27.10.2017

Metadaten = Mega-Spione? Was steckt wirklich dahinter?

Egal ob WhatsApp, E-Mail oder Telefon – sobald du mit deinem Smartphone mit jemandem in Kontakt trittst, entstehen viele Informationen über dich. Wo befindest du dich während du eine Nachricht abschickst, um wieviel Uhr machst du das und wer ist der Empfänger? Diese Informationen werden Metadaten genannt – und haben es in sich.

Wer sind deine besten Freunde? Wer gehört zu deiner Clique? Hast du vielleicht sogar Freunde im Ausland? All das kann WhatsApp anhand von Metadaten herausfinden, die übertragen werden, sobald du eine Nachricht verschickst oder einen WhatsApp-Anruf tätigst. Doch nicht nur das – anhand der Zeitpunkte, zu denen du besonders aktiv bist, kann zum Beispiel auch herausgefunden werden, wann du Schule oder Training hast und wann du normalerweise schlafen gehst. Aber noch einmal ganz von vorne: Was sind überhaupt Metadaten? 

Scheinbar unsichtbare Schätze

Metadaten sind Daten, die Informationen über andere Daten enthalten und diese sozusagen beschreiben. Doch was hat das jetzt mit WhatsApp zu tun? Auch Nachrichten, E-Mails oder Telefonate haben Metadaten. Dabei geht es nicht um die Inhalte deiner Nachrichten oder Telefonate – denn diese sind verschlüsselt – sondern um Infos wie den Zeitpunkt, zu dem die Nachricht verschickt wurde oder den Empfänger. Diese Daten sind sehr wertvoll und verraten eine Menge über dich.

Wie dein Leben mitverfolgt werden kann

Diese Verbindungsdaten werden nicht nur bei WhatsApp gespeichert, sondern auch wenn du eine E-Mail verschickst oder telefonierst. Sie sind gut strukturiert und können deswegen schnell verarbeitet und miteinander verknüpft werden. In Kombination mit anderen Daten, wie zum Beispiel Websites, die du besucht hast, kann man dich sehr genau kennenlernen. Checkst du regelmäßig Bundesliga-Ergebnisse? Dann kann man vermuten, dass du Fußball-Fan bist und vielleicht sogar deinen Lieblingsverein herausfinden. Surfst du eher auf Online-Mode-Shops? Dann liegt es Nahe, dass du dich für Klamotten interessierst. Wenn man auch noch deinen Standort kennt, lässt sich dein Tagesablauf genau nachverfolgen und so ein genaues Bewegungsprofil von dir anlegen.

Wer will diese Metadaten überhaupt?

WhatsApp sammelt Metadaten angeblich, um Spam und Missbrauch zu verhindern. Wenn ein WhatsApp-Konto beispielsweise kurz nach der Erstellung viele Nachrichten verschickt, werden solche Konten gesperrt. Da WhatsApp zu Facebook gehört, werden Daten an das soziale Netzwerk weitergegeben – auch wenn du keinen Facebook-Account hast. Damit soll der Dienst angeblich verbessert werden, sodass du beispielsweise passende Freundesvorschläge oder passende Werbung angezeigt bekommst. In den letzten Jahren wurde zudem bekannt, dass große Überwachungsdienste wie die NSA oder auch Überwachungsprogramme in Europa solche Daten sammeln und auswerten.

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