Datenschutz in unsicheren Zeiten
Kategorie:
Sicherheit
08/09/06
Jeder Computer, der mit dem Internet verbunden ist, hat eine IP-Adresse. Darüber lässt sich unter Umständen erkennen, wer sich was anschaut. Wer anonym bleiben möchte, kann den Datenschutz-Dienst AN.ON nutzen. Ein Politiker aus Schleswig-Holstein meint jedoch, dass zum Beispiel Terroristen dies ausnutzen können.
AN.ON macht anonym
Bei AN.ON teilen sich viele Surfer im Internet eine feste IP-Adresse. Wenn dann zum Beispiel 1000 Nutzer auf 1000 verschiedene Seiten surfen, kann man nicht mehr erkennen, wer sich was angeschaut hat. Der einzelne Nutzer verbindet sich nicht direkt mit AN.ON, sondern nimmt einen Umweg über verschiedene Zwischenstationen. Diese Umwege sind verschlüsselt und so kann die IP-Adresse des Nutzers nicht mehr zugeordnet werden.
AN.ON schützt persönliche Daten
AN.ON wird von dem “Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein” (ULD) zusammen mit verschiedenen Universitäten und anderen Stellen betrieben. Dr. Thilo Weichert, der Leiter des ULD, meint: “Das Projekt dient der Anonymität im Internet. Diese ist in einem globalen unsicheren Netz für den Datenschutz eine fundamentale Voraussetzung. Niemand hat hier - ohne einen vertrauenswürdigen Dienst wie AN.ON - eine Kontrolle darüber, wer einen überwacht. Gerade die Wirtschaft nutzt das Angebot des ULD, um sich vor Wirtschaftsspionage zu schützen.”
AN.ON abschalten
Uwe Döring ist der Justizminister von Schleswig-Holstein. Er fordert, dass der Dienst zur Anonymisierung abgeschaltet wird. Denn AN.ON wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit gefördert. Und Uwe Döring findet es verantwortungslos, “Steuergelder für ein Projekt bereitzustellen, das Terroristen und Straftätern aller Art ermöglicht, unentdeckt Straftaten zu begehen”.
AN.ON und die Behörden
AN.ON hatte schon öfter mit Behörden der Strafverfolgung zu tun, denn die wollen gerne an die Daten der Nutzer. Es gibt jetzt die technische Möglichkeit bei AN.ON, dass die Daten einzelner Nutzer mitgeschrieben werden. Das passiert aber nur dann, wenn das von der Staatsanwaltschaft angeordnet wird, weil erhebliche Straftaten vermutet werden. Grundsätzlich ist es in Deutschland erlaubt, anonym ins Internet zu gehen. Verschiedene Gerichte haben auch bestätigt, dass AN.ON rechtlich erlaubt ist.
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- Internet-Anonymisierungsdienst vor dem Aus.
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VDI-Nachrichten berichten über Diskussionen um AN.ON. - Schutz der Privatsphäre im Internet.
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Projekt AN.ON bietet Software JAP zur Anonymisierung an. - Kein “Anti-Terror-Tool” bei AN.ON.
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Leiter des ULD über die technischen Möglichkeiten von AN.ON.
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