Mobbing: Hinschauen und Handeln!
Kategorie:
Sicherheit
08/01/08
Wenn Schüler über längere Zeit beleidigt und fertig gemacht werden, kann der Schulalltag zum Albtraum werden. Aber die Schule sollte ein Platz sein, wo niemand Angst haben muss. Der “No Blame Approach” ist eine einfache Methode, um Mobbing zu stoppen. Hier geht es nicht darum, Täter zu bestrafen, sondern dafür zu sorgen, dass die Opfer wieder gerne zur Schule kommen.
Keine Schuld
“No Blame” kann man mit “Keine Schuld” übersetzen und “Approach” bedeutet “Vorgehen”. Beim “No Blame Approach” wird auf Schuldzuweisungen und Bestrafungen verzichtet. Es geht auch nicht um eine Untersuchung der Ursachen und Gründe für Mobbing. Das Ziel der Methode ist es, Mobbing unter Schülern ganz praktisch und schnell zu beenden. Und das passiert in drei Schritten:
1. Gespräch mit dem Opfer
Zuerst findet ein Einzelgespräch statt, zwischen einem Vertrauenslehrer oder Schulsozialarbeiter und dem Mobbingopfer. Dem Opfer wird hier gezeigt, dass es Hilfe bekommt, um künftig ohne Angst zur Schule zu gehen. Dafür muss es gar nicht viel tun, außer Vertrauen zu haben in das weitere Vorgehen.
2. Unterstützungsgruppe gründen
Als nächstes findet ein Treffen mit einer Unterstützungsgruppe statt. Diese Gruppe setzt sich zusammen aus den Tätern, aus Mitläufern und aus Schülern, die bislang nichts mit dem Mobbing zu tun hatten. Der Gruppe wird erklärt, dass das Mobbingopfer derzeit ein Problem hat und nicht gerne zur Schule geht und dass diese Gruppe dafür da ist, zu helfen. Jedes Mitglied der Gruppe wird aufgefordert, einen Vorschlag zu machen, wie man dem Opfer helfen kann.
3. Nachgespräche
Nach dem Treffen der neuen Helfer liegt die Verantwortung für eine Veränderung bei dieser Unterstützungsgruppe. Um zu sehen, wie sich die Situation verändert hat, finden ein bis zwei Wochen später einzelne Nachgespräche mit allen Beteiligten statt. Diese Gespräche sorgen auch dafür, dass die Vereinbarungen verbindlich werden.
No Blame Approach
Dieser hier beschriebene Ansatz wurde vor etwa zehn Jahren in England entwickelt und wird auch in der Schweiz häufig und erfolgreich eingesetzt, um Mobbing in Schulen zu begegnen. In Deutschland ist die Methode aber noch relativ unbekannt. Ein von der Aktion Mensch gefördertes Projekt
externer Link soll dabei helfen, die Methode hierzulande weiter zu verbreiten. Das Projekt wurde vom gemeinnützigen “Bund für soziale Verteidigung” und vom Kölner Büro für Konfliktberatung “fairaend” durchgeführt.
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