Funkwellen warnen vor Riesenwellen
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Dies und Das
17/11/05
Im Dezember 2004 hat eine gewaltige Tsunamiwelle in Asien sehr viele Todesopfer gefordert. Um die Menschen künftig früher warnen zu können, wird ein neues System von Messstationen aufgebaut. Die Stationen funken ihre Daten über Satelliten. Bewohner könnten in Zukunft per SMS gewarnt werden.
Internationale Hilfe
Der Tsunami im indischen Ozean wurde durch ein sehr starkes Erdbeben des Meeresbodens ausgelöst. Nach dem Beben ist aber etwa eine Stunde vergangen, bis die gewaltige Welle die ersten Küsten erreichte. Diese Zeit soll besser genutzt werden, um die Menschen an den bedrohten Küstenregionen zu warnen. Es ist also wichtig, möglichst schnell zu erkennen, wenn sich ein Tsunami bildet. Deshalb arbeiten viele Länder gemeinsam an einem großen Erdbeben- und Tsunami-Frühwarnsystem. Auch Deutschland beteiligt sich daran und hat zusammen mit anderen Ländern ein System entwickelt, bei dem Messdaten in Echtzeit - also sofort - übermittelt werden. Dieses System wird jetzt in Südostasien aufgebaut.
Hightech im Wasser
Das Warnsystem setzt sich aus verschiedenen Teilen zusammen. Einerseits wird an vielen Punkten gemessen, ob die Erde bebt. Denn so ein Erdbeben ist auch noch weit entfernt zu spüren. Und wenn an vielen Orten ganz genau gemessen wird, kann man auch bestimmen, wo und wie stark das Erdbeben war. Die Gefahr bei einem Tsunami besteht aber darin, dass durch das Erdbeben eine Riesenwelle ausgelöst wird. Deshalb muss auch gemessen werden, ob sich auf dem Meer solche großen Wellen bilden. Dafür haben die Forscher neue Sensoren entwickelt. Ein Teil dieser Sensoren liegt auf dem Boden des Meeres - in bis zu 6000 Meter Tiefe. Dort wird ständig der Wasserdruck gemessen. Und der steigt, wenn eine sehr große Welle unterwegs ist. Die Station am Meeresboden schickt ihre gesammelten Daten über Schallwellen nach oben. Diesen “Ruf” aus der Tiefe versteht eine Boje, die an der Wasseroberfläche schwimmt. Die Boje ist außerdem mit GPS ausgerüstet und steht im Kontakt mit mindestens drei Satelliten. Dadurch kann ihre genaue Position festgestellt werden. Und weil die Boje bei einer Tsunamiwelle in die Höhe schwimmt, kann das über GPS festgestellt werden.
Alarm
Diese Sensoren merken also sofort, wenn ein Tsunami unterwegs ist. Die Daten der Sensoren werden über Satellit in ein Datenzentrum in Indonesien geschickt. Dort sind die Wissenschaftler dann frühzeitig informiert. Dieses Datenzentrum ist verbunden mit vielen anderen Einrichtungen in Asien und der ganzen Welt. Denn bei dem internationalen Frühwarnsystem arbeiten ja viele Länder zusammen. Wenn also früh bemerkt wurde, dass eine Tsunamiwelle unterwegs ist, muss die Nachricht sehr schnell verbreitet werden. Die Warnung geht dann zum Beispiel an Einrichtungen, Behörden, Medien in den bedrohten Regionen. Erdbebenwarnungen wurden zum Teil schon per SMS verschickt. Dies ist auch bei dem Tsunami-Frühwarnsystem denkbar, um schnell viele Privatpersonen zu erreichen.
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- Das deutsche Forschungsschiff “Sonne” ist vom 15.11.2005 bis 28.11.2005 unterwegs im indischen Ozean, um zwei Bojen für das Tsunami-Frühwarnsystem abzusetzen. Mit dabei ist der Meeresforscher Professor Ernst Flüh. Professor Flüh führt während dieser Reise einen spannenden Weblog, in dem die Technik und die Vorkommnisse der Forschungsreise beschrieben werden
externer Link. Der Weblog findet sich auf den Seiten vom Auslandsrundfunk “Deutsche Welle”. Die “Deutsche Welle” ist ein öffentlich-rechtlicher Sender, der im Ausland Hörfunk- und Fernsehprogramme anbietet, die zum Teil auf Deutsch sind oder sich im weitesten Sinne mit deutschen Themen auseinander setzen. Zudem werden Internetseiten in vielen Sprachen und Inhalte für das Handy angeboten. Die “Deutsche Welle” versteht sich als mediale Visitenkarte Deutschlands in der Welt. - Beim Aufbau eines internationalen Tsunami-Frühwarnsystems
externer Link sind deutsche Wissenschaftler beteiligt. Die Technik des deutschen Systems wird auf den Seiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erklärt. Das BMBF hat die Entwicklung und den Aufbau des Systems finanziert.
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