YouNow

YouNow-Screenshot

Allgemein

Du wolltest schon immer einmal Hauptdarsteller in deiner eigenen Show werden? YouNow ist eine kostenlose App, die es dir ermöglicht, jederzeit und überall live auf Sendung zu gehen. Zusätzlich kannst du Fragen, die andere Nutzer dir im Chat stellen, live beantworten und kommentieren.

Das klingt eigentlich ziemlich cool! Allerdings steht die App mächtig in der Kritik: Manche Nutzer gehen viel zu freizügig mit ihren Daten um und geben viele persönliche Informationen preis. Deshalb ist es wichtig, dass du dir vor dem Herunterladen einige Gedanken zum Datenschutz und dem eigentlichen Zweck der App machst!

Funktion & Bedienung 

YouNow ist einfach und intuitiv zu bedienen. Über den "Go live"- Button kannst du deinen persönlichen Stream ganz einfach starten. Die App ist sowohl für Smartphones und Tablets als auch für den PC verfügbar. Mit den beliebten Hashtags kannst du deinen Stream zusätzlich in eine Kategorien einteilen. Besonders beliebt sind Hashtags wie #girls oder #ask_questions.

Je mehr Videos du von dir postest und je mehr Likes du dafür bekommst, desto mehr zusätzliche Features werden dir freigeschalten. Auf der Suche nach Aufmerksamkeit und möglichst vielen Likes gehen manche jugendlichen Nutzer deshalb viel zu weit. Bei unserem App-Test haben wir Jugendliche entdeckt, die gerade die Schule geschwänzt oder persönliche Fragen nach Namen und Wohnort beantwortet haben.

Kostenfallen, Datensicherheit & Missbrauch 

Bereits mit der Installation erhält YouNow Berechtigungen, wie den Zugriff auf deinen Telefonstatus, dein Mikrofon und deine Kamera. Um Videos streamen zu können, musst du dich mit einem Facebook- , Twitter- oder Google-Account registrieren. Mit der Anmeldung erhält YouNow je nach Account zusätzlich Zugriff auf deine Interessen, Fotos oder die Mail-Adresse deines Profils. 

Die App verleitet sehr schnell dazu, dass man sensible Daten, wie Alter, Namen oder Wohnort, von sich preisgibt. Viele Zuschauer fragen auch häufig während einer Live-Sendung nach solchen persönlichen Informationen. Diese Angaben haben auf einer öffentlichen Video-Plattform aber wirklich nichts zu suchen.

Hinzu kommt die Tatsache, dass viele Broadcaster nicht nur aus dem eigenen Kinderzimmer, sondern auch aus dem Klassenzimmer oder live aus einem Café senden. Sind andere Personen, wie beispielsweise Cafébesucher oder ein Lehrer, auf dem Video zu sehen, werden das Recht am eigenen Bild und die Privatsphäre anderer Menschen verletzt. 

YouNow arbeitet aktuell daran, den Dienst für Jugendliche sicherer zu machen und kooperiert dazu auch mit dem Verein Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM).

Fazit & Empfehlung 

YouNow bietet einen hohen Spaßfaktor - sowohl für die Zuschauer als auch für den Darsteller. Die App kann theoretisch schon ab 13 Jahren aus dem Play- oder App Store heruntergeladen werden. In der Praxis wird diese Altersbeschränkung jedoch nicht eingehalten: Einloggen kann sich nämlich jeder, der Zugriff auf einen Facebook-, Twitter- oder Google-Account hat. Bei der ersten Benutzung wird man zwar gefragt, ob man bereits älter als 13 Jahre ist - Die Antwort wird aber nicht überprüft. Gut finden wir, dass YouNow wichtige Informationen, wie die Nutzungsbedingungen inzwischen auch in deutscher Sprache anbietet, so dass jeder diese lesen und auch verstehen kann. 

Die App ist aus unserer Sicht aktuell nicht für jugendliche Nutzer geeignet. Schließlich weiß man nie, wer alles zuschaut und die Gefahr, dass persönliche Daten öffentlich werden, ist sehr groß. Starte stattdessen besser einen privaten Videoblog im Kreis deiner Freunde. Wenn du die App dennoch verwenden möchtest, sprich unbedingt mit deinen Eltern darüber und gebe online so wenige Informationen wie möglich preis. Lass dich zu nichts überreden und beende die Übertragung sofort, wenn es dir unangenehm wird.

(Stand: 24.04.2015)

Hinweis

Jede App bietet Vor- und Nachteile. Wir wollen keine App verbieten, sondern weisen auf mögliche Probleme hin und geben – sofern möglich – Tipps für eine kompetente und sichere Nutzung. Letztendlich muss jeder für sich selbst eine Abwägung treffen, ob man die App nutzen möchte oder nicht.

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