“Konsumiere, kreiere und verteile”
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Dies und Das
27/09/06
Im Moment findet “eine gnadenlose Schlacht um die Definition der Rechte” statt, meint Lawrence Lessig. Der amerikanische Professor ist der Gründer von Creative Commons. Für ihn sind Urheberrechte dafür da, die Kreativität und Kultur zu fördern. Der Einfluss der Unterhaltungsindustrie steuere aber eher in die Gegenrichtung.
Interview mit Lessig
Der schweizerische “Tagesanzeiger” hat ein langes Interview mit Lawrence Lessig
externer Link veröffentlicht. Herr Lessig ist 45 Jahre alt und Professor für Recht an der kalifornischen Stanford University. Er kämpft seit Jahren dafür, dass bei der Verteilung von Rechten in der digitalen Welt nicht nur das Geld eine Rolle spielt. Denn durch Rechte sollen auch Kreativität und Austausch gefördert werden. Sein Buch “Freie Kultur” kann man sich kostenlos herunterladen. Wer das Buch in Papierform bestellt, muss jedoch ganz normal zahlen.
Hollywood und die Kreativität
Nach Meinung von Lawrence Lessig hat die Unterhaltungsindustrie besonders in Amerika einen sehr starken Einfluss auf die Politik. Und für Hollywood und Co. bedeuten strenge Regelungen zum Urheberrecht gute Einnahmemöglichkeiten. Denn durch eingebaute Schranken und DRM lässt sich heute zum Beispiel festlegen, wie oft ein heruntergeladenes Musikstück kopiert und gebrannt werden darf.
Bücher aus dem 16. Jahrhundert
Alte Bücher kann heute noch jeder lesen - einfach aufschlagen und loslegen. Herr Lessig bezweifelt jedoch, dass dies bei digitalen Daten in 10 Jahren der Fall sein wird. Denn viele Daten haben technische Beschränkungen, die nur mit bestimmter Technik gelesen werden kann. Und wenn sich diese Technik ändert, ist das nicht mehr so einfach mit dem Lesen. Lawrence Lessig sagt dazu: “DRM sperrt Kultur in technischen Geräten ein - und die Maschine gibt Ihnen nur Zugriff, wenn Sie den richtigen Schlüssel haben”.
Basteln mit Madonna
Das reine Konsumieren von Daten wie Musik, Filmen und Texten ist für den Gründer von Creative Commons nicht genug. Alle Menschen sollten laut Lawrence Lessig das Recht haben, an Kulturgütern zu basteln und so Neues zu schaffen: “Es ist etwas anderes, ob ich einen Madonna-Song zehntausend vermeintlichen Freunden im Internet weitergebe oder ob ich aus einem Madonna-Song etwas Neues kreiere und das Resultat mit zehntausend Leuten im Internet teile”.
Schranken abbauen
Für Herrn Lessig lebt die Entwicklung unserer Kultur also davon, dass die Urheberrechte die Kreativität fördern, anstatt sie einzuschränken. Er möchte auch nicht, dass alle Madonna-Songs kostenlos über die Welt verteilt werden. Es sollte jedoch möglich sein, dieses Kulturgut kreativ weiter zu entwickeln. Sein Modell für das 21. Jahrhundert lautet: “Konsumiere, kreiere und verteile”. Deshalb fordert er, dass Schranken abgebaut werden, statt Neue zu errichten.
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