19.06.2017

Snapchat - Die App mit Selbstzerstörungsmodus

Snapchat Logo

Kommunizieren wie die Agenten in „Mission Impossible“ – mit Snapchat kannst du Bilder und Videos verschicken, die deinen Freunden nur für kurze Zeit angezeigt werden, bevor sich die Datei vernichtet. Das verleitet viele dazu, die App auch für Sexting, also zum Versenden von Nacktbildern, zu nutzen. Aber werden die Dateien wirklich dauerhaft gelöscht? Oder ist das eine „Mission Impossible“?

Snapchat ist bekannt dafür, dass Bilder und Videos sich innerhalb kürzester Zeit von selbst zerstören und von niemandem mehr angesehen werden können. Gerade deshalb wird die App von vielen auch für Sexting verwendet. Das Risiko, dass dein Bild in falsche Hände gelangt, ist damit vermeintlich gering – doch der Schein trügt!

Bilder bleiben auch nach dem Löschen bestehen

Ein Blick in die Datenschutz-Richtlinien von Snapchat verrät, dass deine Bilder auch nachdem sie dein Gegenüber angeschaut hat, nicht endgültig gelöscht werden. Es gibt verschiedene Wege, um sich Zugang zu den bereits gelöschten Snaps  zu verschaffen.

Zwar werden die Fotos nach dem Ablauf des Countdowns zerstört, dennoch hinterlassen sie Spuren. Die Daten bleiben nämlich auf dem Endgerät deines Gegenübers gespeichert und können nur von einer gewöhnlichen Galerie-App nicht mehr gelesen werden. Mit etwas technischem Know-How und Geduld können Bilder wieder hergestellt werden – und so können deine intimen Bilder in Umlauf geraten.

Auch ohne technisches Know-How kannst du Bilder mit Hilfe von Screenshots sichern. Zwar wird der Versender bei einem normalen Screenshot benachrichtigt, allerdings gibt es auch immer wieder Apps, mit denen du Bilder heimlich speichern kannst.

Snapchat hat Zugriff auf deine Inhalte

Hinzu kommt, dass Snapchat selbst deine Daten auf Servern in den USA speichert. Dort sind deine Bild- und Videodateien so lange gespeichert, bis sie vom Empfänger abgerufen werden. Der Anbieter hat somit Zugriff auf alle deine Inhalte und darf Bilder theoretisch sogar verwenden, verändern und veröffentlichen! Auch wenn deine Bilder vom Empfänger abgerufen wurden, kann es sein, dass die Daten nicht sofort von den Servern gelöscht werden und intime Bilder von dir noch lange Zeit gespeichert sind.

Tipps im Umgang mit Snapchat

Snapchat ist nicht grundsätzlich schlecht – man muss die App nur verantwortungsbewusst nutzen und sich darüber im Klaren sein, dass die Dateien nicht zwangsläufig  entfernt werden. Versende also keine Nacktbilder oder andere Aufnahmen, die dir schaden könnten. Es gibt auch einige Tipps, die du im Umgang mit Snapchat befolgen kannst, um dich selbst zu schützen:

  • In den Privatsphäre-Einstellungen der App kannst du entscheiden, ob du deine Schnappschüsse in Stories nur mit Freunden oder mit jedem teilst. Setze diese Einstellung auf "Freunde".
  • Ebenso kannst du festlegen, von wem du Fotos erhalten möchtest. Setze auch diese Option auf „Freunde“, damit du nur von Personen Snaps erhältst, die du auch kennst und denen du vertraust.
  • Außerdem kannst du in der Kontaktliste einzelne Kontakte blockieren, indem du auf den Nutzernamen klickst und mit Hilfe des Zahnradsymbols die „Kontakt blockieren“-Option auswählst.

Wenn du Snapchat genauer kennen lernen möchtest, dann schau dir doch einmal in unser Themen-Spezial zu Snapchat!

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