28.08.2017

Smart, Smarter, Smarte Kleidung?!

Mit dem Ärmel die Oma anrufen, ein T-Shirt das selbstständig den Notruf absetzt oder die Hose als Fernbedienung? Das könnte dank intelligenter Kleidung in naher Zukunft möglich sein. Sogenannte Wearables erobern zunehmend unseren Alltag. Während Smartwatches und Fitnessarmbänder schon große Beliebtheit erlangt haben, wird im Hintergrund an smarten Kleidungsstücken getüftelt, die unseren Alltag bereichern sollen.

Unter Wearables werden interaktive Accessoires wie Fitnessarmbänder, Smart Watches und Datenbrillen aber auch intelligente Kleidungsstücke verstanden. Das beginnt schon bei Handschuhen mit Metallfasern, damit du auch im Winter dein Smartphone bedienen kannst, ohne den Handschuh ausziehen zu müssen. Es gibt sogar beleuchtete Kleidung mit kleinen LED-Lichtern, die dich auch im Dunkeln sichtbar machen, oder beheizbare Kleidungsstücke gegen die Kälte.

Was unsere Kleidung zukünftig können soll

  • Kleidung als Eingabegerät? Intelligente Kleidung könnte dafür sorgen, dass wir elektronische Geräte damit steuern und schon bald mit dem Ärmel zuhause anrufen und mit der Hose den Fernseher einschalten können.
  • Der Mensch als Stromproduzent? Dank Körperwärme und Bewegung könnten wir mit Hilfe intelligenter Kleidung beim Joggen unseren iPod betreiben und beim Radeln das Smartphone laden. Oder noch einfacher: Mit Solarpanelen in der Kleidung könnten wir beim Ausruhen in der Sonne ganz nebenbei Strom gewinnen.
  • Vitalfunktionen messen: Was heute meistens die Smart Watch oder das Fitnessarmband macht, können zum Beispiel auch T-Shirts: Gemessen werden Blutdruck, Puls oder Herzfrequenz.
  • Muskeln aufbauen nur mit einem T-Shirt? Das geht! Die Muskeln werden durch das Oberteil von außen mit Reizstrom stimuliert, kontrahieren dadurch und wachsen. Das kann nicht nur Leistungssportlern und Fitnessfreaks einen schöneren Körper verschaffen, sondern vor allem Menschen nach einer Verletzung helfen den Muskelschwund zu verringern.
  • Ein T-Shirt das Leben retten kann? Klingt seltsam, ist aber ziemlich praktisch. Ein T-Shirt das Stürze erkennt und selbstständig den Notruf absetzt, könnte älteren Menschen helfen, wenn sie zum Beispiel in ihrer Wohnung stürzen.
  • Smarte Socken und Schuhe: Der 15-jährige Kenneth Shinozuka hatte eine geniale Idee: Weil sein dementer Großvater immer wieder nachts weggelaufen ist, hat er eine smarte Socke erfunden, die eine Warnung an sein Smartphone versendet, wenn die Socke auf dem Boden auftritt. Auch ein selbstschnürender Schuh, der sich auf Kommando über eine Smartphone-App automatisch schließt, kann das Leben vieler Menschen vereinfachen.
  • Schöne Haut und guter Duft: In Japan plant ein Konzern Textilien, die beim Tragen wie Hautcreme wirken – sozusagen ein T-Shirt das schön macht. Eine österreichische Firma arbeitet an einem Stoff, der gut duftet. Bei Bewegungen sollen  Moleküle in Mikrokapseln freigeschalten werden und dafür sorgen, dass der Träger des Shirts gut riecht.

Smarte Kleidung – wie funktioniert das?

Im Bereich der intelligenten Kleidung werden spezielle Garne verwendet, sodass die digitale Funktion direkt in den Stoff eingearbeitet werden kann, aus dem die Kleidung erstellt wird. Dabei werden ganz normale Garne mit smarten Fasern kombiniert und bestimmte Druckverfahren angewendet, die weitere digitale Komponenten hinzufügen können. Das was die Sensoren aufzeichnen, soll später auch ausgewertet werden können. Die Schwierigkeit dabei: Wie bei normaler Kleidung leiert der Stoff aus, verschleißt oder verrutscht beim Tragen.

Probleme und Datenschutz

Die Herausforderungen für smarte Kleidung beginnen schon bei alltäglichen Fragen. Wie kann ich mein intelligentes Shirt überhaupt waschen, ohne dass die Elektronik kaputt geht? Muss ich ein kaputtes Shirt dann zur Reparatur bringen? Außerdem reagiert die Kleidung häufig sensibel auf Schweiß oder Feuchtigkeit. Hinzu kommen auch Probleme mit dem Datenschutz. Die Daten, die solche Kleidung erheben kann, sind sehr aussagekräftig und können beispielsweise Aufenthaltsorte aber auch deine Krankheiten und dein Fitnesslevel wiedergeben. Das macht sie nicht nur für große Firmen, sondern auch für Hacker interessant.

Die Vision

Schon bald könnte es sein, dass wir unsere eigenen interaktiven Kleidungsstücke selbst designen können und Knöpfe, Laschen und Taschen an der Kleidung als Eingabeelemente fungieren, sodass du nicht alles über das Smartphone steuern musst. Ideen gibt es auf jeden Fall reichlich. Es wird aber auch noch viel geforscht und an den Kleidungsstücken gearbeitet, denn vieles ist noch weit davon entfernt alltagstauglich zu werden.

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