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Soziale Netzwerke sind nicht fair

Kategorie: Dies und Das
27/07/09

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Verbraucherschützer kritisieren die Anbieter von Social-Networking-Plattformen. Die Nutzer wüssten oft gar nicht, dass sie den Betreibern der Netzwerke weitgehende Rechte an den eingestellten Inhalten einräumen. “Dem Betreiber alle Rechte - dem Verbraucher bleibt das Schlechte” - nach Ansicht von Gerd Billen, dem Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), arbeiten die Netzwerke nach diesem Motto. Gegen die Plattformen MySpace, Facebook, lokalisten.de, wer-kennt-wen.de und Xing leitete der vzbv nun Unterlassungsverfahren ein.

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Unwissende Verbraucher
Um sich bei einem Sozialen Netzwerk anzumelden, muss man den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) bzw. den Datenschutzbestimmungen des Anbieters zustimmen. Die meisten Nutzer erledigen dies mit einem schnellen Klick ohne zu wissen, worauf sie sich einlassen. “Sie sind überfordert, sich mit den Bestimmungen inhaltlich genau auseinander zu setzen”, sagt Carola Elbrecht, Referentin im vzbv-Projekt “Verbraucherrechte in der digitalen Welt”.

Macht der Anbieter
Die Verbraucherschützer finden es problematisch, dass in den Bestimmungen sehr weitreichende Klauseln zur Datenverarbeitung zu finden sind. Und selbst wenn die Anbieter angeben, keinen Gebrauch davon zu machen, haben sie die Möglichkeit, die Daten der Nutzer ohne deren Wissen zu verwenden. So könnten zum Beispiel Verhaltensdaten der Nutzer ausgewertet werden. Oder es könnten Daten aus dem Profil an Dritte weitergegeben werden. Auch beim Urheberrecht liegt hier einiges im Argen: einige Anbieter lassen sich laut AGB vom Nutzer umfängliche Rechte an von ihnen erstellten Inhalten übertragen. Daraufhin können sie mit den Inhalten nach Belieben verfahren, etwa könnte ein Privatfoto ungefragt in einer Zeitung oder im Fernsehen landen.

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vzbv fordert sichere Voreinstellung
“Die Betreiber müssen sicherstellen, dass Daten nur verwendet werden dürfen, wenn der Nutzer ausdrücklich einwilligt”, so Elbrecht vom vzbv. Dies gelte auf jeden Fall für jede Form der Werbung. Weiterhin sollten Verbraucher auch selbst darüber entscheiden können, ob ihre Daten über Suchmaschinen zu finden sind. Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert die Anbieter auf, die Voreinstellungen für die Datennutzung schon bei der Anmeldung sicher und nutzerfreundlich zu gestalten.

Unerwartet schlechte Standards
Für vzbv-Vorstand Gerd Billen sind die Lücken beim Datenschutz bei den Sozialen Netzwerken überraschend: “Wir hatten angesichts einer Vielzahl von Selbstverpflichtungen und anderen Erklärungen der Betreiber nicht mit solch schlechten Standards gerechnet.” Um dies zu ändern wurden gegen die Plattformen MySpace, Facebook, lokalisten.de, wer-kennt-wen.de und Xing Unterlassungsverfahren eingeleitet.

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Facebooks Probleme in Kanada
Die größte Social-Network-Plattform ist Facebook mit weltweit rund 200 Millionen angemeldeten Nutzern. Allerdings droht Facebook in Kanada ein Gerichtsverfahren wegen Verstößen gegen dortige Datenschutzbestimmungen. Kanadische Behörden haben Facebook deshalb aufgefordert, den Datenschutz zu verbessern. Dazu die kanadische Datenschützerin Elizabeth Denham: “Die Themen rund um den Datenschutz bei Sozialen Netzwerken sind immer noch vergleichsweise neu. Wir alle - die Betreiber von Sozialen Netzwerken, die Nutzer und die Datenschutzbehörden - fangen gerade erst an, angemessene Regelungen zu entwickeln für diese neue Welt der Onlinekommunikation.“


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