Privatkopierer freiwillig im Gefängnis
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16/10/06
Schon über 2200 Internetnutzer haben eine Zelle im ersten Online-Gefängnis bezogen. Damit protestieren sie gegen das geplante neue Urheberrecht. Denn weil dort keine Bagatellklausel mehr vorgesehen ist, würden Millionen Bürger zu Kriminellen gemacht. Das Motto der Aktion lautet: “Privat kopieren ist kein Verbrechen”.
Interessen der Verbraucher
Die Aktion “Privat kopieren ist kein Verbrechen
externer Link” wurde vom “Verbraucherzentrale Bundesverband” (vzbv), dem Online-Netzwerk “Campact” und der Kampagne “fairsharing” gestartet. Gemeinsam wird gefordert, dass die Politiker bei der Änderung des Urheberrechts stärker auf die Interessen der Verbraucher achten. Diese Forderung können alle Bürger unterstützen und aus Protest ins Online-Gefängnis einziehen.
Bagatelle oder nicht?
Im Entwurf für das neue Urheberrecht steht drin, dass das Anfertigen einer Privatkopie eine Straftat ist, wenn dafür ein Kopierschutz umgangen wird. Christoph Bautz vom Online-Netzwerk “Campact” findet es “absurd, Millionen Bürgern mit Gefängnis zu drohen und sie auf eine Stufe mit kommerziellen Produktpiraten zu stellen. Bei einer nichtgewerblichen Kopie für den privaten Gebrauch handelt es sich schlimmstenfalls um eine Bagatelle.”
Klausel rein oder raus?
So lange das neue Urheberrecht noch nicht in Kraft getreten ist, versuchen verschiedene Gruppen, ihre Interessen durchzusetzen. Auf Drängen der Musikindustrie wurde zum Beispiel die Bagatellklausel aus dem Gesetzentwurf entfernt. Private Kopien sind danach verboten, sobald ein Kopierschutz umgangen wird. Patrick von Braunmühl vom “Verbraucherzentrale Bundesverband” sagt dazu: “Der Verbraucher hat noch nicht einmal einen Anspruch auf eine Sicherungskopie.”
Ab in den Knast
Das Online-Gefängnis findet man auf der Internetseite www.wir-haben-privat-kopiert.de
externer Link. Alle interessierten Bürger können dort eine Zelle beziehen. Wer mag, kann auch eine Nachricht schreiben und ein Foto hochladen. Bei Fotos im Netz solltest du aber immer vorsichtig sein. Jeder der mitmacht unterstützt die Forderungen der Aktion “Privat kopieren ist kein Verbrechen”. Durch diese und andere Aktionen wollen Verbraucherschützer die Politiker überzeugen, dass im neuen Urheberrecht mehr Rechte für Verbraucher stehen sollten.
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