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Auf den Spuren der Handys

Kategorie: Netzwerk
02/12/05

Ein Detektiv aus Österreich hat Handys benutzt, um Leute zu verfolgen. Denn ist ein Handy unterwegs, meldet es sich immer wieder bei einer anderen Basisstation an, um guten Empfang zu haben. Und jede Basisstation hat eine Kennung, die so genannte Cell-ID. Über die verschiedenen Cell-IDs konnte der Detektiv einer Spur folgen. Ein Gericht hat ihm das jetzt verboten.

Erfinderischer Detektiv
Wenn sich ein Handy bei einer Basisstation anmeldet, empfängt es die einmalige Cell-ID dieses Sendemasts. So eine Cell-ID wird normalerweise nicht auf dem Handy angezeigt. Mit einer Spezialsoftware hat es der Detektiv aber geschafft. Dann ist er kreuz und quer durch Österreich gefahren und hat sich ganz viele Cell-IDs notiert.  Er hatte auch ein GPS-Gerät dabei und konnte damit auch immer die genaue Position fest stellen. So hat er sich seine eigene Landkarte zusammengebaut. Jetzt brauchte er nur noch ein speziell umgebautes Handy, das zum Beispiel unter einem Auto versteckt werden kann. Das Handy erkennt auf der Fahrt die Cell-IDs der Sendemasten in der Nähe und schickt diese Daten an den Detektiv. Der kann dann genau beobachten, wohin das Auto fährt.

Unlauterer Wettbewerb
Der Oberste Gerichtshof in Österreich hat dem Detektiv jetzt seine besondere Art der Überwachung verboten. Denn, so das Gericht, der Detektiv verstößt mit seiner Technik gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Das UWG regelt die Beziehungen von Firmen und Geschäftsleuten, die möglichst fair miteinander umgehen sollten. Gar nicht fair fand der Netzbetreiber T-Mobile aber den Detektiv. Denn dieser hat einfach das österreichische Netz von T-Mobile für seine Geschäfte benutzt. Der Detektiv meinte darauf hin, dass die Daten der Cell-IDs so eine Art “Abfallprodukt” sind, die sowieso anfallen. Aber das Gericht gab T-Mobile Recht und nun muss der Detektiv für eine Verfolgung wohl wieder selbst vor die Tür.

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