Bewegungsprofil über das Handy
Kategorie:
Anwendungen
24/05/08
In englischen Einkaufszentren gibt es eine neue Form der Überwachung. Kleine Boxen, die überall verteilt sind, können anhand der Handysignale erkennen, wie lange ein Kunde einkauft und welche Geschäfte er besucht. Ein Rückschluss auf die Identität des Kunden sei aber nicht möglich. Datenschützer sind trotzdem besorgt.
Kundenstatistik
Für die Betreiber eines Einkaufszentrums ist es wichtig, möglichst viel über das Verhalten der Kunden zu wissen. Denn die Kunden bringen das Geld in die Geschäfte. Um herauszufinden, wie sich Kunden durch ein Einkaufszentrum bewegen, könnte jeder von ihnen am Eingang einen kleinen Sender angesteckt bekommen. Das wäre allerdings ziemlich aufwendig und würde vielen Kunden vermutlich nicht gefallen. Deshalb wird zur Beobachtung einfach der Sender benutzt, den die meisten eh in der Tasche haben: das Handy.
Boxen hört die Signale
Auch wenn ein Handy nicht benutzt wird, meldet es sich alle paar Minuten bei der nächstgelegenen Basisstation und hält somit Kontakt zum Mobilfunknetz. Bei der neuen Überwachungstechnik werden diese Signale auch von kleinen Boxen empfangen, die überall im Einkaufszentrum verteilt sind. Durch die Stärke des Signals an verschiedenen Boxen lässt sich dann lokalisieren, wo ein Kunde sich aufhält. Genauer gesagt wird nicht der Kunde geortet, sondern die IMEI-Nummer seines Handys. Diese einmalige Gerätenummer verrät den Betreibern des Einkaufszentrums nicht den Namen des Kunden. Über die IMEI-Nummer kann dies nur der Mobilfunkbetreiber zuordnen.
Nicht persönlich werden
Das neue System ist bislang in einer Handvoll englischer Einkaufszentren eingebaut. Technisch gesehen könnten auch die Signale von WLAN- oder Bluetooth-Geräten genutzt werden, aber das Handysignal an das Mobilfunknetz ist stärker, und dadurch einfacher auszulesen. Datenschützer sehen diese Form der Beobachtung kritisch, denn es gibt eine Gefahr, dass die erhobenen Daten mit persönlichen Daten kombiniert werden könnten. Und dann könnten nicht nur anonyme Bewegungsprofile erstellt werden, sondern ganz persönliche Profile über individuelle Vorlieben beim Einkaufen.
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