Den Virus am Ohr?
Kategorie:
Sicherheit
02/05/05
Viren im Ohr können dich krank machen - bei einem Virus am Ohr kann es dein Handy erwischen. Viren und andere elektronische Ungeziefer können Handys manipulieren oder Daten ausspionieren. Bislang ist nur ein Teil der Handys angreifbar. Trotzdem solltest du aufpassen, wenn du mit deinem Handy mehr machst, als nur telefonieren.
Elektronische Ungeziefer
Viren oder Trojaner, das gab es bisher nur beim Computer. Mittlerweile werden Handys dem Computer immer ähnlicher: man kann mit ihnen im Internet surfen, Emails verschicken oder Spiele herunterladen und spielen. Damit wird auch die Gefahr immer größer, sich einen Virus einzufangen. Computerviren haben bislang schon einen großen Schaden auf den Computern von Firmen und Privatleuten angerichtet. Daten wurden gelöscht oder Computer gleich ganz lahm gelegt. Die so genannten Trojaner tarnen sich oft als harmlose Programme. Einmal aktiviert fangen sie damit an, Computer auszuspionieren. Trojaner schauen z.B., welche Internetseiten du besuchst. Manche Trojaner suchen auch nach Hintertüren zu einem Computer und versuchen dann, ihn über das Internet fernzusteuern. Handyviren sind bislang noch nicht so aggressiv und auch noch nicht so weit verbreitet.
Handyviren sind wählerisch
Wenn du mit deinem Handy nur telefonierst oder eine SMS verschickst bist du vor Handyviren bislang sicher. Größer wird die Gefahr allerdings, wenn Schnittstellen wie Bluetooth benutzt werden oder mit dem Handy auch E-Mails empfangen und versendet werden. Auch das Herunterladen von Klingeltönen kann ein Handy mit einem Virus infizieren. Anfällig für das elektronische Ungeziefer sind besonders die Handys der neusten Generation. Diese werden auch “Smartphones” genannt, was auf Deutsch etwa “schlaues Telefon” bedeutet. Es sind schlaue Telefone, weil man mit ihnen nicht nur telefonieren kann, sondern auch im Internet surfen, E-Mails versenden, Photos machen usw. Genau wie ein Computer benötigt so ein modernes Handy ein Betriebssystem. Das am weitesten verbreitete Betriebssystem für den PC ist im Moment “Windows XP”. Betriebssysteme für moderne Handys sind z.B. “Windows Smartphone” oder “Symbian OS”. Durch diese Betriebssysteme kann man neue Programme, z.B. Spiele, auf das Handy installieren oder über Bluetooth funken. Leider hat aber jedes Betriebssystem Sicherheitslücken, die von erfahrenen Programmierern ausgenutzt werden können. Das gilt mittlerweile auch für Handys.
Was der Virus will
Handyviren sind noch lange nicht so verbreitet wie Computerviren und richten noch nicht so großen Schaden an. Oft handelt es sich bei den heute bekannten Handyviren um “proof of concept”. Übersetzt heißt das “Machbarkeitsstudie”. Das bedeutet, es sind Testviren, die von den Handyfirmen oder Fachleuten entwickelt werden, um zu testen, ob ein Handy überhaupt von Viren befallen werden kann. Solche Testviren wurden auch von Hackern programmiert, um damit auf Sicherheitslücken bei modernen Handys hinzuweisen.
Ein bekannter Handy-Schädling heißt Cabir. Er wird über Bluetooth auf Smartphones verbreitet. Ist er einmal aktiv, erscheint auf dem Bildschirm das Wort “Caribe”. Cabir sucht außerdem andere Handys mit aktivem Bluetooth in der Nähe. Werden andere Handys gefunden, versendet sich Cabir an diese. Durch die ständige Suche nach aktiven Bluetooth-Handys verringert Cabir die Akku-Laufzeit eines Handys erheblich. Fachleute warnen vor noch größeren Gefahren. So wurden z.B. Trojaner getestet, die das Handy-Adressbuch ausspionieren und es per SMS an andere verschicken. Denkbar sind auch Viren, die ein Photo mit der Handykamera schießen und es dann an eine oder mehrere Nummern versenden.
Medizin gegen den Virus
Um gar nicht erst das Handy mit einem elektronischen Ungeziefer zu infizieren sollten ein paar einfache Regeln beachtet werden.
Solltest du Bluetooth nutzen, ist es am sichersten, wenn du es nicht ständig eingeschaltet lässt. Dazu musst du einfach die Option “sichtbar für alle” an deinem Handy ausschalten. Für die Handy-Sicherheit gilt außerdem das, was auch gegen Computerviren hilft. Nämlich immer erst nachschauen und nachdenken, wenn man irgendetwas herunterlädt oder installiert. Beim Herunterladen von Spielen oder Klingeltönen sollte man z.B. nachschauen, ob es sich um einen seriösen Anbieter handelt. Auch wenn du eine E-Mail mit einem Dateianhang erhältst, solltest du zuerst überlegen, ob die Mail von einem Freund kommt und der Dateianhang in dem Mailtext erwähnt wird oder ob die Mail von jemandem geschickt wurde, der dir fremd ist.
Hat man sich bereits einen Virus eingefangen, hilft es in manchen Fällen schon, das Handy einfach aus- und wieder einzuschalten oder den Akku kurz herauszunehmen. Mittlerweile arbeiten Experten an Anti-Viren-Programmen für Handys. Damit lassen sich dann Viren entdecken und entfernen.
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