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Schweizer nehmen Strahlung unter die Lupe

Kategorie: Sicherheit
10/04/07

Die Luft ist voller elektromagnetischer Strahlung. Handys, Basisstationen, schnurlose Telefone, WLAN-Geräte, Fernsehsender und auch Stromleitungen senden Wellen aus. Welche Auswirkungen diese Strahlen auf den Körper haben, ist nicht endgültig geklärt. In der Schweiz gibt es deshalb jetzt ein großes Forschungsprogramm.

NFP 57
Das nationale Forschungsprogramm zu Risiken elektromagnetischer Strahlung ist in der Schweiz unter dem Namen “NFP 57” angelaufen. Bis 2009 wird in verschiedenen Bereichen geforscht. Es gibt auf der ganzen Welt Wissenschaftler, die sich mit den Auswirkungen von elektromagnetischer Strahlung auf Mensch und Umwelt beschäftigen. Viele Fragen sind aber noch offen. Deshalb sind viele Menschen unsicher und fürchten Risiken für die Gesundheit. Das NFP 57 soll zur Aufklärung beitragen. Die Forschungsarbeit ist in vier Module aufgeteilt:

Modul 1 - Dosimetrie:

  • Beim Handy gibt der SAR-Wert an, wie viel Energie aus der Strahlung der Körper aufnimmt. Bei vielen anderen alltäglichen Strahlen gibt es aber noch Wissenslücken, wie elektromagnetische Felder im Körpergewebe aufgenommen werden.

Modul 2 - Laborstudien:

  • Hier geht es um die körperlichen Auswirkungen der Strahlung. Die Forscher untersuchen zum Beispiel, ob elektromagnetische Felder einen direkten Einfluss auf die Gehirnaktivität haben, oder ob ein Zusammenhang besteht, zwischen langfristiger Belastung und gesundheitlichen Problemen.

Modul 3 - Zellbiologie:

  • Der menschliche Körper besteht aus Zellen. Die Schweizer Forscher werden untersuchen, wie einzelne Zellen auf elektromagnetische Strahlung reagieren. Setzt bei den Zellen eine Stressabwehr ein oder gibt es Einflüsse auf die Gene und die Erbsubstanz?

Modul 4 - Risikowahrnehmung:

  • Die Forscher in diesem Modul sind zur Abwechslung keine Biologen oder Physiker, sondern Sozialwissenschaftler. Denn hier geht es darum, die Sorgen der Bevölkerung besser zu verstehen. Welche Risiken nehmen die Menschen wahr, wie bewerten sie diese und welche Rolle spielen Gefühle und Stimmungen dabei?

Umgang mit dem Risiko
Das nationale Forschungsprogramm NFP 57 wird auch keine endgültigen Antworten liefern können auf die vielfältigen Fragen zu gesundheitlichen Risiken elektromagnetischer Strahlung. Die Schweizer Forscher erhoffen sich aber, einen wichtigen Beitrag zur internationalen Forschung zu liefern. Die Erkenntnisse sollen möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht werden und Entscheidungen in Politik und Praxis erleichtern. Geforscht wird bis Ende 2009. Neben dem großen Abschlussbericht im Jahr 2010 wird es auch jährliche Zwischenberichte geben. Der Schweizerische Nationalfonds stellt für das NFP 57 fünf Millionen Franken (ca. drei Mio. Euro) zur Verfügung.

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