EU will Daten ein Leben lang schützen
Kategorie:
Sicherheit
04/04/08
Das Internet verbindet sich zunehmend mit dem realen Leben. Für Nutzer wird es immer einfacher, persönliche Daten online zu stellen, z.B. über private Weblogs oder Profile in Social Networks. Mit dem Projekt PrimeLife will die EU herausfinden, wie Datenschutz im Web 2.0 aussehen muss, damit Nutzer eine lebenslange Kontrolle über ihre Privatsphäre haben.
Überall Datenspuren
Wer jetzt als Jugendlicher anfängt, sein Leben in Bildern und Texten im Netz zu beschreiben, wird im Laufe seines Lebens eine lange Datenspur hinter sich herziehen. Und was einmal veröffentlicht wurde, ist kaum mehr zu wirklich entfernen. Und diese Daten können auch zweckentfremdet genutzt werden, wenn z.B. Arbeitgeber erst das Privatleben eines Bewerbers “googeln”, bevor sie ihn zum Gespräch einladen, oder wenn das persönliche Einkaufsverhalten im Netz ohne Wissen der Nutzer ausspioniert wird.
Internationales Projekt
Die neuen Möglichkeiten im Web 2.0 machen auch neue Formen des Datenschutzes und des sogenannten Identitätsmanagements nötig. Und genau hier setzt das dreijährige Forschungsprojekt PrimeLife an, dass von der Europäischen Union mit über 10 Millionen Euro unterstützt wird. An dem Projekt sind 15 Einrichtungen und Unternehmen aus Europa und den USA beteiligt. Deutsche Partner sind das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD), die Technische Universität Dresden, die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, die Europäische Microsoft Innovations Center GmbH, und die Firmen Giesecke & Devrient GmbH und SAP AG. PrimeLife steht für “Privacy and Identity Management in Europe for Life”.
Lebenslange Kontrolle
PrimeLife sucht nach Wegen, wie man die Privatsphäre der Internetnutzer auch in den neu entstandenen Internetanwendungen schützen kann – und das ein Leben lang. Die Datenschützerin Margit Hansen vom ULD sagte zum Projekt: “Mit unserer Beteiligung an PrimeLife werden wir Konzepte zu Datenvermeidung, Transparenz und praktisch handhabbaren Steuerungsmöglichkeiten für Nutzer auch in aufkommenden und zukünftigen Diensten verankern. So stellen wir uns ´Identitätsmanagement 2.0´ vor.”
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