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Auch Filmen kann eine Straftat sein

Kategorie: Sicherheit
03/03/08

Eine 15-jährige Schülerin aus Großbritannien muss ins Gefängnis, weil sie eine tödliche Happy Slapping-Attacke mit dem Handy gefilmt hat. Ein Gericht hat die Schülerin wegen Beihilfe zum Totschlag verurteilt. Das reine Filmen einer Straftat wurde bislang nicht so konsequent bestraft.

Beihilfe
Wie die Onlineausgabe der Zeitung “The Times” berichtet, haben zwei Teenager im Alter von 17 und 19 Jahren einen 29-jährigen Mann auf offener Straße mit Tritten und Schlägen attackiert. Die Verletzungen waren so stark, dass der Mann später in seiner Wohnung gestorben ist. Die 15-jährige Schülerin kannte die zwei Angreifer vor der Tat nicht. Sie filmte den Angriff mit ihrem Handy und lief dann gemeinsam mit den Angreifern davon.

Urteile
Die zwei Schläger wurden von einem englischen Gericht wegen Totschlags verurteilt. Die Schülerin wurde wegen Beihilfe verurteilt. Sie kann dafür die gleiche Strafe erhalten wie die Angreifer, aber das ist nicht zu erwarten. Judith Naylor, die Anwältin der Anklage, meint zu dem Urteil: “Das ist der erste Fall in England und Wales, in dem eine Verdächtige wegen Beihilfe zum Totschlag verurteilt wurde, weil sie einen unpassenderweise als Happy Slapping bezeichneten Vorfall gefilmt hat.”

Gefühlskälte
In Großbritannien häufen sich Happy Slapping-Vorfälle, bei denen vor allem Jugendliche grundlos andere Menschen attackieren. Für den britischen Strafrechtler Graham Stowe passt der aktuelle Fall zu dieser Entwicklung: “Mehr als je zuvor neigen Jugendliche heute zu extremer Gewalt, nur um sich zu amüsieren. Dieser Fall zeigt mal wieder, wie gefühllos einige Teenager sein können.”

Botschaft
Nach Ansicht von Graham Stowe hat das Urteil eine besondere Bedeutung, denn erstmals wurde das Filmen einer Straftat als Beihilfe eingeschätzt. Das kann durchaus Konsequenzen für künftige Verfahren haben. Für Judith Naylor geht von dem Urteil eine wichtige Botschaft aus: “Wenn du dabei stehst und zuschaust, wie deine Freunde brutale Verbrechen begehen und diese Taten zur Unterhaltung aufnimmst, dann wird das Gesetz die Augen nicht verschließen und dich gerichtlich verfolgen”.

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