbetreiber?

Die SMS als teure Alternative

Einst war sie eine schnelle und relativ kostengünstige Möglichkeit, um sich über eine bestimmte Entfernung hinweg auszutauschen. Gegen die kostenfreien Messenger-Nachrichten verbleibt die SMS als teure und unflexible Alternative, die auf 160 Zeichen begrenzt ist und einen geringen Funktionsumfang aufweist. Wenig Text für viel Geld ­– wer möchte im Zeitalter von mobilem Internet und riesigen Datenspeichern darauf achten, dass die Nachricht nicht zu lang wird?

Mehr als Text

2012 wurden erstmals mehr Nachrichten über WhatsApp & Co. als über klassische Kurznachrichten verschickt. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 104 Millionen SMS pro Tag verschickt. Das klingt viel, ist aber nur ein Bruchteil im Vergleich zu den zig Milliarden verschickten Nachrichten über kostenlose Nachrichten-Apps. Dazu gehören beispielsweise WhatsApp, Telegram, Threema, Google Hangouts, LINE, Apple iMessage oder der Facebook Messenger.

Das neue kostenfreie Angebot scheint also anzukommen – und das nicht nur, weil es die günstigere Wahl ist, sondern weil außer Text auch Nachrichten in Bild, Video und Audio verschickt und empfangen werden können. Außerdem ermöglichen Gruppenchats einen gemeinsamen Austausch mit mehreren Personen und die mobile Skype-Version die Videokonversation mit mehreren Freunden.

Netzbetreiber sind aufgewacht

Viele Verträge enthalten nun standardmäßig eine SMS-Flatrate. Doch natürlich wollen die Netzbetreiber weiterhin am Nachrichten-Geschäft beteiligt sein. Darum starteten Telekom, Vodafone und O2 ihren eigenen Instant-Messaging Dienst „Joyn“, der 2012 als „SMS des Smartphone-Zeitalters“ angekündigt wurde.

Er soll Chatten, Dateienaustausch und Live-Videos ermöglichen und im Vergleich zu den kostenfreien Messenger-Diensten unabhängig vom Betriebssystem arbeiten. Das hat zum Vorteil, dass Sender und Empfänger für den Austausch nicht zwingend die gleiche Software installiert haben müssen. Allerdings ist der große Durchbruch bis jetzt ausgeblieben. Ist das Projekt also schon bevor es richtig losgeht tot?

Stirbt die SMS ganz aus?

Wie die Existenz der SMS in Zukunft aussieht, ist noch nicht sicher. Einige Marktforscher schätzen trotz allem, dass die SMS nicht ausstirbt, da sie von allen Mobiltelefonen angezeigt und verschickt werden kann. Für Instant-Messenger hingegen benötigt man ein Smartphone und Internetverbindung. Abgesehen davon wurde mit der Einführung von Skype auch das Aussterben des klassischen Telefons vorhergesagt, was nach wie vor nicht der Fall ist. Und außerdem ist die SMS vor allem bei älteren Handynutzern nach wie vor sehr beliebt!

Infografik: Ältere bevorzugen noch immer die SMS | Statista