Deutsch, Mathe, Handykunde, ...
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Dies und Das
07/02/07
Handykunde in der Schule. Das fordert die Medienwissenschaftlerin Iren Schulz, die gerade die Bedeutung des Mobiltelefons für Jugendliche untersucht. Gerade bei Problemen wie dem Tauschen von Gewaltvideos hilft laut Frau Schulz kein Handyverbot in der Schule. Im Gegenteil - dort sollte der Umgang mit dem Handy gelernt werden.
Handy gibt Identität
Iren Schulz von der Uni Erfurt untersucht zur Zeit die “Bedeutung des Mobiltelefons für Jugendliche und ihre soziale Beziehungen”. Dafür arbeitet sie mit mehreren Gruppen Jugendlicher zwischen 13 und 18 Jahren. Die Jugendlichen nutzen ihr Handy immer mehr für audiovisuelle Inhalte, also für Musik, Bilder und Videos. Dabei hat besonders Selbstproduziertes eine besondere Rolle: Das eigene Leben wird dokumentiert und durch Weitergabe präsentiert. So hat das Handy eine Funktion für das eigene Selbstbild, die Rolle im Freundeskreis oder auch, um eine Beziehung anzubahnen.
Gewaltvideos sind Problem
Der Mobilfunk spielt laut Iren Schulz also eine entscheidende Rolle bei der Identitätsfindung von Jugendlichen. “Darauf hat die Pädagogik bislang kaum reagiert”, sagte Frau Schulz der Nachrichtenagentur dpa. “Schlichte Handy-Verbote in der Schule wie in Bayern lösen das Problem nicht.“ Das Problem sind für Frau Schulz die Tauschbörsen von Gewalt- und Pornovideos. Vor dieser Entwicklung dürfe die Gesellschaft nicht die Augen verschließen. Iren Schulz fordert deshalb unter anderem, eine Art Handykunde im Unterricht einzuführen und so die Medienkompetenz von Schülern zu stärken.
Umgang mit Handy
Nach Ansicht von Frau Schulz haben viele Schulen noch keinen rechten Umgang mit dem Medium Handy gefunden: “Nach Angaben der Jugendlichen, mit denen ich arbeite, reicht das Spektrum vom Verbot bis zum offenen Telefonieren im Unterricht”. Hier gibt es also noch einiges zu tun. Auch die Bedeutung der problematischen Videos und die Wirkung auf die Jugendlichen muss noch genauer untersucht werden. Die Untersuchung von Iren Schulz soll 2008 abgeschlossen werden. Die Studie wird von der Thüringer Landesmedienanstalt finanziert.
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