Handliche Viren
Kategorie:
Sicherheit
23/01/06
Es gibt mittlerweile etwa 100 bekannte Viren für Handys. Die meisten davon setzen auf Bluetooth. Die Gefahr, sich einen Virus einzufangen ist sehr gering. Eine Sicherheitsfirma behauptet jetzt aber, dass jede zwanzigste MMS-Mitteilung virenverseucht ist.
MMS mit Virus
Das amerikanische Unternehmen “Fortinet” hat bei einem deutschen Mobilfunkbetreiber ein Filtersystem für Viren eingebaut und dabei einen Tag lang die MMS-Nachrichten untersucht. Nach Angaben der Firma waren dabei etwa fünf Prozent aller Mitteilungen von dem Virus “Commwarrior” befallen. Dieser Virus verschickt sich selbst als MMS und nutzt dabei das Adressbuch in einem Handy. Wurde “Commwarrior” verschickt, erscheinen auf dem betroffenen Handy verschiedene falsche Meldungen, zum Beispiel ein Aufruf zum Update des Betriebssystems Symbian. Der Virus richtet bislang keinen bekannten Schaden an, außer dass es natürlich ins Geld gehen kann, wenn das Handy selbstständig MMS-Nachrichten verschickt.
Zitterpartie
Die Einschätzungen der Firma “Fortinet” - die nicht bekannt gibt, bei welchem Netzbetreiber sie die MMS untersucht hat - wurden bislang nicht von anderen Sicherheitsfirmen bestätigt. Ein Vertreter von “Vodafone” sagte zur “Süddeutschen Zeitung”, dass er die Zahlen für zu hoch hält und dass sein Unternehmen mit Virenfiltern verhindert, dass befallene MMS weitergeleitet werden. Du musst also nicht bei jeder MMS zittern, die dir geschickt wird. Trotzdem solltest du vorsichtig sein, besonders wenn dir unverlangt etwas zugeschickt wird - auch wenn der Absender ein Freund ist. Gefährlich können vor allem Dateien sein, die etwas auf deinem Handy ausführen wollen. Die Verbreitung von Handyviren über Bluetooth ist jedoch weiter verbreitet. Deshalb solltest du Bluetooth ausschalten, wenn du es nicht benötigst oder dein Handy unsichtbar einstellen.
Viren zum Testen
Die meisten der über 100 bekannten Handyviren sind gar nicht in der freien Wildbahn unterwegs. Sie wurden von Hackern als Testviren geschrieben oder auch von Sicherheitsfirmen als so genannte proof of concept ausprobiert. So meinte auch der Viren-Fachmann Christoph Fischer in der Süddeutschen Zeitung: “Von einer Virenwelle zu reden, ist angesichts dieser oftmals auch nur von den Sicherheitsfirmen aus Marketinggründen hochgespielten Erscheinungen deutlich übertrieben”. Dass diese Welle aber kommen kann, darin sind sich die Fachleute einig. Es macht also Sinn, auch beim Handy auf Viren zu achten. Also: Bluetooth nur bei Bedarf anschalten und Vorsicht bei unverlangt zugeschickten Anwendungen!
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- Die “Süddeutsche Zeitung” hat über die steigende Zahl der Handyviren
externer Link berichtet und Einschätzungen von Fachleuten eingeholt. Hier geht es unter anderem um den Virus Commwarrior, der sich über MMS verbreitet und über Viren, die Bluetooth nutzen. Das Internetangebot der großen Tageszeitung “Süddeutsche Zeitung” finanziert sich unter anderem durch Werbung.
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