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“Lehrer sind kein digitales Freiwild!”

Kategorie: Dies und Das
20/06/07

Das sagt Heinz-Peter Meidinger, der Vorsitzende des Lehrerverbandes DPhV. Denn immer häufiger kommt es vor, dass Lehrer von Schülern im Internet beleidigt, bedroht und bloß gestellt werden. Dafür werden im Unterricht Bild- und Videoaufnahmen gemacht und zum Teil verfremdet online gestellt. Dabei wird gegen Persönlichkeitsrechte verstoßen.

Cyberbullying nimmt zu
Mobbing an Schulen ist leider nichts Neues. Aber die Formen der Schikane und der Beleidigungen verändern sich. Zunehmend werden Handy und Internet eingesetzt. Aus Bullying wird so Cyberbullying. E-Mails, Instant Messenger, SMS und Internetseiten werden für Belästigungen und Bedrohungen genutzt. Mit dem Handy gemachte Bildaufnahmen werden ins Internet gestellt.

Lehrer werden Opfer
Es gibt inzwischen zahlreiche Beispiele, in denen Lehrer zu Mobbingopfern wurden. Da werden rufschädigende Inhalte in Flirt-Chats veröffentlicht, die Bilder von Lehrerköpfen werden in Gewalt- und Pornoszenen hineinmontiert und online gestellt. In Schottland haben Schüler ihrem Lehrer die Hose heruntergezogen, während er an der Tafel schrieb, die Aktion mit dem Handy gefilmt und den Film kurz danach auf Youtube veröffentlicht.

Kein Spaß mehr
Heinz-Peter Meidinger vom DPhV meintexterner Linkexterner Link: “Die bekannt gewordenen Beispiele bilden dabei nur die Spitze des Eisbergs. Inzwischen gibt es in Deutschland wohl keine weiterführende Schule mehr, die nicht schon negative Bekanntschaft mit dieser neuen Tendenz, Lehrer anonym im Internet zu mobben, gemacht hat! ... Das hat mit Schülerscherzen oder Spaß nichts mehr zu tun. Da werden die Persönlichkeitsrechte von Lehrkräften systematisch mit den Füßen getreten”.

Forderung an Politik und Provider
Der Deutsche Philologen Verband wehrt sich gegen das Phänomen Cyberbullying, bei dem natürlich auch Schüler von ihren Mitschülern ins Visier genommen werden. Die Betreiber von Internetseiten, auf denen bedenkliche Inhalte eingestellt werden, sollten mit Sperren dafür sorgen, dass das nicht mehr passiert. Dafür erhofft sich der Lehrerverband DPhV mehr Unterstützung der Politik. Die britische Regierung führe derzeit zum Beispiel eine breit angelegte Kampagne gegen Anti-Lehrer-Mobbing durch.

Jeder sechste Lehrer betroffen
Nach Schätzung der britischen Lehrervereinigung NASUWT ist in Großbritannien jeder sechste Lehrer Opfer von Cyberbullying. Die Vertreter der NASUWT fordern deshalb, dass Kamerahandys, mit denen in der Schule Aufnahmen von Lehrer gemacht werden, problemlos eingezogen werden sollten. Sie fordern Provider von Internetseiten und Mobilfunkanbieter auf, gegen Cyberbullying vorzugehen.

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