Afrika: Fairer Handel dank SMS
Kategorie:
Anwendungen
20/09/11
Eine einfache SMS hat dem ghanaischen Ananas-Bauern Ali Morrison fast 150 Euro eingebracht. Händler waren zu ihm gekommen und haben ihm rund 10 Cent pro Frucht geboten. Mit einer kurzen SMS an die gemeinnützige Info-Plattform Esoko konnte Ali Morrison jedoch in Erfahrung bringen, dass der Marktpreis für Ananas viel höher liegt. Er bekam das Doppelte für seine Ernte und konnte seinen Wochenverdienst auf rund 300 Euro hochschrauben. Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie mobile Technik in Afrika für fairen Handel und eine Stärkung der Bauern sorgen kann.
Esoko hilft Bauern in Ghana
Das Magazin National Geographic berichtet in seiner Onlineausgabe über die neue Verteilung von Informationen in der afrikanischen Landwirtschaft. In Ghana sorgt vor allem die gemeinnützige Einrichtung Esoko dafür, dass der Markt gerechter wird. Die Zentrale von Esoko im der ghanaischen Hauptstadt Accra ist mit 60 Mitarbeitern besetzt, die Software entwickeln, Informationen verwalten, Nutzer schulen und untersuchen, ob ihre Arbeit Auswirkungen auf den Markt hat. Noch wichtiger für den Erfolg von Esoko sind jedoch die Bauern vor Ort, die nicht nur Informationen über das Internet oder per SMS erhalten können, sondern auch Daten verschicken, zum Beispiel über Ernten oder Schädlingsbefall. So entsteht ein Informations-Netzwerk, welches die kleinen Bauern stärkt.
Information ist Macht
Um zu verstehen, wie wichtig der Zugang zu Informationen ist, muss man wissen, dass viele ländliche Regionen in Afrika kaum Zugang zu moderner Technologie haben. Stell dir mal vor, du würdest auf alle neuen Medien verzichten und hättest keinen Zugriff auf Zeitungen, Magazine, Fernsehen, Mails, Internet und Smartphones. Die einzigen Informationsquellen wären deine Nachbarn, ein Radio und ein einfaches Telefon. Dann wird es ziemlich schwierig, sich gut zu informieren, bevor man etwas kaufen oder verkaufen möchte.
SMS ist einfach
Esoko macht Informationen für alle verfügbar. Rund 60 Prozent der Bevölkerung in Afrika arbeitet in der Landwirtschaft und ist daher besonders interessiert an Preisinformationen, Pflegehinweisen für Pflanzen oder Erntetipps. Da inzwischen ebenfalls rund 60 Prozent der Afrikaner ein Mobiltelefon bietet Esoko einen Zugriff auf seine Datenbank über SMS an. Anders als beim Radio kann hier jeder Nutzer spezielle Informationen abrufen. Außerdem können die SMS gespeichert werden, um später etwas nachzuschauen. Das Modell von Esoko aus Ghana wird inzwischen von anderen afrikanischen Ländern kopiert.
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Links zum Thema
- In African agriculture, information is power
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Das Modell von Esoko in Ghana wird in einem Bericht des National Geographic vorgestellt. - Mobile Entwicklungshilfe für Frauen Beim Projekt mWomen wird die Mobilfunknutzung von Frauen gefördert.
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