08.05.2017

Was tun gegen Hetze im Netz?

Schriftzug "Stop" auf Straße

Extremismus und Hassrede im Internet zu erkennen, ist die eine Sache. Doch was kann man gegen extreme Botschaften im Internet oder in sozialen Netzwerken tun und wie kann man sich wehren ohne selbst zur Zielscheibe zu werden? Handysektor zeigt dir einen Weg durch das Dilemma und gibt Tipps für den Umgang mit Extremismus und Hetze im Netz.

Hassrede im Netz

Einige Menschen hetzen gegen andere, aktuell zum Beispiel gegen Flüchtlinge. Solcher „Hate Speech“ („Hassrede“) hat aber nicht unbedingt einen rechtsextremen Hintergrund, sondern kann auch von anderen Gruppierungen ausgehen. Manchmal sind es sogar Freunde oder Bekannte, die über die Stränge schlagen. Doch oft bleibt es nicht nur bei fiesen Worten: Hassrede kann zu realer Gewalt wie Angriffe auf Flüchtlingsheime führen.

Was kann ich dagegen tun?

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie du mit Hassreden umgehen kannst:

  • Ignorieren
    Einfach nicht beachten – irgendwann hören sie schon auf! Dieser Tipp bei ersten Streitereien im Kindergarten oder der Grundschule hilft nur teilweise. So bekommen Hetzer zwar nicht die gewünschte Aufmerksamkeit und verstummen vielleicht. Wenn aber niemand mehr gegen ihre Aussagen argumentiert, fühlen sie sich sogar noch bestätigt, alle Kritiker ausgeschaltet zu haben. Auch bei anderen Nutzern könnte der Eindruck entstehen, dass diese Meinung von Allen akzeptiert wird – weil keiner dagegen argumentiert.
  • Diskutieren
    Wenn du dich auf eine Diskussion einlässt, solltest du darauf achten, dass du selbst nicht beleidigend wirst und immer sachlich bleibst. Informiere dich über das Thema und liefere sinnvolle Argumente. Wenn sich noch andere Menschen auf deine Seite stellen bzw. du dir aktiv Gleichgesinnte suchst, merken die Störer, dass sie in der Minderheit sind. Du solltest dir aber gut überlegen, ob du dich an einer solchen Diskussion beteiligen willst – gerade in Diensten mit Klarnamenpflicht besteht die Gefahr von realen Übergriffen.
  • Melden
    Manchmal sind Diskussionen zwecklos: Wenn du mit extremistischen Inhalten konfrontiert wirst, kannst du den Nutzer, die Seite oder die Gruppe beim Seitenbetreiber (z. B. Facebook, Instagram oder Youtube) melden. Dieser kann dann den Nutzer sperren und seine Kommentare löschen. Facebook stellt dazu ein eigenes Team bereit, welches von Berlin aus Hasskommentare löscht. Auch wenn du einen Beitrag „nur“ beim Seitenbetreiber meldest, hast du Zivilcourage gezeigt und mehr getan, als viele andere!
    Daneben gibt es seit Juli 2017 auch eine Meldestelle gegen Hate Speech, an die du dich wenden kannst, um Fälle von Online-Hassrede zu melden. Die Meldestelle prüft und leitet diese an die Betreiber zur Löschung oder an Strafverfolgungsbehörden weiter. 
  • Löschen
    Für die Inhalte auf deinem Profil in Facebook oder Instagram bist du selbst verantwortlich. Wenn dort beleidigende Kommentare geäußert werden oder sogar Hate Speech statt findet, solltest du diese auf jeden Fall löschen. 
  • Mit Betroffenen reden
    Wenn du Betroffenen helfen möchtest, solltest du vorher heraus finden, was sich die Betroffenen wünschen. Das ist besonders dann wichtig, wenn nur eine kleine Gruppe oder eine Einzelperson angegriffen wird. Frag sie, inwieweit du ihnen helfen sollst. Vielleicht möchten sie das Problem lieber selbst klären oder freuen sich über deine Rückendeckung.

Auch viele bekannte Personen haben sich in letzter Zeit an die Öffentlichkeit gewandt, um gegen Hassreden und politisch rechte Einstellungen vorzugehen. So haben die beiden Moderatoren Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf sich in einer Videobotschaft an das Publikum gerichtet. Auch viele YouTuber haben sich unter dem Hashtag #YouGeHa gegen Hate Speech zusammengeschlossen. Auch die Landesanstalt für Medien in Nordrhein-Westfalen hat in einem Appell gegen Hetze im Netz aufgerufen. Mehrere tausend Menschen unterstützen bereits den Appell.

Beschwerdestellen online

Wenn du beim Surfen eine Webseite mit extremistischen Inhalten findest, kannst du diese melden und prüfen lassen. Hierfür gibt es eigene Beschwerdestellen wie Jugendschutz.net und die Internet-Beschwerdestelle. Fremdsprachige Inhalte kannst du beim Internationalen Netzwerk gegen Cyber Hate melden.

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