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Musikdownloads ohne Kopierschutz

Kategorie: Dies und Das
05/04/07

Beim “iTunes Music Store” von Apple gibt es bald erstmals Musikstücke ohne DRM. Die Lieder ohne digitales Rechtemanagement werden etwas teurer sein. DRM regelt, wie oft ein Song kopiert oder gebrannt werden kann. Die technische Barriere führt aber oft zu Problemen. Verbraucherschützer freuen sich über diese Entwicklung.

EMI ohne DRM
Bislang haben nur kleine Plattenlabels und Vertriebe Musik ohne Kopierschutz im Internet verkauft. Doch jetzt hat eine der größten Musikfirmen der Welt sich von DRM gelöst: Das Plattenlabel EMI wird seinen Online-Katalog künftig auch ohne DRM anbieten. Beim weltweit erfolgreichsten Musikportal “iTunes Music Store” von Apple werden die Songs ohne eingebaute Rechteverwaltung künftig 1,29 Dollar kosten, statt bisher 99 Cent. Dafür werden den Kunden, neben dem Verzicht auf DRM, auch Songs in höherer Bitrate und damit in besserer Qualität angeboten. EMI verzichtet aber nicht ganz auf DRM. Denn es wird weiterhin alle Songs des großen Labels mit eingebautem Kopierschutz geben. Die Kunden haben also jetzt die Wahl.

DRM auf dem Rückzug?
EMI bietet auch allen anderen Musikportalen im Internet an, künftig Songs ohne DRM anzubieten. Wahrscheinlich werden viele Downloadportale darauf eingehen. Denn DRM wird von manchen Onlinestores kritisch gesehen, da es häufiger zu technischen Problemen geführt hat. Ob auch andere Plattenfirmen ihr Angebot ohne Kopierschutz anbieten, bleibt abzuwarten. Die Verbraucherschützer würde das freuen, denn sie setzen sich schon länger dafür ein, dass die Musikindustrie auf “nutzerfeindliche Kopierschutzsysteme” verzichtet. Diese Forderung haben mehrere europäische Verbraucherverbände bei einem Treffen mit dem Internationalen Phonoverband (ifpi) Ende Mai 2007 bekräftigt.

Nutzer wollen keine Einschränkungen
Ein Hauptanliegen der Verbraucherschützer ist es, dass gekaufte Musik auch auf allen Geräten ohne Probleme abgespielt werden kann. Das wird Interoperabilität genannt. Durch DRM gibt es technische Beschränkungen, die zum Beispiel dazu führen können, dass ein heruntergeladener Song nur auf einem bestimmten Gerät abgespielt werden kann. Und das wars dann mit der Interoperabilität. Das Projekt INDICARE hat eine Studie unter Internetnutzern durchgeführt. Sie kam zu dem Schluss, dass der überwiegende Teil der Nutzer digitaler Musikformate nicht bereit ist, sich durch DRM einschränken zu lassen. Laut INDICARE führen die Einschränkungen durch DRM sogar dazu, dass Nutzer auf illegale Downloadangebote ausweichen. INDICARE widmet sich dem Dialog über DRM-Lösungen für Verbraucher in Europa und wird von verschiedenen wissenschaftlichen Einrichtungen getragen.

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