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Abzocke: Fast 10 Euro am Tag für “belanglose Inhalte”

Kategorie: Anwendungen
07/09/05

Mit einer neuen Methode wird vor allem Jugendlichen immer häufiger das Geld aus der Tasche gezogen: Bestimmte Seiten im Internet fordern den Nutzer auf, erst seine Handynummer einzugeben und später eine PIN. Für die Nutzung der Seite zahlt er dann bis zu 10 Euro am Tag über sein Handy.

Teurer Vertrag
Auf der Seite hausaufgaben.de ist es zum Beispiel so, dass auf einer vollen Startseite viele Referate angeboten werden. Egal, auf welchen Inhalt man dann jedoch klickt, man wird immer zur Eingabe seiner Mobilfunknummer aufgefordert. Trägt man diese Nummer ein, erhält man per SMS eine PIN-Nummer zugeschickt. Wenn man auch diese Nummer im Netz eingibt, hat man einen Vertrag abgeschlossen und muss zahlen. Die Kosten dafür werden nur klein erwähnt. Je nach Angebot und Netzbetreiber liegen sie bei maximal 9,98 pro Tag. Dafür kann man dann die Inhalte der Seite nutzen. Die ARD-Fernsehsendung “[plusminus” externer Linkexterner Link hat über diese Masche berichtet. Dort wurden die Inhalte von hausaufgaben.de als “belanglos” bezeichnet. Es lohnt sich also gar nicht, die hohen Kosten zu zahlen. Seit dem Fernsehbericht kann man sich auf der Seite nicht mehr neu anmelden.

Jugendliche im Visier
Es gibt aber noch sehr viele andere Seiten, die auf den ersten Blick ganz harmlos aussehen, aber bei denen man auch in die Kostenfalle tappen kann. Und das sind häufig Seiten, die sich speziell an Jugendliche richten. Nach dem gleichen Prinzip arbeiten zum Beispiel die Seiten tattoo.de, vornamen.de, gedichte.de, basteln.de, malvorlagen.de, latein.de und noch viele mehr. Seid also sehr vorsichtig, wenn ihr im Internet aufgefordert werdet, eure Handynummer einzugeben, um etwas zu bezahlen. Achtet immer darauf, welche Kosten auf euch zukommen. Und wenn ihr keine Informationen zu Preisen und Tarifen findet, lasst die Finger von dem Angebot. Falls ihr schon einen teuren Vertrag auf einer Internetseite abgeschlossen habt, könnt ihr diesen kündigen. Infos dazu finden sich bei der ARD-Sendung “[plusminus” externer Linkexterner Link.

Kritik an Handy Payment
Das Zahlverfahren, welches hier benutzt wird, heißt Handy Payment. Viele Verbraucherschützer sehen darin die Nachfolge von Dialer-Programmen. Denn für die teuren Dialer gelten seit Anfang 2005 neue Regeln, die den Einsatz erschweren. Das Handy Payment wird aber auch schon von vielen Seiten kritisiert. Die Verbraucherschutzministerin Renate Künast hat zum Beispiel die Mobilfunkbetreiber aufgefordert, beim Handy Payment nicht mehr mitzumachen. Denn die Netzbetreiber sorgen dafür, dass die Kosten abgebucht werden.

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