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Handyverbot an Bayerns Schulen

Kategorie: Dies und Das
28/07/06

An bayerischen Schulen wird in Zukunft kein Handygeklingel mehr zu hören sein. Denn auch in den Pausen müssen Handys künftig ausgeschaltet bleiben. Im neuen bayerischen Schulgesetz steht ein grundsätzliches Verbot von Handys. Lehrerverbände und die Industrie kritisieren dieses Vorgehen.

Verbot als Reaktion
Damit der Unterricht nicht gestört wird, muss das Handy in den meisten deutschen Schulen während der Stunden ausgeschaltet bleiben. Einzelne Schulen haben auch ein generelles Handyverbot erlassen. Durch das neue bayerische Schulgesetz gibt es erstmals eine Regelung für ein ganzes Bundesland. Damit reagiert die Landesregierung auf Probleme wie die Verbreitung von Gewaltvideos, die zum Teil von Schülern selbst gedreht wurden. Das Thema “Gewalt und Handy” sorgt ja schon für längere Zeit immer wieder für Schlagzeilen.

Gesetz in der Praxis
Nach dem neuen Gesetz, das wahrscheinlich im Herbst in Kraft tritt, dürfen die Schüler ihr Handy weiterhin dabei haben - aber nur im Notfall darf es auch benutzt werden. Wenn jemand künftig einfach so in der Pause telefoniert oder eine SMS schreibt, soll das Handy von einem Lehrer in Verwahrung genommen werden. Einige Lehrer kritisieren, dass das neue Gesetz schwer umzusetzen ist. Denn die Kontrollen, ob alle Schülerhandys wirklich aus sind, würden viel Arbeit machen.

Kritische Stimmen
Josef Kraus, der Vorsitzende des deutschen Lehrerverbandes, mag das neue Gesetz nicht. Er ist selbst Direktor eines Gymnasiums und findet, dass jede Schule so etwas selbst regeln sollte. Das neue Gesetz bezeichnet er als “aktionistische Schaufensterpolitik”. Damit meint er, dass die Landesregierung übertrieben auf das Auftauchen von Gewaltvideos reagiert. Auch der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) bezeichnet das generelle Handyverbot als falsche Reaktion auf einzelne Schüler, die mit dem Handy Gewaltvideos gefilmt und verbreitet haben. “Wir stehen hier nicht vor einem technologischen, sondern vor einem pädagogischen Problem”, meint Bernhard Rohleder, der Hauptgeschäftsführer von BITKOM. Deshalb müssten Eltern und Lehrer Ursachen und Auslöser von Gewaltvideos zum Thema machen, anstatt Handys generell zu verbieten.


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