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Anrufe in andere Mobilfunknetze sollen günstiger werden

Kategorie: Dies und Das
04/04/06

Sind bei einem Anruf verschiedene Telefonanbieter im Spiel, ist das meistens teurer, als eine Nummer aus seinem Netz anzurufen. Das liegt an den so genannten Terminierungsentgelten. Das sind Gebühren, die die Netzbetreiber dafür nehmen, einen Anruf in ihr eigenes Netz durchzustellen. Nach dem Willen der Bundesnetzagentur sollen diese Gebühren bald gesenkt werden.

Die Gebühr fürs Durchstellen
In Deutschland gibt es vier Telefonunternehmen, die jeweils eigene Mobilfunknetze betreiben. Die Firmen T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 haben jeweils eigene Sendemasten über das Land verteilt. Jeder dieser Netzbetreiber nimmt Geld dafür, um einen Anruf aus einem fremden Netz durchzustellen. Ein Beispiel: Jenny ruft aus dem Netz von T-Mobile ihre Freundin Lisa an, die ein Prepaid-Handy von Vodafone hat. Der Anruf kostet 39 Cent pro Minute. Dieses Geld muss Jenny an T-Mobile zahlen. T-Mobile wiederum zahlt 11 Cent an Vodafone, für das Durchstellen des Gesprächs auf Lisas Handy. Diese 11 Cent sind das so genannte Terminierungsentgelt.

Ungleicher Netzwechsel
Alle Netzbetreiber nehmen Terminierungsentgelte. Beim Mobilfunk liegen diese bei 11 bis 12,4 Cent pro Minute. Die Festnetzbetreiber bekommen hingegen “nur” 0,59 bis 1,5 Cent für eine Gesprächsminute. Deshalb sind Anrufe aus dem Festnetz auf ein Handy meist teuer als umgekehrt. Die Terminierungsentgelte der Handynetze sind in letzter Zeit schon gesenkt worden. Für die alternativen Festnetzbetreiber vom BREKO-Verband ist das aber noch nicht genug. Sie meinen, dass etwa 5 Cent für eine Mobilfunkminute ausreichen sollten.

Gebühren sollen sinken
Die Bundesnetzagentur findet auch, dass die vier Betreiber der Mobilfunknetze zu viel für das Durchstellen von Gesprächen verlangen. In anderen europäischen Ländern sind diese Kosten auch geringer. Die Bundesnetzagentur könnte den Unternehmen als zuständiger Regulierer vorschreiben, dass die Kosten gesenkt werden sollen. Sie hat den Firmen aber jetzt noch einen Monat Zeit gegeben, um sich selbst zu einigen.

Es geht ums Geld
Ihr meint vielleicht: “Diese Terminierungsentgelte kenne ich gar nicht. Das geht mich nichts an!” Wenn diese Gebühren in Zukunft niedriger sind, kann das aber bedeuten, dass Gespräche aus dem Festnetz zum Handy künftig günstiger werden. Für die Mobilfunkunternehmen geht es dabei um viel Geld. Denn etwa 30 Prozent ihrer Einnahmen kommen aus diesen Zahlungen. Und bei einem Gesamtumsatz der Branche von rund 24 Milliarden Euro könnt ihr euch ausrechnen, wie wichtig diese Entgelte sind. Deshalb kann es sein, dass das Geld künftig an anderer Stelle reingeholt wird und besonders günstige Tarife wegfallen.

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